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| Einerseits können die Funktionen des Vitamin C therapeutisch genutzt werden, wie es beispielsweise bei der Wundheilung der Fall ist. |
| Andererseits kann ein gestörter Vitamin-C-Stoffwechsel infolge von Krankheit oder medizinischer Behandlung (z.B. bei Dialyse) durch eine Vitamin-C-Nahrungsergänzung ausgeglichen werden. |
Vitamin C ist wesentlich bei der Bildung von kollagenen Fasern beteiligt. Kollagene Fasern sind Hauptbestandteil fast aller Gewebe. Eine hohe Vitamin-C-Zufuhr (500-1000 mg/pro Tag) trägt deshalb zu einer beschleunigten Wundheilung und zu einer Festigung von Narbengewebe bei (207). Vitamin C fördert nach Operationen und während der Wundheilung den Heilungsprozeß.
Murad et al. konnten nachweisen, daß sich die Erzeugung von Kollagen in Gewebekulturen um das Achtfache erhöhte, wenn sie mit Vitamin C angereichert wurden und kamen in ihrem Bericht zu dem folgenden Schluß:
"Die klinische Bedeutung dieser Studie ist beachtlich. Man weiß seit Jahren, eine wie wichtige Rolle das Ascorbin bei der Wundheilung spielt. Das Ascorbin konzentriert sich im verletzten Gewebe und wird sehr schnell zur Heilung verwendet. Die Dehnfestigkeit der Wunden und die Häufigkeit des Aufplatzens von Wunden stehen in unmittelbarem Zusammenhang mit dem jeweiligen Ascorbinsäurespiegel. Weil der Mensch das Ascorbin mit der Nahrung aufnimmt, ist ein Ascorbinmangel bei älteren, kranken und hinfälligen Personen häufig, die andererseits auch am häufigsten chirurgisch behandelt werden müssen. Solche Patienten brauchen unter Umständen für eine optimale Wundheilung eine zusätzliche Versorgung mit Ascorbin." (148)
Professor Linus Pauling vertrat die Auffassung, daß die Aufenthaltsdauer im Krankenhaus durch zusätzliche Verabreichung höherer Vitamin-C-Dosen um durchschnittlich zwei Tage verkürzt werden könnte. Zum einen, weil damit das Immunsystem gestärkt werde und zum anderen auch der Heilungsprozeß bei Operationswunden, Knochenbrüchen, Verbrennungen und anderen Verletzungen beschleunigt würde (164). Er hat berechnet, daß bei durchschnittlichen Kosten eines Krankenhausaufenthaltes von täglich 500 Dollar durch die Verabreichung von 1-20 Gramm Vitamin C (Pulver) täglich, jährlich etwa 20 Milliarden Dollar eingespart werden könnten. Außerdem würde man Millionen von Patienten unnötige Leiden ersparen.
Inzwischen sind seit Paulings Berechnungen mehr als 15 Jahre in der Krankheitskostenentwicklung ins Land gegangen. Wie allgemein bekannt ist, haben sich die Kosten auch in Deutschland explosiv weiter und keineswegs rückentwickelt.
Eine weitere interessante Beobachtung von Klinikern und Forschern ist, daß sich Vitamin C an der verletzten Stelle konzentriert und dort zerstört wird. Werden dem Patienten keine zusätzlichen Vitamindosen verabreicht, sinkt der Vitaminspiegel. Crandon u.a. haben im Verlauf einer Studie mit 287 chirurgischen Patienten festgestellt, daß die Vitamin-C-Konzentration in den Leukozyten und Thrombozyten sowie im Plasma nach einer Operation um etwa 20 % abnimmt (51).
Andere Forscher berichten von ähnlichen Ergebnissen. Mukherjee, Som und Chatterjee stellten eine starke Abnahme der Ascorbinsäure-Konzentration im Plasma und im Blut um mehr als 50 % nach einem Trauma bzw. einer Operation bei 40 Patienten fest und fanden gleichzeitig eine Zunahme der Konzentration des Oxidationsprodukts Dehydroascorbinsäure (147).
Sayed, Roy und Acharya haben 1.434 Patienten untersucht und eine Abnahme der Leukozyten-Konzentration um 19 % nach Operationen bei Patienten festgestellt, deren Operationswunden nicht infiziert waren. Bei Patienten mit infizierten Wunden waren es 30 % (182).