Ubichinon Q10 und Neurodegenerationen

III

Nicht nur die Mitochondrien, sonder alle Membranen gewinnen ihre Dynamik über die Q10-abhängige NADH-cytochrom-c-dehydrogenase. Dies hat gewichtige Folgen, denn durch die Aufrechterhaltung der physiologischen Membranfluidität wird die Steuerung der Ionenkanäle gewährleistet; auch die Bildung der Ionenkanalproteine ist Ubichinon Q10-abhängig.

In diesem Zusammenhang sind auch die Forschungsergebnisse in Bezug auf die Membranwirkungen am Golgi-Apparat interessant:

- Zuschneiden der Neurotransmitter und Speicherung
- Vesikelbildung (budding, Transportform der Neurotransmitter)
- Vesikelbildung der Nervenwachstumsfaktoren;
    diese Zelleistungen hängen in erheblichem Umfang von der Ubichinon Q10-Konzentration ab.

Prof. C .Hübner, Universität Hamburg (14), zeigte an Patienten mit Mevalonat-Kinase-Mangel, daß die verminderte Bildung von Ubichinon Q10 zu schwersten neurologischen Ausfällen führen kann.

Faszinierend ist die Erkenntnis, daß mitochondriale Defekte durch eine energetische Überbrückung mit Ubichinon Q10 ausgeglichen werden können. Zellen in Zellkulturen, denen die Mitochondrien entnommen wurden, überleben, wenn ihnen hohe Konzentrationen von Ubichinon Q10 angeboten werden. Die Zellen bilden nämlich die Energie für das Überleben über die Q10-abhängige, membranständige NADH-cytochrom-c-dehydrogenase. Diese Überbrückungsstrategie haben insbesondere F. M. Beal, Massachusetts General Hospital, Boston und F. L. Crane, Purdue University, Lafayette, untersucht.

In viele Bereiche der Medizin wie Allgemeinmedizin, Innere Medizin, Kinderheilkunde, Neurologie usw. hat Ubichinon Q10 Einzug gehalten. Viele Erkrankungen in der Neurologie sind mit Veränderungen der Mitochondrien assoziiert, wie M. Parkinson, M. Alzheimer, M. Huntington, ALS und Kearns Sayre Syndrom.

Das Hirn ist ein Organ mit hohem Stoffwechsel. Vor allem sein Sauerstoffumsatz ist eine enorme Radikalquelle. Im Juni 1991 fand in Paris eine Expertendiskussion zum Thema „Freie Radikale im Gehirn: Altern, neurologische und mentale Störungen" statt. Es wurde damals bereits eine Liste von Erkrankungen/Störungen vorgelegt, bei denen Oxidantien eine wesentliche Rolle spielen.

Parkinson-Krankheit
Alzheimer-Krankheit
Schlaganfall
Alkoholismus
Hirntrauma
epileptische Anfälle
Multiple Sklerose
Schizophrenie
Down Syndrom
Progerie
Werner Syndrom
Kokainismus
Aids
Sauerstroffinhalationstherapie
Schock
Hirnödem
Demenz
entzündliche Erkrankungen

Nach heutigen Erkenntnissen reicht diese Liste bei weitem nicht aus.

 

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