Tagesbedarf

Nur wenn ständig Vitamin C in ausreichendem Maße zur Verfügung steht, kann es seinen vielfältigen biochemischen Funktionen, die vorhergehend dargestellt wurden, im Körper gerecht werden. Hinzu kommen noch besondere Faktoren, die der Therapie und Prävention dienen.

Ein Streitfall unter Wissenschaftlern

Schon im Jahre 1953 haben Bartley et al. angegeben, daß der Mensch am Tag mindestens 10 mg Vitamin C zu sich nehmen muß, um Skorbut zu vermeiden (13). Natürlich kann diese Empfehlung nicht als Maßstab für einen optimalen Vitamin-C-Bedarf gelten, da Skorbut die extremste Form des Vitamin-C-Mangels darstellt und in Mitteleuropa praktisch nicht mehr vorkommt.

Daß Vitamin C lebensnotwendig ist, ist ein Faktum.

In welchen Mengen das Vitamin C zugeführt werden soll, darüber sind sich die Wissenschaftler jedoch bislang noch nicht einig:

Die empfohlene tägliche Zufuhr schwankt, je nachdem ob klinisch manifeste Vitamin-C-Mängel behoben werden sollen oder aber eine optimale Versorgung zur Aufrechterhaltung aller Lebensfunktionen erreicht werden soll.
Besonders aber führen die unterschiedlichen Ansichten von Wissenschaftlern zu einer beträchtlichen Spannbreite der empfohlenen Vitamin-C-Dosis (89).

So liegt die von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfohlene Zufuhr bei etwa 60-100 mg/Tag beim Erwachsenen. Diese Empfehlungen verfolgen das Ziel, Vitamin-C-Mangelerscheinungen vorzubeugen und bewegen sich am unteren Ende der internationalen Empfehlungspalette.

Diese Menge muß mindestens zugeführt werden, damit Vitamin C seine vielfältigen Funktionen im Körper erfüllen kann.

Um jedoch auch bei Personengruppen mit einem erhöhten Vitamin-C-Bedarf sowohl eine ausreichende Vitamin-C-Versorgung gewährleisten zu können, als auch effektiv vor Erkrankungen zu schützen (bis 1,5 g) und Gesundungsprozesse herbeizuführen (bis 3 g), ist es notwendig, umzudenken. (129).

Die Vorbeugedosis ist nach Ansicht der überwiegenden Mehrheit der Orthomolekular-Mediziner immer noch zu niedrig angesetzt. Sie vertreten die Meinung, daß Vitamin C nur in höheren Mengen im Körper seinen vielfältigen Funktionen entsprechen und vor Krankheiten schützen kann. Deshalb empfehlen diese Ärzte eine Vitamin-C-Einnahme von mindestens 2 Gramm am Tag.

Die US-Nährstoffexperten Durk Pearson und Sandy Shaw vom Massachusetts Institute of Technology übertreffen mit Ihren Empfehlungen sogar die nach orthomolekularen Grundsätzen arbeitenden Ärzte: Sie fordern wirkliche "Megamengen" von 3-10 Gramm am Tag.

Der zweifache Nobelpreisträger Linus Pauling (164) propagierte eine tägliche Dosis von 5 Gramm am Tag. Er selbst nahm sogar 18 g pro Tag in Pulverform.

Cathcart hat in seinem Bericht erklärt, man könne einen "100-g-Schnupfen" nicht mit wenigen Gramm Vitamin C erfolgreich behandeln. Er stellte fest, daß die richtige Dosis Vitamin C zur erfolgreichen Behandlung einer Virusinfektion unmittelbar unter der Menge liegt, die einen weichen oder wäßrigen Stuhl verursacht. Deshalb sollte zunächst die Dosis so lange erhöht werden, bis eine laxierende Wirkung eintritt. Diese Verträglichkeitsgrenze liegt, wie er sagt, für Menschen in einem "normalen guten Gesundheitszustand" bei 4-15 g innerhalb von 24 Stunden (39).

Die Erfahrungswerte von Cameron liegen in einer ähnlichen Größenordnung (38).

Bei künstlicher (intravenöser) Ernährung wird vom Komitee der "American Medical Association" gefordert, die Zufuhr von Vitaminen nicht unberücksichtigt zu lassen. Sie empfehlen Vitamin-C-Mengen von 200 mg pro Tag bei Frauen und von etwa 180 mg pro Tag bei Männern über die Infusion (60). Da hierbei das Vitamin C als wäßrige Lösung direkt ins Blut gespritzt und nicht erst über den "Umweg" Verdauungstrakt ins Blut aufgenommen wird, kann mittels Infusion schnell ein hoher Vitamin-C-Blutspiegel erzielt werden.