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In der fortgeschrittenen Schockphase werden häufig Organe durch Radikale geschädigt. Auch in diesem Zusammenhang wurde die Rolle von Antioxidantien studiert. Zugeführte Antioxidantien können die Bildung schädigender Radikalverbindungen im Körper deutlich reduzieren. Kawasaki et al.1986 (19) stellten bei Ratten nach ischämischer Reperfusion fest, daß schädigende Radikalverbindungen in Form von Lipidperoxiden (Verbindungen von Radikalen mit den Fettbestandteilen der Zellmembran) in der mit Q10 behandelten Tiergruppe deutlich vermindert waren. Die Autoren bestimmten den Anteil an reduziertem/oxidiertem Q9 und Q10 und konnten aufgrund ihrer Untersuchung ableiten, daß exogen zugeführtes Q10 im Körper reduziert wird und so vor der Bildung von Lipidperoxiden schützt. An Mäusen lösten die Autoren durch bakterielle Toxine (Lipopolysaccharide) einen septischen Schock aus, der zu Hypoxie und Zellschädigungen führte. Abbildung 10 vergleicht den Anteil an Lipidperoxiden in der Mausgruppe ohne Q10 mit den entsprechenden Werten in der mit Q10 behandelten Gruppe. In der Mausgruppe ohne Q10 Behandlung lag die Bildung schädigender Lipidperoxide (Nachweis mittels MDA-Wert) deutlich höher als in der Mausgruppe mit Q10, wo die MDA-Bildung nahezu egalisiert ist (Abb. 10).
Abb.10: Leberzellen von Mäusen mit induziertem toxischen Schock. Einfluß von Q10 auf den Malondialdehydgehalt (MDA). (nach Kawasaki et al. 1986)(MDA-Wert dient zum Nachweis von Lipidperoxidationsprodukten Lipidperoxidationsprodukte = Verbindungen freier Radikale mit der Zellmembran) Unterstützung der ATP-BildungDie beiden Mausgruppen mit induziertem septischen Schock (Gruppe I: mit Q10, Gruppe II: Placebo) wurden von Kawasaki et al. (1986) auch hinsichtlich der gebildeten ATP-Menge verglichen. In der Mausgruppe ohne Q10 Behandlung war der ATP-Gehalt deutlich verringert (Abb.11).
Abb.11 Leberzellen von Mäusen mit induziertem toxischen Schock.
Die Autoren folgern aufgrund ihrer Ergebnisse, daß bei Schock Schädigungen primär durch die vermehrt gebildeten Radikale hervorgerufen werden. Folgen sind eine vermehrte Bildung von Lipidperoxiden mit Schädigungen der Zellmembranen, was wiederum die Energiegewinnung der Zellen beeinträchtigt und zu schweren Zellschädigungen führt. Q10 kann in diese Kaskade eingreifen, indem die Radikalbelastung nach Schock deutlich reduziert wird. Für die Schockbehandlung wäre neben der Gabe von Q10 über die Schlundsonde die Verfügbarkeit von Infusionen wünschenswert. Stabile Q10 Infusionslösungen sind jedoch noch nicht verfügbar.
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