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Es gibt mehrere molekulare Mechanismen, die ein normales
Gen in die Rolle eines Onkogens
zwingen können. Diese normalen Gene bezeichnet man als Proto-Onkogene.
Verschiedene Aktivierungsmechanismen von Proto-Onkogenen
werden diskutiert:
Hierzu zählen zum einen Änderungen in der Basensequenz der DNA (Mutation) - die Folge ist ein qualitativ verändertes Genprodukt, das nun auch geänderte Eigenschaften aufweist. In einem solchen Fall handelt es sich häufig um sog. Punktmutationen, um den Austausch eines bestimmten Basenpaares im DNA-Strang gegen ein anderes mit der möglichen Folge des Einbaus einer falschen Aminosäure in das entsprechende Protein. (So wurde beim c-ras Onkogen aus einem menschlichen Blasentumor gegenüber dem entsprechenden Proto-Onkogen der Austausch nur eines einzigen Nucleotids festgestellt. Der Ersatz der Aminosäure Glycin durch Valin bewirkte somit eine qualitative Änderung des Genproduktes (28). Andererseits kann die Aktivierung eines Proto-Onkogens zum Onkogen auch eine quantitative Änderung der Genprodukte zur Folge haben. Dies findet sich bei Fällen, bei denen strukturelle Umbauten zwischen verschiedenen Chromosomen (Translokation) mit dem Tumorwachstum einhergehen. Hierbei wird zum Beispiel ein Proto-Onkogen verlagert und mit der regulatorischen Region eines Immunglobulin-Gens zusammengebracht. Dadurch wird das Proto-Onkogen vermehrt transkribiert, es arbeitet sozusagen plötzlich „wie auf Hochtouren". Dieser Mechanismus ist beispielsweise beim menschlichen Burkitt-Lymphom nachgewiesen. Der gleiche Deregulationsmechanismus findet sich auch in Tumorzellen, die durch Viren transformiert werden. Hierbei können Proto-Krebsgene mit der regulatorischen Region des Virusgenoms gekoppelt werden und arbeiten wie ein aktives virales Gen auf „Höchstleistung". Das Gen steht unter der Regulationskontrolle des Virus und wird stärker exprimiert als an seiner ursprünglichen zelleigenen Position. So eine Überaktivität von Genen kann auch auf eine Genvervielfachung, d.h. Amplifikation, zurückgehen. Dadurch wird das Proto-Onkogen ebenfalls übermäßig exprimiert und wirkt dadurch transformierend. Beim Neuroblastom des Kindesalters wird häufig eine Amplifikation des n-myc-Gens beobachtet (4), (26).
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