V
Die Aufgaben der Haut 

.......als Schutzorgan

Die Aufgaben der Haut als Schutzorgan sind darin zu sehen, daß sie sich gegen mechanische, physikalische oder chemische Einflüsse und Reize von außen schützt.

Dazu bedient sie sich zunächst einmal der Hornschicht. Diese schützt vor Verletzungen, die durch Reibung oder Druck entstehen können. Chemische und physikalische Reize werden durch ihren Fettgehalt abgeschirmt, der aus fetthaltigen Stoffen des Hauttalges und frei werdendem Hornfett gebildet wird.

Licht und Wärme werden am Eindringen in die Haut durch die Einlagerung des Hautpigmentes in die Basalschicht und durch die reiche Ausbildung des oberflächlichen Gefäßnetzes im wesentlichen gehindert. Zumindest wird dieser Einfluß aber stark gemindert. Ein weiteres wichtiges Regulativ sind beim Wärmeschutz die Schweißdrüsen der Haut, die durch die Absonderung von Schweiß Verdunstungskälte entstehen lassen.

Der Säureschutzmantel der Haut wird im wesentlichen durch freie Fettsäuren und bei der Verdunstung zurückbleibender Säurerestbestände des Schweißes gebildet. Der Säureschutzmantel wirkt als körpereigene Bakterienschranke zur Abwehr von Infektionen.

Die gesunde Haut besitzt aber auch eine körpereigene und körperspezifische Bakterienflora. Als natürlicher antibiotischer Bakterienschutz wirkend, können hier Fremdkeime in ihrem Wachstum gehemmt werden. Wenn die naturgegebene mikrobielle Ökologie der Bakterienflora endogen oder exogen verändert wird, kann die antibiotische Abwehrkraft erheblich gestört werden. Sie erneut zu mobilisieren, muß dann Aufgabe einer gesunden Hautpflege sein.

Der wichtigste Störfaktor für die Bakterienflora kommt sicherlich von außen. Es ist das zu häufige Reinigen der Haut mit alkalischen Seifen. Obwohl natürlich hierbei auch die Fremdkeime abgespült werden, können diese sich jedoch schneller wieder ansiedeln und auf die Haut einwirken. Dazu nutzen sie die Zeit bis zur Wiederherstellung des normalen physiologischen Keimgleichgewichts der Haut.

Ein weiterer bedeutender Störfaktor, der verantwortlich ist für ein Ungleichgewicht der Keimflora der Haut, ist die häufige Durchführung von Desinfektionen des Körpers, wozu auch die Anwendung von Desodorierungsmitteln und Antibiotika zu zählen sind.

Zur Hautflora gehören relativ wenige Arten von Bakterien. Überwiegend sind Staphylokokken, Sarcinen und in den Talgdrüsen Anaerobier angesiedelt. Ihre Anzahl ist gewaltig. Es sind bis 10 Billionen auf der gesamten Haut. Die Keimzahl selbst ist individuell verschieden; sie hängt von den Eigenschaften der Haut und auch von den persönlichen Eigenheiten der Körperpflege ab. Am dichtesten sind sie an warmen und feuchten Hautstellen anzutreffen. Hier finden sie ein Mikroklima vor, das ihnen sehr gutes Gedeihen gewährleistet.

Neben den hautansässigen Keimen siedeln sich auch regelmäßig Fremdkeime an. Sie gelangen mit dem Schmutz und dem Staub der Umwelt auf unsere Haut.

Die Bakterien bilden aus den Nährstoffen, die sie primär aus Absonderungen der Talg- und Schweißdrüsen sowie aus abgestoßenen Hornzellen der Haut erhalten, Säuren, die die Grundlage des Säureschutzmantels bilden. Hinzu kommen allerdings noch Milchsäure aus dem Schweiß, Fettsäuren aus dem Talg und die Pyrrolidoncarbonsäure aus den Hornzellen. Der Säureschutzmantel stellt für die meisten Fremdkeime ein ungünstiges Umfeld dar, so daß sie auf der Haut keine Chance der Vermehrung bzw. Ausbreitung haben. Sie sterben relativ schnell ab.

Eine weitere wichtige Aufgabe des Säureschutzmantels der Haut ist es, dafür Sorge zu tragen, daß die Oberhaut nicht zu viel Wasser verliert und austrocknet.

Der Säurewert der Haut wird in ihrem pH-Wert ausgedrückt. Dieser Wert gilt als Maßstab für die Konzentration von Wasserstoffionen. Die Werte-Skala reicht von pH 1 (Salzsäure) bis pH 14 (Natronlauge). Wasser hat einen Normalwert von pH 7. Man kann sagen, daß bei einem gesunden Menschen der Säurewert der Hautoberfläche zwischen pH 4 und pH 7 schwankt. Das Ideal liegt im Körperdurchschnittswert eng bemessen zwischen 5,4 und 5,9. Die Werte selbst schwanken auf der Körperoberfläche stark. Im Bereich der ekkrinen Schweißdrüsen liegen sie normalerweise zwischen 3,8 und 5,6, während sie in Bereichen apokriner Drüsen sogar leicht im alkalischen Bereich, also über 8 liegen können.

Die Bakterien der Haut regulieren dieses Säureumfeld ihres Lebensraumes selbst, so daß jede Körperreinigung mit handelsüblichen Seifen, die mit einem pH-Wert von 9-12 als stark alkalisch anzusehen sind, das notwendig saure Milieu zerstören. Eine gesunde Haut egalisiert diesen Zustand innerhalb von ca. 2 Stunden wieder. Da viele Seifen, Cremes und Lotionen aber Konservierungsstoffe enthalten, werden dadurch eine Vielzahl nützlicher Bakterien abgetötet. Bei der Auswahl der Hautpflegemittel ist also mit äußerster Sorgfalt vorzugehen. Im übrigen sollte man sich darüber klar sein, daß ein Zuviel an Hygiene für eine gesunde Haut nicht förderlich ist. Wer sich regelmäßig und häufig intensiv mit Reinigungsmitteln glaubt pflegen zu müssen, schadet auf Dauer gesehen der Hautflora, gibt den vielen Angreifern von Außen eine Chance, den Säureschutzmantel zu durchdringen. Ein solcher Zustand der Haut fördert Hautunreinheiten, denn vor allem die Propioni-Bakterien können sich um so besser vermehren, je mehr Seife auf die Haut kommt. Und sie sind es, die an der Aknebildung mitverantwortlich sind.

Weitere Schutzfaktoren unserer Haut sind die Lysozyme, die spezielle Bakterien durch Auflösen ihrer Zellwände zerstören und freie Fettsäuren, die von den Talgdrüsen ausgeschieden werden. Die Undecylensäure soll auch nicht unerwähnt bleiben, ist sie doch eine körpereigene Waffe gegen krank machende Pilze.

 

Vitamin C Phaona mit Langzeitwirkung