Therapiebegleitend bei Erkrankungen

- verringerte Vitamin-C-Plasmakonzentration -

Bei den im folgenden genannten Grunderkrankungen wird u.a. auch der Vitamin-C-Stoffwechsel beeinflußt. Die Vitamin-C-Blutspiegel sind hier deutlich verringert. Grund hierfür ist vermutlich, daß bei diesen Erkrankungen der Vitamin-C-Stoffwechsel auf "Hochtouren" läuft und somit der Vitamin-C-Bedarf im Vergleich zum gesunden Körper höher liegt (214).

Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit)

Die Stoffwechselkrankheit Diabetes mellitus stellt eine chronische Streßsituation für den menschlichen Körper dar, an der Freie Radikale beteiligt sind. Da auch Vitamin C die Zellschädigung durch die Freien Radikale vermindern kann, kann eine erhöhte Vitamin-C-Zufuhr sinnvoll sein, wie nachfolgend geschildert wird.

Bei der Zuckerkrankheit ist der Vitamin-C-Spiegel im Blut häufig sehr niedrig, auch wenn Diabetiker gleich hohe Vitamin-C-Mengen zuführen wie Gesunde. Dies liegt u.a. daran, daß bei Diabetikern vermehrt Freie Radikale auftreten, welche die Körperzellen schädigen können. Vitamin C gehört als potenter Radikalfänger zu den Substanzen, die aufgrund ihrer biochemischen Eigenschaften in der Lage sind, die Körperzellen vor Zerstörung zu schützen. Bei dieser Schutzfunktion wird Vitamin C verbraucht.

Desweiteren hemmt eine erhöhte Blutzuckerkonzentration den Transport von Vitamin C aus dem Blut in die Körperzellen. Dies führt zu einem Vitamin-C-Mangel in den Körperzellen, da für den Transport von Vitamin C und Blutzucker in die Körperzellen ein bestimmter Transportmechanismus verantwortlich ist. Um diesen Mechanismus konkurrieren sowohl das Vitamin C als auch der Blutzucker, da sie beide eine ähnliche chemische Struktur aufweisen. Ist die Blutzuckerkonzentration erhöht, wird vermehrt Blutzucker und weniger Vitamin C in die Zellen befördert. Eine erhöhte Vitamin-C-Aufnahme begünstigt den Transport von Vitamin C in die Zellen, wo es dann für wichtige Funktionen zur Verfügung steht.

Vitamin C und Diabetes

Eine erhöhte Zufuhr von Vitamin C kann auch den Glucose- und Fettstoffwechsel günstig beeinflussen, wie in Studien nachgewiesen werden konnte. Bei Typ II Diabetikern fiel der Plasma-Insulinwert nach Aufnahme von zweimal täglich 500 mg Vitamin C täglich (gemessen über einen Zeitraum von 4 Monaten) deutlich ab. Gleichzeitig war bei einem deutlichen Abfall der Freien Radikale und des Plasma-Insulins auch eine signifikante Abnahme des Gesamtcholesterins und des LDL-Cholesterins festzustellen. Das sogenannte "gute" HDL-Cholesterin veränderte sich nicht.

Die Abnahme des LDL-Cholesterins läßt sich damit erklären, daß Vitamin C mit seiner antioxidativen Wirkung das LDL-Cholesterin vor der nichtenzymischen Glykosilierung und Peroxidation schützt, so daß es ungehindert abgebaut werden kann.

Gleichzeitig erhöhte die Vitamin-C-Zufuhr die Konzentration an Plasma-GSH (reduziertem Glutathion), das eine Änderung der Membrandurchlässigkeit bewirkt. Daraus resultiert eine verbesserte Insulinwirksamkeit, die einen gesteigerten Transport von Glucose in die Zelle ermöglicht. Hiermit assoziiert war eine signifikante Reduktion der Plasma-Insulinwerte (52).

Vitamin C ist indirekt auch an der Regulation des Lipidstoffwechsels beteiligt. Durch eine verbesserte Insulinwirksamkeit wird die Abgabe freier Fettsäuren aus dem Fettgewebe stärker inhibiert und die Glucoseaufnahme in die Fettzellen erhöht. Daraus resultiert eine Verringerung der Triglyceridwerte im Blut. Dies ist insofern von Bedeutung, da bei Diabetikern schon Triglycerid-Konzentra- tionen von 150 bis 200 mg/dl das Infarktrisiko deutlich erhöhen (55).

Zusätzlich zu konventionellen Therapien kann eine ergänzende Vitamin-C-Gabe auch vor diabetischen Spätschäden schützen: Vitamin C senkt bei Diabetes die Verzuckerungsrate von Eiweißen (Enzymen), die den Körper normalerweise vor Radikalschäden schützen (Superoxid-Dismutase, Glutathionperoxidase, Katalase).

Durch die Verzuckerung werden solche Enzyme inaktiviert. Vitamin C verhindert die Verzuckerung und hält dadurch die schützende Funktion dieser Enzyme aufrecht.

Bitte beachten Sie: Der Nachweis der Glucose im Harn kann bei Diabetikern durch Vitamin-C-Gaben gestört werden. Vor den Harnzuckerbestimmungen ist daher die Vitamin-C-Zufuhr einige Tage zu stoppen (19).

Eine weitere Studie befaßte sich mit der Auswirkung zusätzlicher Vitamin-C-Gaben auf Haut und Retina bei Diabetikern. Bei 12 Diabetikern und 24 Kontrollpersonen wurden die kleinen Blutgefäße der Haut und Retina untersucht. Es zeigte sich sehr deutlich, daß sich die Kapillarfestigkeit sowohl im Bereich der Augen als auch der Haut bei allen Diabetikern während einer Vitamin-C-Behandlung (1000 mg pro Tag) besserte und wieder verschlechterte, wenn sie abgesetzt wurde (50).