Unter dem
Begriff
"Grauer Star"
versteht
man eine Augenerkrankung, bei der es zu einer stetigen Verschlechterung
des Sehvermögens kommt, bis nur noch eine schattenhafte Wahrnehmung
möglich ist. Grund hierfür ist eine Trübung der Augenlinse.
Betroffen
sind insbesondere ältere Menschen (ab dem 60. Lebensjahr) - hier
spricht man dann vom sogenannten "Altersstar".
Für
das Sehen sind Licht und Sauerstoff unerläßlich. Gerade
diese beiden Faktoren aber begünstigen auch die Bildung schädigender
Sauerstoffverbindungen in Form von sogenannten Sauerstoffradikalen.
Diese werden als Hauptverursacher des Grauen Stars angesehen (214).
Der Körper
besitzt zwar eine Art "Verteidigungssystem" gegen solche
Radikale, das sogenannte "Antioxidative Orchester", das
jedoch besonders beim älteren Menschen schnell überlastet
und "erschöpft" ist. Folglich kommt es in dieser Altersgruppe
besonders häufig zur Erkrankung an Grauem Star.
Der Zusammenhang
zwischen Organdegenerationen und Antioxidantien läßt sich
leicht an der Linsentrübung des Auges nachvollziehen. Wie bereits
ausgeführt, ist das Auge wegen der Lichtintensität hohen
oxidativen Streßbelastungen ausgesetzt. Es ist deshalb mit entsprechenden
Konzentrationen der Radikalfänger Vitamin C (vgl. Kapitel III/2.),
Vitamin E und Glutathion
ausgestattet.
Die Werte
der an diesen Prozessen beteiligten radikalfangenden Enzyme
Superoxid-Dismutase, Katalase und Glutathion-Peroxidase
liegen ebenfalls höher. Letztere brauchen ausreichend Spurenelemente
(Selen, Zink, Magnesium, Kupfer).
Bei älteren
Menschen sind andererseits Nährstoffdefizite nicht selten. Am
stärksten ist der Selen-Mangel ausgeprägt, gefolgt von den
B-Vitaminen, Magnesium, Beta-Carotin, Vitamin C, Q10 u.a. Mit zunehmendem
Alter steigt die Gefahr einer Linsentrübung, besonders wenn noch
weitere Erkrankungen wie z.B. Diabetes vorliegen.
Wird eine
Linsentrübung diagnostiziert, ist auch Eigeninitiative angebracht.
Leider fühlen sich die Krankenkassen in aller Regel für
Nährstoffpräparate nicht zuständig, d.h. sie erstatten
die dafür entstehenden Kosten nicht.
In einigen
Studien konnte belegt werden, daß die Zufuhr von Vitamin C,
stärkster wasserlöslicher Radikalfänger im "Antioxidativen
Orchester", besonders die Augenlinsen vor Schädigungen durch
Radikale schützt:
So
wurde in einer Tierstudie der Zusammenhang zwischen Vitamin-C-Zufuhr
und Entwicklung von Grauem Star durch Radikale eindeutig nachgewiesen
(106).
Auch
beim Menschen sprechen verschiedene Studien dafür, daß
die Zufuhr von Vitamin C das Risiko einer Erkrankung an Grauem
Star verringert (97).
Darüber
hinaus wiesen Taylor et al. nach, daß durch Rauchen
der Körper in noch stärkerem Maße als üblich
mit Radikalen belastet wird und somit das Erkrankungsrisiko
in Bezug auf den Grauen Star noch höher einzuschätzen
ist. Ausreichende Mengen an Vitamin C können hier schützen
(195).
In
einer anderen Studie wurden Versuchsteilnehmer hinsichtlich
ihrer Blut-Ascorbinsäure-Spiegel in drei Gruppen eingeteilt.
Personen mit dem niedrigsten Ascorbinsäure-Status hatten
ein 11 mal höheres Risiko, Katarakte in der hinteren Linsenregion
zu entwickeln als die mit den höchsten Ascorbat-Spiegeln
(108).
Vitamin
C verringert das Erkrankungsrisiko an "Grauem Star" primär
dadurch,
daß es Freie Radikale im Auge rechtzeitig unschädlich macht(214).