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Die Haut als...

.......als Speicherorgan 

Die Haut ist aber auch Speicherorgan. Neben Flüssigkeit, Salzen, Kochsalz und Zucker kann der Mensch im Fettgewebe der Subkutis, also dem Unterhautzellgewebe, bis zu 15 kg Fett speichern. Das Fett hat die Aufgabe, den Körper gegen mechanische und physikalische Schädigungen zu schützen. Gleichzeitig ist sie damit Fettreservoir.


.......als Wärmeregler

Das Wärme- und Kälteempfinden der Haut wird über sogenannte Wärme- und Kältepunkte gesteuert, die in die Haut eingelagert sind. Man weiß, daß es etwa die zehnfache Menge der Wärmepunkte an Kältepunkten gibt. Dies erklärt auch, warum sich eine kalte Hautstelle auch leichter lokalisieren läßt als eine warme. Die Wärmerezeptoren sind bis zu zwei Millimeter tief in die Lederhaut eingebettet, während die Kälterezeptoren ganz dicht unter der Oberhaut angesiedelt sind. Hierin erklärt sich auch die Tatsache, daß beleibte Menschen tiefe Temperaturen als ebenso kalt empfinden als weniger beleibte. Ihre isolierende Fettschicht ist erst im tiefer liegenden Unterhautzellgewebe gespeichert.

Bei der Wärmeregelung selbst zieht sich die Haut in der Kälte zusammen. Dabei wird Talg ausgepreßt. Beide Funktionen, also das Zusammenziehen der Haut und die damit einhergehende Einfettung durch austretenden Talg, verhindern einen Verlust an Wärme. Ist die Wärmeeinwirkung hingegen stark, dehnt sich die Haut aus; die Gefäße erweitern sich also. Gleichzeitig werden die Schweißdrüsen tätig. Die Verdunstungskühle des Schweißes vermindert die äußere Körpertemperatur. Ein notwendiger Ausgleich gegen eine Überhitzung des Körpers wird so geschaffen.

Diese stark vereinfachte Darstellung der Wärme-/Kälteregulierung provoziert die Frage, wie der gesunde Körper es schafft, die Körpertemperatur konstant bei 37 Grad zu halten?

Dabei spielen die oben bereits genannten Wärme-/Kältepunkte, auch Thermorezeptoren genannt, als Temperaturfühler in Zusammenarbeit mit dem Thermostat des Körpers die entscheidende Rolle. Dieser Thermostat sitzt im Kopf und ist das Zentrum der Temperaturregulation im Zwischenhirn. Hier werden die Meldungen der Wärme-/Kältepunkte eingespeist und von diesem Thermostaten wird auch die Bluttemperatur gemessen. Werden hier Abweichungen von der Norm festgestellt, wird das Kreislaufsystem zu Gegenmaßnahmen veranlaßt. Bei erhöhter Körpertemperatur erweitern sich die Arterien in der Haut. Es kann mehr Blut hindurchfließen und mehr Wärme nach außen abstrahlen. Reicht das nicht zur Regulierung aus, werden zusätzlich die arteriovenösen Anastomosen "zugeschaltet". Es sind dies Geflechte aus kleinen Arterien und Venen in der Haut, durch die im Normalfall nur etwa 100 Milliliter Blut per Quadratmeter fließen können. Öffnen und erweitern sie sich, können durch die gleiche Fläche etwa 2 Liter Blut fließen. Dadurch kann entsprechend mehr Wärme abgestrahlt werden. Sinkt hingegen die Temperatur im Körperinnern zu stark, ziehen sich die Arterien zusammen, so daß die Durchblutung vermindert wird und weniger Wärme abgegeben wird.

Reichen diese Maßnahmen nicht aus, werden vom Regulationszentrum im Zwischenhirn andere Mechanismen in Kraft gesetzt. Bei Kälte kommt es im Körper zu unwillkürlichen Bewegungen der Skelettmuskulatur; der Mensch beginnt zu zittern. Der Grundumsatz wird erhöht und die Wärmeproduktion des Körpers erheblich gesteigert. Bei großer Hitze wird die Tätigkeit der Schweißdrüsen angeregt. Die Verdunstung des Schweißes bringt dem Körper, wie bereits dargestellt, Kühlung. Mehr als 2 Millionen Schweißdrüsen sind gegebenenfalls hier beteiligt.


.......als Absonderungsorgan

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Die Ausscheidung des Schweißes entlastet die Tätigkeit der Nieren und viele körperfremde Stoffe werden mit ausgeschieden. Die Schweißabsonderung entzieht dem Körper auch Kalorien. Es wurde festgestellt, daß es exakt 580 Kalorien pro Liter Schweiß sind. Der Schweiß selbst besteht zu 99 Prozent aus Wasser. Den Rest machen Mineralstoffe wie Natrium, Chlor und Kalium aus. Hinzu kommen einige organische Substanzen, von denen Harnstoff und Milchsäure besonders zu erwähnen sind.

Der Schweiß selbst ist geruchlos. Erst wenn Bakterien Substanzen des Schweißes auf der Haut zersetzen, entsteht Körpergeruch, der individuell von Mensch zu Mensch verschieden ist.

Wird bei großer Hitze zu viel Schweiß abgesondert, kann es durch den Verlust von Mineralstoffen zu Mangelerscheinungen kommen. Weil dem Nerven- und Kreislaufsystem dann Natrium fehlt, kommt es zu Müdigkeit verbunden mit Antriebsschwäche, Kopfschmerzen oder sogar Muskelkrämpfen.

An einem zweiten Absonderungsprozeß des Körpers sind die Talgdrüsen beteiligt. Der von ihnen gebildete Hauttalg fettet die Oberhaut ein und hält sie damit geschmeidig. Außerdem wird so die Haut vor Austrocknung geschützt. Zusätzlich wird durch die Haut etwa 4 - 5 Prozent Kohlendioxyd ausgeschieden. Der weitaus überwiegende Teil der Ausscheidung von Kohlendioxyd erfolgt über Atmung.


.......als Aufnahmeorgan

Eine weitere Funktion der Haut ist die eines Aufnahmeorgans. Hierbei muß man die Konstitution der jeweiligen Stoffe unterscheiden. Fettlösliche Stoffe durchdringen in Emulsionsform die Oberhaut leicht. Dies gilt auch für gasförmige Substanzen.

Die Funktion als Aufnahmeorgan nutzt auch die Medizin immer mehr. Denken sie nur an die transdermalen therapeutischen Systeme. Das sind Pflaster, die auf die Haut geklebt werden und aus denen gleichmäßig der Wirkstoff durch die Haut sickern und vom Blut weiter transportiert werden kann. Dazu sind allerdings nur Substanzen mit guter Fettlöslichkeit und geringem Molekulargewicht geeignet.

Wasser hingegen läßt die Haut nur oberflächlich quellen. Vom gesamten Sauerstoffbedarf des Körpers nimmt die Haut nur etwa 1 Prozent auf. Dadurch sind die Zellen der Epidermis von einer Sauerstoffzufuhr über die Gefäße von innen heraus zum Teil unäbhängig.

Ein anderes Transportmittel für Wirkstoffe sind die Liposomen, deren Funktionsweise an anderer Stelle dieser Schrift bereits besprochen ist.

Andere Möglichkeiten, die Haut als Aufnahmeorgan zu nutzen, werden noch weiter erforscht seit man weiß, daß die Haut Medikamente nicht nur passiv durchdringen können, sondern daß sie aktiv durch die Mithilfe von Enzymen die Struktur einiger Wirkstoffe verändern kann. Als Beispiel mag hier Kortison gelten. Es wird bei Entzündungen aufgetragen und in der Haut zum physiologisch bedeutsameren Cortisol umgewandelt.

.......als Stoffwechselorgan

Unsere Haut steht in einer permanenten Stoffwechselbeziehung mit dem ganzen Körper. Der Stoffwechsel wird daher grundlegend und maßgeblich vom altersbedingten Aufbau der Haut, von der Ernährung, den enzymatischen und hormonalen Funktionen und vom vegetativen Nervensystem beeinflußt. Gleiches gilt für die Reaktionslage, also die Lage, die durch eine Gegenwirkung oder durch eine durch etwas hervorgerufene Wirkung entsteht

.......als Bildungsort von Antikörpern

Wie wir wissen, ist für die Entstehung von Allergien die Fähigkeit der Haut ausschlaggebend, Antikörper zu bilden. In den Kapiteln über "Die Haut als Immunsystem" und die "Neurodermitis" sind diese Vorgänge eingehend geschildert.

.......als Empfindungsorgan

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Die Haut ist in starkem Maße mit Nervenelementen des zentralen und autonomen Nervensystems durchzogen. Die auf die Haut wirkenden Reize werden durch die Rezeptoren (Reizempfänger) aufgenommen. Etwa vier Millionen Rezeptoren sind es, die in der Haut Wärme, Kälte, Berührung, Druck oder Schmerz wahrnehmen. Alle Empfindungen werden gezielt zum Hirn weitergeleitet. Dort werden diese Meldungen empfangen und ausgewertet, was zur entsprechenden Umsetzung führt; beispielhaft seien spontane Reflexe der Muskulatur oder Steuersignale für die Funktion anderer Organe erwähnt. Es ist also eine durchaus lebenserhaltende Funktion, die diese Rezeptoren innehaben.

Zu den Rezeptoren gehören auch die freien Nervenendigungen, die als sogenannte Nozizeptoren beispielsweise für die Wahrnehmung von Schmerzen zuständig sind. Es sind hauchdünne Nervenfasern von nicht einmal einem tausendstel Millimeter Dicke. Andere Rezeptoren sind anders aufgebaut. Sie tragen die Namen ihrer Entdecker. Einige Beispiele: Ruffinische Körperchen, Krausesche Endkolben; die beiden sind für die Wärme- und Kälteempfindung zuständig. Oder die Meissner-, Vater-Pacini-Körperchen und Merkel-Tastscheiben, die als Mechanorezeptoren arbeiten und Druck- und Berührungsreize empfangen und weitergeben. Manche der Rezeptoren scheinen allerdings ein Doppelleben zu führen, d.h. sie scheinen für mehrere Empfindungsreize zuständig zu sein.

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