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VI
.......als Immunorgan
Auf einer Tagung am 22.Oktober 1994 in Würzburg
wies die Deutsche Gesellschaft für Umwelt- und Humantoxokologie (DGUHT)
darauf hin, daß jeder vierte Deutsche ein angegriffenes Immunsystem
hat und unter Allergien leidet. Die wachsende Zahl dieser Erkrankungen
ist Ausdruck einer beständig steigenden Ansammlung von Schadstoffen
im Körper. Immer mehr Menschen leiden am MCS-Syndrom (Multiple chemical
sensitivity), einer Empfindlichkeit gegen giftige Chemikalien in Luft,
Wasser und Nahrungsmitteln. Auch japanische Studien haben gezeigt, daß
durch Schadstoffbelastung die Anfälligkeit für Allergieerkrankungen
steigt. Äußerst interessant ist in diesem Zusammenhang eine
Untersuchung aus der sich ergab, daß im Gegensatz zu relativ unbelasteten
Gebieten in schadstoffbelasteten Regionen ein erhöhtes Auftreten
von Neurodermitis festgestellt wurde.
Aber es sind nicht nur die Chemikalien, die den
Menschen krank machen. Es können auch andere natürliche Faktoren
wie z.B. das Sonnenlicht sein, die als schädigende Umwelteinflüsse
in Betracht kommen. Diese Schadstoffe treten auch über die Haut in
unseren Körper ein und fordern tagtäglich eine gigantische Abwehrleistung
unseres Immunsystems, das überfordert ist, wenn es nicht gezielt
unterstützt wird. Das Coenzym Q10 stellt durch seine elementare Multifunktion
bei der Universalität bioenergetischer Zellprozesse, exogen und endogen
angewandt, eine ideale Hilfe dar, das Immunsystem zu stabilisieren und
funktionstüchtig zu erhalten.
Betrachten wir nun das Immunsystem Haut etwas näher.
Nach wissenschaftlicher Erkenntnis stellt die Haut nicht nur eine passive
Umhüllung unseres gesamten Organismus dar, sondern sie ist ein aktives
Organ im Verbund des peripheren Immunsystems. Die Haut ist wie kaum ein
anderes Organ den Umwelteinflüssen ausgesetzt und steht somit auch
im steten Wechselspiel mit der Außenwelt. Die Haut soll den Organismus
vor schädlichen externen Einflüssen schützen, indem sie
eine mechanische Barriere aufbaut. Im Idealfall ist sie undurchdringlich
für Viren, Bakterien und Pilze. Kleine bis kleinste Verletzungen
machen sie aber immer wieder leicht zugänglich für Krankheitserreger
verschiedenster Art. Können diese sich ungehindert ausbreiten und
vermehren, greifen sie leicht auf andere Organe über und verursachen
Krankheiten. Genau davor aber kann uns ein intaktes Immunsystem der Haut
schützen; denn sind Krankheitserreger einmal unter die Haut gelangt,
lösen sie gleich eine Abwehrreaktion aus, die sich gegen alles richtet,
was dem Körper fremd ist und ihm gefährlich werden kann.
Die Haut bildet nicht nur eine mechanische Barriere
gegen die Außenwelt, sondern stellt auch ein immunologisches Abwehrorgan
dar. Zu diesem hautassoziierten Immunsystem gehören eine Vielzahl
von Zellen und Strukturen, die die permanente Unterstützung von Co
Q10 benötigen. Dies um sie laufend mit Energie zu versorgen und um
sie vor der schädigenden Peroxidation durch Radikale (Oxidantien)
zu schützen.
Das Immunorgan Haut hat u.a. auch zwei "Abwehrspezialisten",
die es nur in der Haut gibt. Es sind dies die Keratinozyten und die Langerhans-Zellen,
die bereits im Jahre 1868 von dem deutschen Arzt Paul Langerhans entdeckt
wurden. Etwa 90 Prozent der Zellen in der Oberhaut werden von den Keratinozyten
gestellt, die den Hornstoff Keratin bilden. Aus ihm besteht die äußere
Schicht der Haut. Die Keratinozyten produzieren einen Wirkstoff, der unausgebildete
weiße Blutkörperchen zu einsatzbereiten T-Lymphozyten reifen
lassen kann. Dieser Wirkstoff entspricht dem Hormon Thymopoietin aus der
Thymusdrüse, die ein wichtiges Organ des lymphatischen Systems -
einem Teil des Immunsystems - ist. Sie ist verantwortlich für die
Entwicklung und Differenzierung der T-Lymphozyten.
Bei den T-Lymphozyten wird unterschieden zwischen
den:
T-Helferzellen, die die Aufgabe haben, andere
Zellen des Immunsystems zu informieren und aktivieren;
T-Suppressorzellen, die Intensität und
Richtung der Immunabwehr kontrollieren und davon abhalten, daß körpereigenes
Gewebe angegriffen wird;
T-Killerzellen, die von Viren befallene Zellen
und auch Krebszellen angreifen und zerstören sollen;
T-Gedächtniszellen, die in der Lage sind, anhand bestimmter Merkmale
eines Zellangriffs aus der Vergangenheit bei einem erneuten Erfordernis
unverzüglich im Abwehrsystem Alarm zu schlagen.
Die Langerhans-Zellen haben eine doppelte Funktion
für das Immunsystem der Haut. Sie fangen eingedrungene Schadstoffe
und melden den Vorgang an das Abwehrsystem. Zusätzlich beteiligen
sie sich in ihrer Eigenschaft als sog. Freßzellen an der Vernichtung
der Erreger. In einem Quadratmillimeter unserer Haut finden sich etwa
800 Langerhans-Zellen.
Betrachtet man nur diese aufgeführten Aufgaben
der Zellen unserer Haut, so wird schon deutlich, wie wichtig die Gesunderhaltung
dieses flächenmäßig größten und schwersten
Körperorgans ist, um seine Funktionsfähigkeit zu erhalten.
Die Ausführung der Schutzfunktion der Haut
ist ohne das Coenzym Q10 undenkbar. Sind zu geringe Co Q10-Reserven in
den Hautzellen vorhanden, leidet die Zelle unter Atemnot oder stirbt sogar
ab.
Dr.med.J.C.Simon von der Universitäts-Hautklinik
Freiburg hat in einer Arbeit, u.a. veröffentlicht in "Fortschrittliche
Medizin", 112.Jg.(1994), Nr.20-21, unter dem Titel "Die Haut
- ein Immunorgan", die folgenden Aussagen gemacht, die wegen ihrer
Bedeutung hier vollumfänglich zitiert werden:
"Nach heutigem Verständnis ist die Haut
nicht nur passive Hülle unseres Organismus, sondern ein aktives Organ
im Verbund des peripheren Immunsystems. Eine enge Assoziation von Haut
und Immunsystem erscheint sinnvoll, denn die Haut steht wie kaum ein anderes
Organ im steten Wechselspiel mit der Außenwelt. Die Haut schützt
den Organismus vor schädlichen externen Einflüssen, indem sie
zunächst eine mechanische Barriere aufbaut, die relativ undurchlässig
für Umweltpathogene ist.

Schutzfunktionen
Zwei "Verteidigungslinien"
Sollten die Schadstoffe jedoch diese "erste
Verteidigungslinie" überwinden, sehen sie sich bald einem "zweiten
Verteidigungswall", dem Immunsystem, gegenübergestellt. Um eine
effektive Abwehr zu garantieren, muß das Immunsystem die Eindringlinge
früh, d.h. möglichst noch in der Haut, erkennen. Aus diesem
Grund ist die Haut in ein hoch spezialisiertes kutantes Abwehrsystem eingebunden,
welches genau den regionalen Erfordernissen angepaßt ist ein eigenes
Kompartement innerhalb des Immunsystems darstellt.
Dieses kutante System wurde in Anlehnung an andere
regionale Immunnetzwerke, z.B. im Darm oder in den Bronchien, "Skin-associated-lymphoid
tissue (SALT)" genannt. Das "SALT" ist jedoch nicht nur
an der physiologischen Bekämpfung von Schadstoffen, sondern auch
an pathologischen Veränderungen, z.B. durch T-Lymphozyten vermittelte
entzündliche oder maligne Hautkrankheiten (Ekzeme, Psoriasis, Autoimmunkrankheiten,
Lymphome) beteiligt. Eine genauere Kenntnis der zellulären Bestandteile
des "SALT" bietet somit den Schlüssel zum besseren Verständnis
der Pathogenese dieser Hautkrankheiten.
Kutanes Immunsystem ("SALT")
Zelluläre Bestandteile
Langerhans-Zellen sind potente Immunzellen, die
sich in normaler Epidermis in typischer suprabasaler Lokalisation befinden.
Langerhans-Zellen stammen aus dem Knochenmark und sind durch ihre dendritische
Morphologie,
die Ausprägung spezifischer Oberflächenmoleküle (z.B. MHC
Klasse I, II oder CD 1 a-Moleküle) (Anmerkung: MHC = Major Histocompatibility
Complex = Haupt-Gewebeverträglichkeitskomplex) und ultrastrukturelle
Charakteristika (Birbeck-Granula) gekennzeichnet.
Ihre Hauptaufgabe ist die Induktion T-Zell-vermittelter Immunantworten
vom verzögerten Typ (Typ-IV-Reaktionen) in der Haut (z.B. allergische
Kontaktekzeme oder Transplantatabstoßungen). Darüber hinaus
können Langerhans-Zellen aber auch Immunantworten gegen bakterielle,
virale oder Tumor-Antigene auslösen.
Keratinozyten machen den Hauptteil der Zellen in
der Epidermis aus und spielen für die Immunfunktion der Haut eine
wichtige Rolle. Sie können ausgezeichnet phagozytieren und produzieren
eine Vielzahl von immunmodulierenden Zytokinen und Chemotoxinen. Ferner
können "aktivierte" Keratinozyten MHC-Klasse-II-Antigene
und Adhäsionsmoleküle exprimieren, denen eine entscheidende
Funktion bei der Bindung von T-Lymphozyten (z.B. bei der Psoriasis, bei
verschiedenen Ekzemen oder beim Lupus erythematodes) zukommt. In der Tat
liegen Keratinozyten und T-Lymphozyten bei dieses Hautentzündungen
in engem Kontakt. Dies ist zum einen Ausdruck einer zytotoxischen Attacke
durch aktivierte T-Zellen, denn häufig liegen T-Lymphozyten neben
zerstörten Keratinozyten. Andererseits beobachtet man auch intakte
Keratinozyten neben proliferierenden T-Zellen. Möglicherweise können
diese Keratinozyten die T-Zellen aktivieren.
Ortsständigkeit bestimmter Lymphozytenpopulationen
T-Lymphozyten kommen nicht nur in entzündeter,
sondern auch in normaler Haut vor, interessanterweise beobachtet man dort
so gut wie nie B-Lymphozyten. Die Mehrzahl der T-Zellen liegt in der Dermis
in der Umgebung dermaler Gefäße, ein Teil jedoch auch in der
Epidermis ("epidermotrope" T-Zellen). Sie bilden innerhalb der
Gesamtmasse von Lymphozyten eine distinkte Subpopulation, die bevorzugt
in die Haut einwandert und ein bestimmtes Glykoprotein trägt, welches
durch den HECA-452 Antikörper erkannt wird ("skin-homing-T-cells").
Nach unserer heutigen Vorstellung verbleiben diese
T-Zellen für einige Zeit in der Haut, verlassen sie dann über
die afferenten Lymphbahnen und gelangen nach Durchwanderung der peripheren
Lymphknoten in die Zirkulation. Nach unterschiedlichen Zeiträumen
rezirkulieren diese T-Zellen wieder in die Haut. Dort stehen sie bereit,
um Antigene, welche in die Haut eindringen, zu erkennen und zu bekämpfen;
dies manifestiert sich klinisch als Hautentzündung, z.B. Ekzeme,
Psoriasis, Lichenruber.
Produktionszentren für zahlreiche Mediatoren
Endothelien sind in der Dermis lokalisiert und
kleiden die dermalen Blutgefäße aus. Die Kontinuität dieser
Endothelauskleidung ist in den dermalen Papillen und Haarfollikeln durch
Spalträume, sog."Endothelfenster" unterbrochen. Sie ermöglichen
den raschen Austausch von Zellen und Molekülen zwischen Blut und
Haut. Der erfolgt je nach Größe und Transmigration, Endo- bzw.
Exozytose oder spezialisierte Kanäle. Endothelzellen synthetisieren
eine Vielzahl von immunmodulierenden Mediatoren, welche die Adhäsion
und Aktivierung von Immunzellen, die Blutgerinnung und den Gefäßtonus
steuern. In der Frühphase einer Entzündung kommt es als Folge
einer erhöhten Endothelpermeabilität zum Plasmaaustritt (Ödem).
Später werden die Endothelien aktiviert und bereiten die nachfolgende
Immunantwort vor, indem sie T-Zell-aktivierende Zytokine sezernieren und
Oberflächenmoleküle (z.B. MHC-Klasse-I-, II- sowie Adhäsionsmoleküle)
exprimieren, welche die Anheftung, Aktivierung von Immunzellen und deren
Auswanderung ins Gewebe steuern. Außerdem sind dermale Endothelien
maßgeblich an der Rekrutierung von Haut-spezifischen T-Zellen ("skin-homing
T-cells", s.o.) beteiligt.
Afferente Lymphgefäße durchziehen die
Dermis in einem dichten Netz und stellen die Verbindung von der Haut zu
den übrigen Organen des Immunsystems her. Zum Beispiel wandern T-Zellen,
Langerhans-Zellen oder Makrophagen über die afferenten Lymphbahnen
aus der Haut aus und erreichen die peripheren Lymphknoten, wo sie auf
Antigen-präsentierende Zellen oder T-Zellen treffen. Von dort gelangen
sie über die Zirkulation in weitere lymphatische Organe.
Gewebsmakrophagen und dendritische Zellen finden
sich in normaler Haut in der Dermis in perivaskulärer Lokalisation.
In Entzündungen nimmt ihre Zahl dramatisch zu, dann beobachtet man
auch ihre Immigration in die Epidermis. Gewebsmakrophagen und dermale
dendritische Zellen wurden früher kollektiv als "Histiozyten"
bezeichnet. Beide Zelltypen unterscheiden sich jedoch trotz ihres gemeinsamen
Knochenmark-Ursprungs sowohl morphologisch als auch funktionell.
Gewebsmakrophagen können wegen ihrer excellenten
Phagozytosefähigkeit große Partikel (z.B. Fremdkörper,
Bakterien, Parasiten) eliminieren und sind daher entscheidend an der Bildung
von Granulomen beteiligt. Hingegen haben sich dendritische Zellen auf
die Aktivierung von T-Zellen spezialisiert und stellen möglicherweise
die dermalen Vorläufer der epidermalen Langerhans-Zellen dar.
Mastzellen liegen im Bindegewebe der Dermis in
der Nähe von Gefäßen und Nervenfasern. Ultrastrukturelles
Charakteristikum der Mastzelle sind ihre zahlreichen zytoplasmatischen
Granula, die verschiedene vasoaktive und chemotaktische Mediatoren (z.B.
Histamine, Leukotriene) proteolytische Enzyme und Proteoglykane enthalten.
Nach Stimulation werden diese Stoffe aus der Granula freigesetzt.
Am besten untersucht ist die IgE-vermittelte Degranulation:
Mastzellen binden IgE-Moleküle über hochaffine Rezeptoren auf
ihre Oberfläche. Quervernetzung dieser Komplexe durch Allergene oder
Anti-IgE-Antikörper führt zur augenblicklichen Entleerung der
Granula. Die Freisetzung der darin enthaltenen Entzündungsmediatoren
löst eine anaphylaktische Reaktion vom Soforttyp (Typ-I-Reaktion)
mit erhöhter Gefäßpermeabilität und Ödem aus.
Klinisch manifestiert sich dies als Urtikaria oder Angioödem. Daneben
spielen Mastzellen aber auch bei Immunreaktionen vom verzögerten
Typ (Typ-IV-Rekation, Ekzem) eine Rolle.
Verlauf einer Immunantwort
Beispiel: allergisches Kontaktekzem
Die Mehrzahl von chronischen Entzündungen,
die primär in der Haut entstehen, werden durch T-Lymphozyten vermittelt.
B-Lymphozyten spielen hier nur eine untergeordnete Rolle. Der Verlauf
einer solchen Immunreaktion soll am Beispiel des allergischen Kontaktekzems
erläutert werden, dessen Pathogenese gut untersucht ist.
Nach unserer heutigen Vorstellung unterscheidet
man bei der Entstehung des allergischen Kontaktekzems zwei zeitlich aufeinanderfolgende
Phasen: die Induktion (Immunisierung) und die Expression (Auslösung).
Induktion: Nach dem ersten Kontakt mit der Haut
penetrieren kleinmolekulare Kontaktallergene durch das Stratum corneum,
binden an epidermale Proteine (vermutlich auf Keratinozyten). Erst durch
diese Kopplung (Haptenisierung) werden Kontaktallergene für das Immunsystem
erkennbar und können an Langerhans-Zellen binden. Die Allergen-beladenen
Langerhans-Zellen wandern aus der Epidermis aus und gelangen über
afferente Lymphbahnen in die peripheren Lymphknoten, wo sie die Kontaktallergene
an spezifische T-Lymphozyten präsentieren.
Als Folge werden diese T-Lymphozyten aktiviert,
teilen sich, entwickeln sich zu "Gedächtniszellen" und
werden ins Blut ausgeschwemmt. Auf dem Blutwege wandern diese spezifischen
Gedächtniszellen durch alle Organe, insbesondere auch durch die Haut.
Dort stehen sie bereit, um das Allergen bei erneutem Kontakt zu erkennen
und zu bekämpfen.
Expression: Bei erneuter Exposition mit den Kontaktallergen
spielen Langerhans-Zellen nicht mehr die zentrale Rolle, die sie während
der Induktion innehatten. Nach Penetration in die Epidermis bindet das
Allergen zunächst an Keratinozyten. In dieser Frühphase, der
sog. "Irritansphase", beobachtet man bereits Entzündungszeichen
mit einem Influx von T-Lymphozyten, was vermutlich durch "aktivierte"
Keratinozyten ausgelöst wird.
Hiernach gelangen die Kontaktallergene aber auch
an Langerhans-Zellen, dermale Makrophagen und dendritische Zellen, welche
sie an Allergen-spezifische T-Lymphozyten in der Haut präsentieren.
Diese T-Zellen teilen sich daraufhin sehr rasch und wirken einerseits
zytotoxisch und greifen Epidermalzellen direkt an. Andererseits setzen
sie Botenstoffe, sog. Zytokine, Frei, welche Keratinozyten, Endothelzellen,
Mastzellen, Gewebsmakrophagen, dendritische Zellen und Eosinophile aktivieren.
Darüber hinaus fördern sie die Einwanderung weiterer T-Zellen
in die Haut. Die konzertierte Aktion dieser Zellen löst dann eine
Entzündungsreaktion aus, die sich klinisch als typisches Kontaktekzem
darstellt.
Systemische Immunreaktionen
Manifestationsort von Autoimmunerkrankungen
Bisher hat sich diese Übersicht auf Immunantworten,
die primär in der Haut entstehen und auf die Haut beschränkt
bleiben, konzentriert. Die Haut kann aber auch Schauplatz systemischer
Immunreaktionen werden. So ist die Haut häufiger Manifestationsort
von systemischen Autoimmunerkrankungen wie Lupus erythematodes, Sklerodermie
oder Dermatomyositis.
Ein weiteres Beispiel ist die nach allogenen Knochenmarktransplantationen
auftretende "Transplantat-gegen-Wirt-Reaktion", bei der die
transplantierten Immunzellen die Organe des Empfängers attackieren.
Hier zählen entzündliche Hautveränderungen zu den Frühmanifestationen
der Erkrankung.
Weiterhin kann die Haut auch Zielorgan einer fehlgeleiteten
humoralen Immunität sein. Beispiele hierfür sind Immunkomplex-Vaskulitiden
oder durch antiepidermale Antikörper ausgelöste bullöse
Dermatosen wie z.B. Pemphigus vulgaris, bullöses Pemphigiod, Dermatitis
herpetiformis, SLE und bullöse Dermatosen.
Ausblick
Dieser Artikel hat versucht, einen aktuellen Überblick
über die facettenreiche Funktion der Haut als Immunorgan zu geben.
Das Wissen um die Immunfunktion der Haut wird uns entscheidende neue Einblicke
in die Pathogenese von umweltbedingten, systemischen und autoimmunulogischen
Hautkrankheiten geben. Es ist zu erwarten, daß solche Erkenntnisse
der dermato-immunologischen Forschung zur Entwicklung neuer und spezifischer
Therapieformen dieser Krankheiten beitragen." Ende des Zitats.
In diese oben beschriebenen Vorgänge greift
das Coenzym Q10 ein, weil es ein integraler Bestandteil der Zellen und
damit ihrer vielfältigen Funktionen im Immunsystems ist. Wenn die
Immunität gering ist, dann sind auch die Reserven an Co Q10 stark
vermindert. Wird die Konzentration des Co Q10 erhöht, so wird gleichzeitig
das Potential unseres gesamten Immunsystems - und die Haut ist ein wesentlicher
Bestandteil davon - erhöht. In wissenschaftlichen Studien wurde festgestellt,
daß CoQ10 die Aktivierung der Makrophagen stimuliert; das sind Zellen,
die eine Schlüsselfunktion im Immunsystem zur Abwehr fremder Stoffe
haben, die immerwährend unsere Haut attackieren. (Erklärung:
Makrophagen sind zu den weißen Blutkörperchen gehörende
Zellen, die im Knochenmark als Monozyten (im Blut zirkulierende, zu den
weißen Blutkörperchen gehörende phagozytierende Zellen
= Freßzellen, die ins Gewebe und die Organe wandern) heranreifen
und in Gewebe und Organen als besonders wirksame Freßzellen aktiv
werden; dies geschieht dort, wo Fremdkörper, Zelltrümmer oder
Mikroorganismen wie z.B. Bakterien eliminiert werden müssen. Im Immunsystem
arbeiten Makrophagen eng mit Lymphozyten zusammen).
Eine deutliche Gefahr droht unserer Gesundheit
ständig von tierischen Parasiten, die ihre Attacken auch über
die Haut einleiten. Normalerweise gelingt es dem körpereigenen Abwehrsystem,
die Parasiten aufzuhalten. Ist aber das Immunsystem geschwächt, kann
es zu Erkrankungen kommen. Eine solche Schwächung kann durch Viren
verursacht werden. Hier das bekannteste Beispiel: der HIV-Virus. "Die
Hälfte der Aids-Patienten stirbt an Parasiten, die beim gesunden
Menschen eher harmlos sind", erklärte Professor Dr.Heinz Mehlhorn,
Parasitologe an der Ruhr-Universität in Bochum. Auch Medikamente,
die gegen eine Krankheit helfen - etwa Kortison - können gleichzeitig
die Abwehrkraft des Körpers herabsetzen. Professor Mehlhorn wies
darauf hin, daß sich durch die Entwicklung über Jahrhunderte
hinweg der Körper auf die heimischen Parasiten eingestellt habe.
Aber bei Reisen in fremde Regionen bestehe ein größeres Risiko,
an den dort heimischen Erregern zu erkranken.
Auch hier wird also deutlich, wie wichtig es ist,
unser Immunsystem von innen und außen sorgsam zu pflegen und zu
schützen. Die drei vitalen Funktionen von Co Q10 greifen hier voll:
Es ist Energiespender, schützt alle Organe vor Sauerstoffradikalen
und dient der Erhaltung der Funktionsfähigkeit der Körperzellen
durch Membranstabilisierung.


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