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Coenzym Q10 unterstützt das schwache Herz

Anwendung von Q10 als Energielieferant bei Herzproblemen

III

Wenn unser Herz schlägt geschieht folgendes: durch Zusammenziehen der unteren Kammern des Herzmuskels wird Blut in die Arterien gepumpt (systolische Phase). Nach einem kurzen Moment der Ruhe (normalerweise weniger als 1/3 Sekunde), füllt sich das Herz wieder mit Blut (mit 200-400 ml), wobei sich der Herzmuskel weit ausdehnen muß (diastolische Phase). Dieser Vorgang geschieht normalerweise 50 bis 90 Mal pro Minute.

Liegt nun eine diastolische Dysfunktion vor, so ist der Herzmuskel nicht mehr in der Lage, sich auszudehnen und zu füllen. Obwohl die systolische Funktion intakt ist, sind hier erste Anzeichen von Herzfehlern festzustellen. Oben genannte Symptome wie Erschöpfung und Brustbeschwerden können einer Stauungsinsuffizienz um Jahre vorausgehen.

Da für das Füllen des Herzens viel mehr Energie benötigt wird als für das Leeren, ist die Anwendung von Q10 als wesentlichem Energielieferanten logisch. Bei einer Langzeitstudie (P. H. Langsjoen et al., 1994) erhielten 424 Patienten über acht Jahre täglich 240 mg CoQ10. 58% der Patienten verbesserten sich in den o. g. ‘NYHA Klassen’ um eine Stufe, 28% um zwei und 1,2% konnten sich gar um drei Stufen verbessern. Auch stellte sich bei dieser Studie interessanterweise heraus, daß 43 Prozent der Teilnehmer eines von drei bisher eingenommenen Medikamenten absetzen konnten.

Es wurde eindrucksvoll bewiesen, wie gefahrlos und effizient Q10 bei der Behandlung von Herzkrankheiten, insbesondere auch bei Stauungsinsuffizienz und/oder diastolischen Dysfunktionen eingesetzt werden kann. Außerdem zeigte sich, wie wichtig es ist, die Q10-Basiswerte zu berücksichtigen.

Die bislang negativste und (deshalb?) leider auch am meisten zitierte Studie über die Anwendung von CoQ10 bei Herzkrankheiten wurde von B. Permanetter et al. (1992) aufgestellt. Die Patienten erhielten eine Tagesdosis von 100 mg; Verbesserungen konnten nicht festgestellt werden. Sinatra (Q10-Forscher und Kardiologe) erwähnt aber zwei entscheidende Mankos der Studie: Zum einen wurden die Q10 Werte weder vor noch während der Behandlung kontrolliert, so daß die Aufnahmefähigkeit nicht nachgewiesen werden konnte. Außerdem waren die Patienten sämtlich solche der ‘NYHA Klassen’ I-III, bei welchen die Ejektionsfraktion nur um max. 16% vom Normalwert abwich. Klasse IV - Patienten, die stärkere Symptome aufgewiesen hätten, wurden nicht in die Protokolle aufgenommen.

Schweregrad_Herzerkrankung
Schweregrad_Herzerkrankung Schweregrad_Herzerkrankung Schweregrad_Herzerkrankung

NYHA New York Heart Association
Einteilung der Schweregrade von Herzkranken
von I - IV

Die Studie unterstreicht also vielmehr die folgenden entscheidenden Fragen:

Welche Q10 Dosis ist bei welchen Symptomen effizient? Wie wird Q10 von den einzelnen Patienten aufgenommen? Welche Faktoren unterstützen oder limitieren die Q10 Aufnahme?

In zwei von Sinatra et al. aufgestellten Studien (1997; 1998) wurde festgestellt, daß sich der Q10-Spiegel im Blut bei einer täglichen Dosis von 120 mg auf nur 1.5 m g/ml erhöhte. Obwohl dieser Wert dreimal so hoch ist wie der Normalwert, der bei 0.5-0.6 m g/ml liegt, haben Nachforschungen ergeben, daß der Wert bei mindestens 2.5 m g liegen muß - je höher desto besser -, um therapeutische Wirkung erzielen zu können. Sinatra erwähnt, daß er, sollte der Patient auf die normale Dosis von 90-150 mg nicht ansprechen, diese auch verdoppeln oder verdreifachen würde, je nach Symptomen.

Die Funktionstüchtigkeit des Herzens beruht auf der Gesundheit der Zellen. Obwohl viele Faktoren mit einwirken, ist ein Energiedefizit in den Zellen wohl die Hauptursache für Herzfehler. Sinatra schreibt:


„Die meisten Ärzte, ich inklusive, versuchen die Schlagfähigkeit des Herzens mit Medikamenten zu erhöhen, aber wir müssen erst realisieren, daß der Herzmuskel eine Ansammlung von Milliarden individueller Zellen ist. Alle diese Zellen brauchen einen optimalen Zuschuß an Q10, um Defizite in der Energieproduktion ausgleichen zu können."

Gewebekonzentrationen von Coenzym Q10 (µg/g)

Herz 114,0
Nieren 66,5
Leber 54,9
Bauchspeicheldrüse 32,7
Gehirn 13,4
Magen 10,7

Die hohe Konzentration im Herzen läßt sich dadurch erklären, daß die auf Sauerstoff basierende Energieproduktion in den Zellmitochondrien stattfindet. Da das Herz ständig aktiv ist, ist es bei Q10 Mangel besonders anfällig gegenüber freien Radikalen. Doch sollte der Nutzen von Q10 nicht nur bei seiner oxidationshemmenden Fähigkeit gesehen werden, sondern auch bei seiner Unterstützung bioenergetischer Prozesse. Da Q10 Mangel vielschichtige Ursachen haben kann - insbesondere fortgeschrittenes Alter - ist es nicht unverantwortlich, eine Therapie mit Q10 als beste Verteidigung gegen Stauungsinsuffizienz zu werten, was die aufgeführten Studien unterstreichen.

 

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