Schützt Vitamin C vor Erkrankungen
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Herz- und Gefäßerkrankungen, Schlaganfall

In verschiedenen Studien wird immer wieder deutlich gemacht, daß Vitamin C ein bedeutender Schutzfaktor vor Arterienverkalkung und somit auch vor Herzinfarkt ist (20), (80), (95), (113), (137). So zeigen Personen mit einer guten Vitamin-C-Versorgung eine niedrigere Herzinfarktrate als Personen mit einer schlechten Vitamin-C-Versorgung.

Besonders aussagekräftig ist in diesem Zusammenhang die Studie von Enström et al.: Die Autoren untersuchten ein Jahrzehnt lang 11.348 Amerikaner und stellten fest, daß die Sterberate - bedingt durch vaskuläre Herzerkrankungen - in der Gruppe mit der höchsten Vitamin-C-Einnahme am niedrigsten lag (62).

Die Liste der koronaren Risikofaktoren unter Vitamin-C-Mangel ist jedoch länger. Denn nach dem Ergebnis einer finnischen Studie ist ein Mangel an Vitamin C mit einer Erhöhung des KHK-Risikos assoziiert (155).

In die Studie waren 1.605 Männer im Alter zwischen 42 und 60 Jahren aufgenommen worden, die weder in Ruhe noch unter Belastung KHK-Symptome zeigten. Bei 91 von ihnen wurde ein Vitamin-C-Mangel ö definiert als Plasma-Ascorbat-Konzentration unter zwei Milligramm pro Liter ö gefunden. Von diesen Männern erlitten innerhalb von acht Jahren 12 einen Infarkt ö entsprechend 13,2 %. Unter den 1.514 Personen mit normalen Vitamin-C-Spiegeln bekamen 58, also 3,8 %, einen Infarkt. Die Infarkt-Inzidenz war also bei Personen mit Vitamin-C-Defizit um das 3,5fache erhöht.


Behandlungsansätze bei Arterienverkalkung

Daß Vitamin C durch antioxidative Effekte auf die Gefäßwand wirkt, lassen zudem Studien vermuten, die auf dem Mannheimer Kardiologenkongreß im Jahre 1997 diskutiert worden sind: Nach Versuchen von Professor Eberhard Bassenge und Kollegen aus Freiburg kann durch Vitamin C eine Nitrattoleranz verhindert werden (9). Auch entwickelten Personen mit Vitamin-C-Mangel eine besonders ausgeprägte Nitrattoleranz, so Bassenge. Dies paßt zu der These, daß eine verstärkte Sauerstoffradikalen-Bildung bei der Nitrattoleranz bedeutsam sein könnte.

Nitrate werden z.B. häufig bei Patienten mit Herzschwäche verordnet, um die Gefäße zu weiten und über die Entwässerung den Blutdruck zu senken. Dieses Mittel wirkt aber bei einem Großteil der Kranken nicht auf Dauer, da sich der Körper daran gewöhnt.

Es gibt Hinweise darauf, daß die Vitamine C und E vor KHK schützen. Einen möglichen Mechanismus dazu haben US-Wissenschaftler entdeckt. Die Vitamine mindern ungünstige Effekte, die ein fettes Essen auf die Endothelfunktion hat. Dies berichten Dr. Gary D.Plotnick und seine Kollegen von der Universität Maryland, School of Medicine (166).

Die Wissenschaftler haben bei Klinikbeschäftigten getestet, welchen Einfluß fettes Essen und die Anwendung von Vitaminen auf die Endothelfunktion hatten. Die Probanden aßen entweder ein 900-Kilokalorien-Frühstück mit 50 Gramm Fett oder ein Frühstück mit der gleichen Kalorienzahl ohne Fett. Als drittes wurde der Einfluß des fetten Frühstücks und die Einnahme von 1 g Vitamin C und 800 IE Vitamin E untersucht.

Ergebnis: Ein fettes Frühstück vermindert die Endothelfunktion für 2 bis 4 Stunden, nicht jedoch ein mageres Frühstück. Die eingenommenen Vitamine beseitigen den ungünstigen Einfluß auf die Endothelfunktion. Sie haben keinen Einfluß nach dem mageren Frühstück.

Fazit: Die Vitamine C und E kompensieren den Einfluß fetten Essens.

Leider gibt es noch keine übereinstimmenden, stichhaltigen Ergebnisse bezüglich der Vitamin-C-Menge, die erforderlich ist, um Arterienverkalkung und Herzinfarkt vorzubeugen. Mehra et al. empfehlen aufgrund ihrer Untersuchungen eine tägliche Einnahme von 500-1000 mg Vitamin C, um Herz- und Gefäßerkrankungen wirksam vorzubeugen (137).

Wie bereits ausgeführt, ist die oxidative Veränderung der LDL-Fettpartikelchen im Blut eine der Hauptursachen für Herz- und Gefäßerkrankungen. Vitamin C wirkt in diesem Zusammenhang vierfach (214):

Vitamin C wirkt als Antioxidans, indem es die Oxi-dation der LDL-Fettpartikelchen im Blut verhindert.
  Vitamin C senkt den Cholesterinspiegel des Blutes, was wiederum zur Folge hat, daß sich weniger LDL-Partikel bilden.
  Vitamin C fängt Freie Radikale ab, die die Fettparti-kelchen des Blutes und die Fettbestandteile der Zellmembranen schädigen können und auf diesem Weg die Entstehung von Herz- und Gefäßerkrankungen begünstigen
  Vitamin C regeneriert Vitamin E, das durch Radikale angegriffen wurde und hält damit die Radikalfängerkapazität von Vitamin E aufrecht.
Versorgung mit Vitamin C in Europa

Die antioxidative Wirkung der Ascorbinsäure wird durch epidemiologische Daten gestützt, die zeigen, daß Personen mit einer guten Ascorbinsäureversorgung eine niedrigere Herzinfarktrate haben. Außerdem zeigen mehrere Studien eine inverse Korrelation zwischen Cholesterinserumspiegel und Vitamin-C-Versorgung (62), (187), (178).

Patienten, die einen Schlaganfall erlitten hatten, ha-ben ebenfalls erniedrigte Vitamin-C-Spiegel (104), (124), (44), (170), (47), (107). Diese Befunde wurden von einer 1995 publizierten Studie erneut bestätigt.

In einer Population von 730 Frauen und Männern, die über 20 Jahre beobachtet wurden, war das Risiko eines Schlaganfalls in der Gruppe mit einer höheren Vitamin-C-Aufnahme um 50% (signifikant) geringer (76).