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Die Aufgaben der Haut
.......als Schutzorgan
Die Aufgaben der Haut als Schutzorgan sind darin
zu sehen, daß sie sich gegen mechanische, physikalische oder chemische
Einflüsse und Reize von außen schützt.
Dazu bedient sie sich zunächst einmal der
Hornschicht. Diese schützt vor Verletzungen, die durch Reibung oder
Druck entstehen können. Chemische und physikalische Reize werden
durch ihren Fettgehalt abgeschirmt, der aus fetthaltigen Stoffen des Hauttalges
und frei werdendem Hornfett gebildet wird.
Licht und Wärme werden am Eindringen in die
Haut durch die Einlagerung des Hautpigmentes in die Basalschicht und durch
die reiche Ausbildung des oberflächlichen Gefäßnetzes
im wesentlichen gehindert. Zumindest wird dieser Einfluß aber stark
gemindert. Ein weiteres wichtiges Regulativ sind beim Wärmeschutz
die Schweißdrüsen der Haut, die durch die Absonderung von Schweiß
Verdunstungskälte entstehen lassen.
Der Säureschutzmantel der Haut wird im wesentlichen
durch freie Fettsäuren und bei der Verdunstung zurückbleibender
Säurerestbestände des Schweißes gebildet. Der Säureschutzmantel
wirkt als körpereigene Bakterienschranke zur Abwehr von Infektionen.
Die gesunde Haut besitzt aber auch eine körpereigene
und körperspezifische Bakterienflora. Als natürlicher antibiotischer
Bakterienschutz wirkend, können hier Fremdkeime in ihrem Wachstum
gehemmt werden. Wenn die naturgegebene mikrobielle Ökologie der Bakterienflora
endogen oder exogen verändert wird, kann die antibiotische Abwehrkraft
erheblich gestört werden. Sie erneut zu mobilisieren, muß dann
Aufgabe einer gesunden Hautpflege sein.
Der wichtigste Störfaktor für die Bakterienflora
kommt sicherlich von außen. Es ist das zu häufige Reinigen
der Haut mit alkalischen Seifen. Obwohl natürlich hierbei auch die
Fremdkeime abgespült werden, können diese sich jedoch schneller
wieder ansiedeln und auf die Haut einwirken. Dazu nutzen sie die Zeit
bis zur Wiederherstellung des normalen physiologischen Keimgleichgewichts
der Haut.
Ein weiterer bedeutender Störfaktor, der verantwortlich
ist für ein Ungleichgewicht der Keimflora der Haut, ist die häufige
Durchführung von Desinfektionen des Körpers, wozu auch die Anwendung
von Desodorierungsmitteln und Antibiotika zu zählen sind.
Zur Hautflora gehören relativ wenige Arten
von Bakterien. Überwiegend sind Staphylokokken, Sarcinen und in den
Talgdrüsen Anaerobier angesiedelt. Ihre Anzahl ist gewaltig. Es sind
bis 10 Billionen auf der gesamten Haut. Die Keimzahl selbst ist individuell
verschieden; sie hängt von den Eigenschaften der Haut und auch von
den persönlichen Eigenheiten der Körperpflege ab. Am dichtesten
sind sie an warmen und feuchten Hautstellen anzutreffen. Hier finden sie
ein Mikroklima vor, das ihnen sehr gutes Gedeihen gewährleistet.
Neben den hautansässigen Keimen siedeln sich
auch regelmäßig Fremdkeime an. Sie gelangen mit dem Schmutz
und dem Staub der Umwelt auf unsere Haut.
Die Bakterien bilden aus den Nährstoffen,
die sie primär aus Absonderungen der Talg- und Schweißdrüsen
sowie aus abgestoßenen Hornzellen der Haut erhalten, Säuren,
die die Grundlage des Säureschutzmantels bilden. Hinzu kommen allerdings
noch Milchsäure aus dem Schweiß, Fettsäuren aus dem Talg
und die Pyrrolidoncarbonsäure aus den Hornzellen. Der Säureschutzmantel
stellt für die meisten Fremdkeime ein ungünstiges Umfeld dar,
so daß sie auf der Haut keine Chance der Vermehrung bzw. Ausbreitung
haben. Sie sterben relativ schnell ab.
Eine weitere wichtige Aufgabe des Säureschutzmantels
der Haut ist es, dafür Sorge zu tragen, daß die Oberhaut nicht
zu viel Wasser verliert und austrocknet.
Der Säurewert der Haut wird in ihrem pH-Wert
ausgedrückt. Dieser Wert gilt als Maßstab für die Konzentration
von Wasserstoffionen. Die Werte-Skala reicht von pH 1 (Salzsäure)
bis pH 14 (Natronlauge). Wasser hat einen Normalwert von pH 7. Man kann
sagen, daß bei einem gesunden Menschen der Säurewert der Hautoberfläche
zwischen pH 4 und pH 7 schwankt. Das Ideal liegt im Körperdurchschnittswert
eng bemessen zwischen 5,4 und 5,9. Die Werte selbst schwanken auf der
Körperoberfläche stark. Im Bereich der ekkrinen Schweißdrüsen
liegen sie normalerweise zwischen 3,8 und 5,6, während sie in Bereichen
apokriner Drüsen sogar leicht im alkalischen Bereich, also über
8 liegen können.
Die Bakterien der Haut regulieren dieses Säureumfeld
ihres Lebensraumes selbst, so daß jede Körperreinigung mit
handelsüblichen Seifen, die mit einem pH-Wert von 9-12 als stark
alkalisch anzusehen sind, das notwendig saure Milieu zerstören. Eine
gesunde Haut egalisiert diesen Zustand innerhalb von ca. 2 Stunden wieder.
Da viele Seifen, Cremes und Lotionen aber Konservierungsstoffe enthalten,
werden dadurch eine Vielzahl nützlicher Bakterien abgetötet.
Bei der Auswahl der Hautpflegemittel ist also mit äußerster
Sorgfalt vorzugehen. Im übrigen sollte man sich darüber klar
sein, daß ein Zuviel an Hygiene für eine gesunde Haut nicht
förderlich ist. Wer sich regelmäßig und häufig intensiv
mit Reinigungsmitteln glaubt pflegen zu müssen, schadet auf Dauer
gesehen der Hautflora, gibt den vielen Angreifern von Außen eine
Chance, den Säureschutzmantel zu durchdringen. Ein solcher Zustand
der Haut fördert Hautunreinheiten, denn vor allem die Propioni-Bakterien
können sich um so besser vermehren, je mehr Seife auf die Haut kommt.
Und sie sind es, die an der Aknebildung mitverantwortlich sind.
Weitere Schutzfaktoren unserer Haut sind die Lysozyme,
die spezielle Bakterien durch Auflösen ihrer Zellwände zerstören
und freie Fettsäuren, die von den Talgdrüsen ausgeschieden werden.
Die Undecylensäure soll auch nicht unerwähnt bleiben, ist sie
doch eine körpereigene Waffe gegen krank machende Pilze.

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