III
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Seit den bahnbrechenden Studien der Japaner in den späten 60er Jahren hat es mindestens 15 randomisierte kontrollierte Untersuchungen gegeben, die insgesamt 1 366 Patienten mit sowohl primären als auch sekundären Formen des Myokard-Versagens einbezogen. Die erste randomisierte kontrollierte Untersuchung durch Hashiba et al. im Jahre 1972, die 197 Patienten einbezog, dokumentierte wesentliche Verbesserungen bei Anwendung von 30 mg CoQ10 pro Tag (21). Ähnliche Beobachtungen wurden in anderen kontrollierten Untersuchungen durch Iwabuchi et al. gemacht, wo ebenfalls 30 mg des oralen CoQ10 bei 38 Patienten mit Herzversagen zugeführt wurde (24). Die erste kontrollierte Untersuchung in der idiopathisch erweiterten Kardiomyopathie in den Vereinigten Staaten wurde von Per Langsjoen 1985 veröffentlicht, der 100 mg des CoQ10 pro Tag bei 19 Patienten mit double-blind-crossover-design und drei Monate Behandlungdauer einsetzte (34). Bemerkenswerte Verbesserungen wurden sowohl bei der Ausstoßfraktion (ejection fraction) als auch beim funktionellen Status beobachtet. Drei kontrollierte Untersuchungen im Jahre 1986 durch van Fraechem et al., Judy et al., und Schneeberger et al. bestätigten diese Resultate, wobei wieder 100 mg des CoQ10 pro Tag zur Anwendung kamen (25), (71), (81). 1990 dokumentierten Oda et al. die Normalisierung von belastungsinduzierter Herzfunktionsstörung bei 40 Patienten mit Mitralklappenvorfall, nachdem sie ein double-blind-Placebo-kontrolliertes Studienmodell verwendet hatten (60). 1991 zeigten Rossi et al. wesentliche Verbesserungen bei der ischämischen Kardiomyopathie bei 20 Patienten, die 200 mg CoQ10 pro Tag einnahmen (68). Pogesi et al. dokumentierten bemerkenswerte Verbesserungen bei der Myokardfunktion bei 20 Patienten mit entweder ischämischen oder idiopathisch erweiterten Kardiomyopathien (idiopathic dilated cardiomyopathies), indem 100 mg des CoQ10 pro Tag eingesetzt wurden (65). Judy et al. randomisierten 180 Patienten, die alle 100 mg CoQ10 pro Tag versus Placebo erhielten und stellten signifikante Verbesserungen beim Langzeitüberleben bei Patienten fest. Die Patienten wurden über einen Zeitraum von 8 Jahren beobachtet (26). Die einzige kontrollierte Untersuchung, die keinen Erfolg beim Herzversagen zeigte, wurde von Permanetter et al. 1992 veröffentlicht (64). Es war eine Studie, die besonders die idiopathisch erweiterte Kardiomyopathie bei 25 Patienten mit normalem Herzaufbau durch Herz-Katheterisierung analysierte. Nach einer zweimonatigen Stabilisierungsperiode wurden die Patienten entweder mit Placebo oder CoQ10 für eine Dauer von vier Monaten in einem double-blind-crossover-Modell behandelt. Keine wichtige Verbesserung bei der Ausstoßtoleranz oder der Messung der Myokardfunktion konnte demonstriert werden. Mögliche Ursachen für das Fehlen der therapeutischen Wirksamkeit des CoQ10 bei dieser Untersuchung verdient eine Diskussion. Obwohl die 100 mg CoQ10 proTag-Dosis, die bei dieser Untersuchung verwendet wurde, eine dreifache Steigerung des Plasma-Q10-Spiegels bei gesunden Freiwilligen bewirkte, wurden die Plasmaspiegel bei den Patienten während der Untersuchung nicht gemessen, so daß es denkbar ist, daß viele dieser Kardiomyopathie-Patienten eine geringe Absorption des CoQ10 gehabt haben können und deshalb nur eine Mindeststeigerung bei ihren Plasma-Q10-Spiegeln gehabt haben dürften. Eine andere Sache ist, daß alle vorhergehenden Untersuchungen bei der Herzfunktionsstörung Patienten mit einer Mischung verschiedener Krankheitsursachen enthielten, die häufig Patienten mit ischämischer Herzkrankheit einschlossen. In den letzten Jahren ist klar geworden, daß die ischämischen Kardiomyopathie-Patienten mit lebensfähigen aber schwachen Myozyten oft die dramatischsten Verbesserungen bei CoQ10-Ergänzung zeigen (Beobachtungen der Autoren), was wahrscheinlich mit der großen Belastung durch freie Radikale im ischämischen Gewebe in Zusammenhang steht. Weiterhin wurde die Dauer der idiopathischen erweiterten Kardiomyopathie vor dem Einsatz von CoQ10-Ergänzung in dieser Studie nicht spezifiziert und ist insofern von beträchtlicher Bedeutung, da jene Patienten, die kurz nach der Diagnose der erweiterten Kardiomyopathie behandelt wurden, die meisten Verbesserungen zeigten im Gegensatz zu den Patienten mit lang anhaltender erweiterter Kardiomyopathie, die häufig minimale Veränderungen zeigten, was vermutlich zum allmählichen Verlust der Myozyten bei dieser Krankheit mit einer sich daraus verdünnenden und faserigeren Muskelschicht des Herzens zusammenhängt. 1993 dokumentierten Rengo et al. klinische und echokardiographische Verbesserungen bei 60 Patienten, die mit 100 mg CoQ10 sieben Monate lang behandelt wurden (66). Die größte kontrollierte Untersuchung bisher wurde 1993 durch Morisco et al. veröffentlicht, wo 641 Patienten nach dem Zufallsprinzip ausgesucht wurden, um entweder Placebo oder 2 mg/kg Körpergewicht CoQ10 pro Tag in einer einjährigen double-blind-Studie zu erhalten (51). 118 Patienten in der Placebo-Gruppe mußten wegen Herzfunktionsstörungen im darauffolgenden Jahr hospitalisiert werden, verglichen mit den 73 in der mit CoQ10-Gruppe behandelten Gruppe. Zusätzlich zur offensichtlichen Verbesserung in der Lebensqualität dieser Patienten hat die Verminderung des Hospitalisierungsrate eine große Bedeutung beim wachsenden Problem der Eindämmung der Kosten im Gesundheitswesen. Ein Jahr später, im Jahre 1994, dokumentierten Morisco et al. wesentliche Verbesserungen bei der Ausstoßfraktion, beim Herzschlagvolumen und bei der Herzleistung, die mit Hilfe der Radionuklidabtastung bei sechs Patienten gemessen wurde, die mit 150 mg CoQ10 pro Tag in einem double-blind-crossover-Studienmodell behandelt wurden (52). Im Jahre 1995 veröffentlichten Swedberg et al. eine Studie mit 79 Patienten mit schwerer chronischer Herzfunktionsstörung, deren geringe Ausstoßfraktion in Ruhe 22% ± 10% war (75). Es gab eine geringe aber wichtige Verbesserung bei der Volumenbelastungs-Ausstoßfraktions-Messung und eine wesentliche Verbesserung bei der Einschätzung der Lebensqualität. Eine Meta-Analyse der kontrollierten Studien über Herzfunktionsstörungen durch Soja et al. demonstrierte signifikante Verbesserungen bei der Messung der Herzfunktion (73).
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