VII
Die häufigsten Schäden
an der DNA sind Strangbrüche, chemische Veränderungen von Basen
und Quervernetzung von DNA-Strängen. Einige dieser Schäden können
durch zelluläre Reparaturmechanismen wieder behoben werden, wenn
sie nicht zu massiv auftreten. Die Zellen verfügen über zahlreiche
solcher enzymatischer Reparaturwege, die allerdings bei hohem Schädigungsgrad
der DNA auf ihre Grenzen stoßen, d.h. nicht mehr fehlerfrei ablaufen
oder aber eine Reparatur ganz unmöglich machen
(8). Die Entstehung von Krebs läßt sich als eine Anhäufung
von nicht mehr zu reparierenden Fehlern in der genetischen Information
verstehen.
Abb.3: Der Prozeß der Krebsentstehung (nach Rajewsky et al. 1992) Erläuterung: A: Ein Karzinogen tritt mit Zielzellen in Kontakt. B: Aufeinanderfolgende Schritte der Zellveränderung. Teilungsfähige Vorläuferzellen sind durch den Kontakt mit dem Karzinogen verändert (mutiert) und bilden eine kleine Population von Prä-Krebszellen. Nach weiteren genetischen und epigenetischen Veränderungen entsteht zunächst eine kleine Population maligner Zellen („Mikrotumor"). C: Stadien des Tumorwachstums. Erst ab einem Durchmesser von 0,5 - 1 cm wird ein Tumor diagnostisch erfaßbar. Zu dieser Zeit sind bereits 100 Millionen bis eine Milliarde maligne Zellen entstanden. Krebserkrankungen entwickeln sich in der Regel über Jahre, ohne daß sie in frühen Stadien bemerkt werden (nach Rajewsky, Universität GH Essen). Der einmal in Gang gesetzte Prozeß kann durch weitere Faktoren weiter betrieben und beschleunigt werden. In der Regel verläuft die Krebsentstehung über mehrere Stufen, wobei die betreffenden Zellen einer Reihe von Veränderungen unterliegen (Abb.3
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