|
I Eine Vielzahl von Wirkstoffen - so jedenfalls die Kosmetikindustrie - soll unserer Haut ewige Frische verleihen. Selbst die Wiederherstellung verflossener Jugend wird versprochen. Doch leider sind die meisten dieser Verjüngungsstoffe für unsere Haut völlig ungeeignet, diese Effekte zu erreichen. Blicken wir wenige Jahre zurück. Haben die Waschmittelhersteller nicht mit jedem neu auf den Markt kommenden Pulver noch ein weißeres Weiß versprochen? Ist das wirklich wichtig, auch wenn der Verbraucher den Weißgrad mit dem Auge nicht mehr erkennen kann, sondern dazu vielmehr komplizierte Meßgeräte benötigt werden? Ist es nicht wichtiger, Mittel anzuwenden, die die Gewebestruktur beim Waschvorgang optimal schonen? Ähnlich verhält es sich mit vielen auf dem Markt befindlichen Kosmetikpräparaten, die eben gerade keine Tiefenwirkung zur Gesunderhaltung der Haut haben und nur kurzfristig der Eitelkeit ihrer Benutzer entgegen kommen. Frau und Mann bemerken das Naturgesetz des Alterns zuerst an ihrer Haut, die sich nicht mehr optimal regenerieren kann. Fältchen werden sichtbar. Beschleunigt wird dieser Prozeß durch stressigen Lebenswandel, Nikotin und Alkohol und nicht zuletzt durch intensive Sonnenbäder. Es verwundert nicht, daß die Milliardenindustrie Kosmetik dem natürlichen Bedürfnis der Menschen - nämlich ihren Körper jung zu erhalten - mit ihrem Bestreben nachkommt. Aber allen Werbesprüchen zum Trotz konnte der natürliche Alterungsprozeß bislang nicht aufgehalten werden. Statt der Haut zu helfen, werden häufig genug Cremes und Lotionen angeboten, die der Haut sogar eher schaden. Fett kann durchaus hilfreich sein. Sehr fettige Produkte ziehen aber nur schwer in die Haut ein. Eine Lotion, basierend auf einer wesentlich fettärmere Öl-in-Wasser-Emulsion, ist da schon eher eine Alternative. Sie ist sicherlich kein Problem bei jugendlicher, gesunder oder fettiger Haut. Sie wird aber zum Problem bei trockener, gestreßter oder Altershaut. Eine solche Lotion zieht zwar schnell in die Haut ein und das in ihr enthaltene Wasser läßt die Hornschicht kurzfristig aufquellen; dies ist aber nur eine vorübergehende Erscheinung. Da das Wasser schnell wieder verdunstet, ist die Haut in der Regel anschließend trockener als zuvor. Es kommt entscheidend auf die Inhaltsstoffe anBeispielhaft ist die häufig enthaltene Hyaluronsäure zu erwähnen. Produkte mit diesem Wirkstoff sind völlig ungeeignet, die Fältchenbildung zu bremsen oder diese gar verschwinden zu lassen. Der Grund ist einfach und nicht widerlegbar. Da die Moleküle der Hyaluronsäure größer sind als die Zellzwischenräume der Hornschicht der Haut, ist ein Eindringen bis in lebende Hautbereiche unmöglich, geschweige denn ein Vorstoß zum Bindegewebe der Lederhaut. Doch gerade hier entstehen die Falten. Hier muß der eigentliche Wirkungsbereich von außen aufgetragener Präparate liegen. Werbeaussagen, daß Präparate mit Hyaluronsäure der Haut neue Energie zuführen oder gar zur Zellneubildung beitragen, lassen sich durch absolut nichts beweisen und haben keinerlei wissenschaftliche Grundlage. Entscheidend ist also, daß die in einer Creme enthaltenen Wirkstoffe die oberflächlichen Hautschichten durchdringen können, um dann die heilsame Wirkung entfalten zu können. Ein Problem bei vielen Cremes, Lotionen, Duschbädern
und Shampoos ist auch der mangelnde Schutz vor mikrobiellem Verderb. Um
sie vor dem frühzeitigem Verderben zu schützen, sind Konservierungsmittel
notwendig. Diese führen aber häufig, da sie oft längere
Zeit auf der Haut verbleiben, zu Reizungen. Andere Präparate, wie
z.B. Fettcremes, können zwar kaum mikrobiell verderben, sind aber
durch Oxidation gefährdet; sie können ranzig werden. Allerdings
haben bestimmte ätherische Öle antibakterielle Wirkungen, Alkohol
desinfiziert.
|