Therapiebegleitung bei Erkrankungen

Rheumatoide Arthritis

Grunderkrankungen

- verringerte Vitamin-C-Plasmakonzentration -

Bei den im folgenden genannten Grunderkrankungen wird u.a. auch der Vitamin-C-Stoffwechsel beeinflußt. Die Vitamin-C-Blutspiegel sind hier deutlich verringert. Grund hierfür ist vermutlich, daß bei diesen Erkrankungen der Vitamin-C-Stoffwechsel auf "Hochtouren" läuft und somit der Vitamin-C-Bedarf im Vergleich zum gesunden Körper höher liegt (214).

Bei Patienten mit rheumatoider Arthritis ist die Ascorbinsäurekonzentration im Serum, im Vergleich zu gesunden Probanden, um ca. 93 % reduziert. Charakteristisch ist in der Patientengruppe der sehr hohe Anteil an Dehydroascorbinsäure.

Bei gesunden Menschen beträgt die durchschnittliche Ascorbinsäurekonzentration im Serum 1,23 +/- 0,36 mg/dl und die Konzentration an Dehydroascorbinsäure 0,21 +/- 0,07 mg/dl; d.h. nur 15 % des Vitamin C liegen als Dehydroascorbinsäure vor. Ein hohes Verhältnis von Ascorbinsäure zu Dehydroascorbinsäure ist ein guter Indikator für gesundes Gewebe.

Bei Patienten mit rheumatoider Arthritis sind die Gegebenheiten fast umgekehrt. Hier beträgt der Anteil an Dehydroascorbinsäure ca. 80 %. Die Ascorbinsäurekonzentration liegt bei diesen Patienten im Durchschnit t bei 0,09 +/- 0,09 mg/dl. In einigen Fällen liegt sie unter der Nachweisgrenze. Die Gelenkflüssigkeit der Patienten besitzt im Vergleich zur korrespondierenden Serumgruppe eine erhöhte Ascorbinsäure-Konzentration. Der Anteil an Dehydroascorbinsäure in der Gelenkflüssigkeit im Vergleich zur korrespondierenden Serumprobe ist jedoch immer erhöht (131).

Die Ergebnisse lassen auf einen verstärkten Verbrauch und Bedarf der antioxidativ wirkenden Ascorbinsäure bei Patienten mit rheumatoider Arthritis schließen; hier insbesondere im Bereich der Entzündung, in der Gelenkflüssigkeit.

Deshalb liegt der wesentliche Ansatz einer Vitamin-C-Therapie bei rheumatoider Arthritis auch im Bereich der immunmodulierenden Eigenschaften von Vitamin C: Die Entzündung der Gelenke wird gehemmt, ohne daß die Schutzfunktion des Immunsystems gegenüber Infektionen beeinträchtigt wird. Das Gegenteil ist der Fall: Vitamin C steigert in vielfältiger Weise die humorale und zelluläre Immunantwort des Organismus.

Hinzu kommt, daß es bei entzündlichen Reaktionen zur verstärkten Freisetzung Freier Radikaler kommt, die einen erhöhten Bedarf an Antioxidantien erfordern.

Abschließend ein Ergebnis aus der Framingham-Langzeitstudie: Personen, die viel Vitamin C konsumieren, leiden drei- viermal seltener an Arthritis und Knieschmerzen. Hauptursache für dieses im Alter häufige Leiden ist der Abbau des Gelenkknorpels. Dieser sorgt für sehr gleitfähige Oberflächen im Gelenkspalt, eine Voraussetzung für gute Beweglichkeit.

Von Arthritis ist mehr als jede zehnte Person über fünfundsechzig betroffen. Deshalb untersuchten die Forscher die Auswirkungen von verschiedenen Nahrungsbestandteilen auf die Kniebefunde von über sechshundert Personen.

Vitamin C erwies sich dabei als am weitaus wirksamsten. Nicht nur waren im Röntgenbild weniger Schäden an den Gelenkknorpeln festzustellen; auch wenn diese bereits sichtbar waren, blieben die regelmäßig Vitamine zu sich nehmenden Patienten länger schmerzfrei (134).