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Krebs

Q10 als Radikalfänger

IX

Wesentliches Kanzerogen sind Sauerstoffradikale, die als Folge von Kollisionen ionisierter Wassermoleküle in der Nachbarschaft der DNA entstehen. Sauerstoffradikale (wie OH) entstehen wie andere reaktive Freie Radikale ständig als Nebenprodukte des Zellstoffwechsels. Eine erhöhte Radikalbildung ist für den Körper gleichbedeutend mit „oxidativem Streß" (19, 23). Ursache hierfür ist wiederum körperlicher und auch psychischer Streß. Die Schädigung durch radikalische Reaktionen betreffen in lebenden Systemen alle biologischen Strukturen. Hinsichtlich der Kanzerogenese scheinen die drei Strukturklassen Nucleinsäuren, Proteine und Lipide eine wesentliche Rolle zu spielen (23):

Am Kerngenom - den Nucleinsäurestrukturen - wirken Freie Radikale direkt mutagen. Sind Proto-Krebsgene oder Suppressorgene betroffen, so kann dies zur Entstehung eines Tumors führen.

Die mitochondriale DNA (mtDNA) ist besonders mutationsanfällig, da sie keine Reparaturenzyme und keine schützenden Histone besitzt. Durch Ausfall von bestimmten mtDNA-Genen (den Cytochrom-kodierenden Bezirken) werden freie Elektronen und die Radikalerzeugung in der Zelle extrem verstärkt.

Besonders gefährdet für das zerstörerische Wirken der Radikalen sind darüber hinaus die Phospholipide der Zellmenbranen. Es entstehen dabei toxische erbindungen, die Lipidperoxidationsprodukte, die wiederum die DNA modifizieren sowie Veränderungen von Ionenkanälen, Transportsystemen, Wachstumsfaktoren bewirken.

Radikale können auch direkt Proteine beispielsweise der Signalübertragungskette angreifen

Der menschliche Organismus ist den Freien Radikalen jedoch nicht schutzlos ausgeliefert, sondern besitzt Enzyme und Antioxidantien,die die Radikale unschädlich machen (19,21).Das wichtigste fettlösliche Antioxidans des Körpers ist das Coenzym Q10 (21). Dieser Nachweis wird an zahlreichen experimentellen Modellen erbracht, sowohl in vivo als auch in vitro.

Battino et al. (1) weisen die protektive Wirkung von Q10 speziell in bezug auf biologische Membranen nach: Wenn Q10 vorher extrahiert wird und die mitochondrialen Membranen einem oxidativen Angriff durch eine Gamma-Strahlenquelle ausgesetzt werden, führt dies zu einem bemerkenswerten Verlust ihrer mehrfach ungesättigten Fettsäuren. Der protektive Effekt von Q10 wird auch offensichtlich, wenn es exogenen Zellkulturen zugesetzt wird: Die Überlebensrate dieserZellen ist nach einem oxidativen Angriff doppelt so hoch, wenn Q10 im Medium zugegeben wird.

Die antiperoxidative Wirkung von Q10 wird auch bei Liposomen entsprechend nachgewiesen, die einem Radikalangriff ausgesetzt sind (20). Darüber hinaus kann Q10 aufgrund seiner antioxidativen Eigenschaften Vitamin E regenerieren (16). Vitamin E ist ebenfalls ein lipidlösliches Antioxidans. Es benötigt stets ein zweites Antioxidans, um seine eigentliche positive Wirkung zu entfalten.

Freie Radikale

Insofern wirkt Q10 als „Waffe" gegen Freie Radikale in zweierlei Hinsicht: einerseits direkt, indem es selbst als Antioxidans die Radikalbildung stoppt, andererseits indirekt durch Aktivierung des Radikalfängers Vitamin E.

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