Zur Deckung eines erhöhten Bedarfs

Raucher

Starke Raucher weisen im Vergleich zu Nichtrauchern einen verringerten Vitamin-C-Versorgungsstatus auf (6), (46). Grund hierfür ist unter anderem, daß infolge der erhöhten Radikalbelastung durch das Rauchen der Vitamin-C-Verbrauch drastisch ansteigt. Vitamin C macht Freie Radikale unschädlich und muß deshalb gerade bei Rauchern in ausreichenden Mengen zur Verfügung stehen.

Der Vitamin-C-Bedarf wird bei Rauchern um etwa 40-50 % höher eingeschätzt als bei Nichtrauchern (100).
Raucher

.....schonweder hab` ich
......und schon......und schon
wieder hab` ich
50 mg Vitamin C
in den Wind geblasen und mir
1.000.000.000.000.000
Freie Radikale eingehandelt.....lt.....t.

Do et al. untersuchten 1996 in diesem Zusammenhang den Anteil an spezifischen Schadstoffen bei 10 Rauchern, denen in einem Zeitraum von drei Wochen viermal täglich drei Antioxidantien (Beta-Carotin, Vitamin E und 250 mg Vitamin C) zugeführt wurden (57). Die Menge der spezifischen Schadstoffe galt hierbei als Maß für sogenannte Lipidperoxidationsprodukte; das sind Verbindungen von Radikalen mit Fettbestandteilen des Körpers.

Unter Vitaminzufuhr konnte eine deutliche Verminderung der spezifischen Schadstoffe bei 8 der untersuchten 10 Raucher festgestellt werden. Die Autoren werten dieses Ergebnis als Beweis dafür, daß durch die Zufuhr von antioxidativen Vitaminen (z.B. Vitamin C) die Bildung von schädigenden Radikalen deutlich reduziert wird und bei Rauchern somit die Lungenfunktion geschützt werden kann.

In diesem Zusammenhang ist auch eine Veröffentlichung in der Ärzte-Zeitung vom 4.9.1996 von Interesse. Dort heißt es:

"Vitamin C wirkt bei Rauchern antiatherosklerotisch. Raucher sollten deshalb ausreichend Vitamin C zu sich nehmen. Daß dieser Rat tatsächlich sinnvoll ist, legt auch eine Studie an der Universität München nahe: Demnach bremst der Radikalfänger Vitamin C die Anheftung von Monozyten an Endothelzellen, ein entscheidender Schritt der Atherogenese, der bei Rauchern beschleunigt abläuft."

Vitamin C trägt wesentlich dazu bei, durch Zigarettenrauch entstandene reaktive Sauerstoffverbindungen (Freie Radikale) unschädlich zu machen. Daß dabei vor allem Vitamin C verbraucht wird und weniger andere Antioxidantien, etwa Vitamin E, Beta-Carotin oder Retinol, schließen Dr. Christian Weber et al. aus dem Befund, daß bei Rauchern nur der Vitamin-C-Plasmaspiegel signifikant niedriger liegt als bei Nichtrauchern, und zwar um 40 % (204).

Durch seine Fähigkeit, reaktive Sauerstoffverbindungen zu vernichten, bremst Vitamin C an einer Schlüsselposition jene entzündlichen Prozesse, die über die Lipidperoxidation schließlich in eine manifeste Atherosklerose münden.

Ein Schritt jener Reaktionskette, die Adhäsion von Monozyten an Endothelzellen, läuft bei Rauchern beschleunigt ab. Das wies Webers Arbeitsgruppe nach, indem sie isolierte Monozyten von Rauchern -Tageskonsum: ein bis zwei Packungen -und Nichtrauchern mit Endothelzellen aus Umbilicalvenen versetzte. Nach einstündiger Inkubation hatten sich die von Rauchern stammenden Monozyten um 90 % zahlreicher an die Endothelzellen geheftet als die von Nichtrauchern.

"Rückgängig machen läßt sich die verstärkte Adhäsion durch Zufuhr von Vitamin C. Nahmen die Raucher an zehn Tagen je zwei Gramm davon zusätzlich ein, stieg der Vitamin-C-Spiegel im Plasma und sank die Monozyten-Adhäsion auf Werte wie bei Nichtrauchern. Bei diesen hingegen stieg durch die gleiche Einnahme zwar der Vitamin-C-Spiegel, aber ohne irgendwelche Auswirkung auf die Adhäsion der Monozyten."

Eine Auflistung der wichtigsten Nährstoffe
für Raucher nach Kuklinsky (126):

Vitamin C Vitamin E
Vitamin B3 Zin
Selen Beta-Karotin
Cystein  


Lehnen Sie sich als Raucher nun aber keineswegs beruhigt zurück, auch wenn Sie für eine ausreichende Nährstoffzufuhr Sorge tragen. Antioxidantien können sicher die eine oder andere Schädigung wettmachen, sind aber kein Allheilmittel.