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Proto-Krebsgene
sind keine fremden unerwünschten „Eindringlinge" der Zelle,
sondern normale, sogar lebenswichtige Zellgene. Sie spielen eine essentielle
Rolle in der Zellfunktion - hier kann angenommen werden, daß sie
unter anderem an der Kontrolle von Wachstum und Differenzierung beteiligt
sind. Ihre Expression, d.h. die Bildung ihrer Genprodukte, ist entwicklungs-
und gewebespezifisch und scheint für die normale Entwicklung einer
Zelle notwendig zu sein.
Jegliche Veränderungen dieser Produkte (Proteine) der Proto-Krebsgene können somit fatale Folgen für die Zelle haben: fundamentale Zellprozesse (wie z.B. Differenzierungsvorgänge) können irreversibel gestört werden und ursächlich mit einer Tumorgenese einhergehen. In diesem Zusammenhang wird eine Deregulation der Proto-Krebsgene als einer der wichtigsten Faktoren bei der Tumorentstehung angesehen: Proto-Krebsgene werden hierbei durch unterschiedliche Mechanismen zu Krebsgenen, den sogenannten Onkogenen „aktiviert". Als solche bewirken sie über ihre veränderten Genprodukte einen Schritt in der Tumorgenese. Mehr als 40 solcher zellulären Onkogene werden bis jetzt beschrieben. Es ist nachgewiesen, daß jedes dieser Onkogene bei Tumorerkrankungen involviert sein kann. Onkogene werden anhand eines 3-Buchstaben-Codes benannt. Viele solcher Gene konnten bereits auf bestimmten Chromosomenabschnitten präzise lokalisiert werden.
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