Änderungen der Plasma-Coenzym Q10-Spiegel während der Statin-Behandlung bei Hypercholesterinämie -Patienten

Bericht vom Q10-Kongreß

der International Coenzym Q10 Association
in Frankfurt am Main 12/200

Autoren:
Yasushi Saito, Hiroshi Kubo, Hideaki Bujo, Yorihiro Yamamoto Institute: Second Department of International Medicine, Chiba University, Chiba, Japan Department of Chemistry and Biotechnology, University of Tokyo, Japan

Statine, HMG-CoA-Reductase-Hemmer, werden jetzt häufig wegen ihrer starken Cholesterinsenkungswirkung bei der Behandlung von Patienten mit Hypercholesterinämie eingesetzt. Vor kurzem wurden spezielle Wirkungen von Statinen, wie Anstieg von Adhäsionsmolekülen in endothelialen Zellen, Hemmung der glatten Muskelzellproliferation gemeldet. Jedoch sind die detaillierten Mechanismen dieser Wirkungen noch unklar. Statine hemmen die Mevalonatproduktion, und dies beeinflußt die Mevalonatmetaboliten wie Coenzym Q. (Anm.: Eine Hemmung der Movalonatproduktion bedeutet zugleich eine Hemmung der Biosynthese von Q10, da die Mevalonsäure ein gemeinsamer Baustein von Q10 und Cholesterin ist.)
Um die Wirkung von Statinen auf hypercholesterinämische Patienten zu prüfen, haben wir die Spiegel von freiem Cholesterin, Cholesteryl-Estern und die reduzierten und oxidierten Formen des Coenzyms Q10 im Plasma von 8 Patienten gemessen. Die Plasma-Spiegel von totalem Cholesterin betrugen zu Beginn und nach 4 und 8 Wochen der Therapie 254 ± 71, 210 ± 52 und 198 ± 55 mg/dl. Eine 22 %ige Reduktion des Plasma-Spiegels beim totalen Cholesterin bestätigte nach der Therapie von 8 Wochen die Cholesterinsenkungswirkung.

Ebenso stellten wir Zeitverlaufsänderungen in den Plasma-Spiegeln des totalen Coenzyms Q10 fest; sie betrugen 1,33 ± 0,46, 1,03 ± 0,28 und 0,93 ± 0,22; sie zeigten eine 31%ige Abnahme an. Jedoch blieb der Prozentsatz der oxidierten Form des Coenzyms Q10 beim totalen Coenzym Q10 (% CoQ10) - eine gute Markersubstanz für oxidativen Streß - zunächst bei 2,0 ± 0,8, 2,0 ± 1,3 und 2,4 ± 0,7 % konstant. Dies zeigt, daß eine 8-wöchige Statin-Therapie keine signifikante Zunahme des oxidativen Stresses verursachte. Weitere Studien werden durchgeführt, um die Wirkungen der Statin-Therapie bei längeren Behandlungsperioden zu beurteilen.

(Anm.: Bei Q10-Forschern gilt als unumstritten, daß eine Statin-Behandlung mit gleichzeitiger Substitution von Q10 erfolgen sollte. Die jüngst bekannt gewordenen Todesfälle nach Statin-Behandlung sollten hierbei nicht in Vergessenheit geraten. Vgl. unsere Veröffentlichung aus dem August 1998: Cholesterinsenkung mit Lovastatin von Prof.J.Hattersly, die sich bereits mit der Problematik befaßte sowie das Kapitel: Ubichinon Q10 und Cholesterin in unserem Taschenbuch über die Multifunktion von Coenzym Q10.)

Mehr zu diesem Thema: Cholesterinsenkung mit Statinen (Prof.Hattersly)

 

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