Die Wirkung von Coenzym Q10 bei Patienten mit chronischer Herzinsuffizienz
Berichte vom
Q10-Kongreß
der International Coenzym Q10
Association
in Frankfurt am Main 12/2000
Autoren:
Gvozdjáková A., Kucharská J., Mikla F., Murín
J., Povinec P., Kasper J., Papinèák J., Mikeš P., Kozlíková K. Institute:
Pharmacobiochemical Laboratory of Medical Faculty, Comenius University,
First Medical Clinic and Institute of Medical Biophysic of Medical Faculty,
Comenius University, Bratislava, Slovak Republic
Eine chronische Herzinsuffizienz (CHF) geht
mit einer gesteigerten Produktion von freien Sauerstoffradikalen, und
einer verminderten Funktion der antioxidativen Schutzmechanismen einher.
Oxidativer Streß, ein CoQ10-Defizit, Deletionen
und Mutationen
der mitochondrialen
DNA (mtDNA) sind mit mitochondrialen Krankheiten, die auch
die Herz-Mitochondrien betreffen, eng verbunden. Einige Fragen zur CoQ10-Bioverfügbarkeit,
der Verteilung und der Wirkmechanismen auf zellulärer und mitochondrialer
Ebene, sind noch nicht vollständig geklärt. Auf Grundlage unserer vorherigen
Ergebnisse in experimentellen und klinischen Studien, gehen wir davon
aus, daß die ergänzende CoQ10-Therapie eine protektive Wirkung bei Patienten
mit chronischer Herzinsuffizienz hat.
Ziel
1) Es galt in einer experimentellen
Studie herauszufinden, ob die Herzmuskel-Mitochondrien junger Ratten
exogenes CoQ10 in einer Tagesdosis von 20 mg/kg Körpergewicht aufnehmen;
als Zeitraum legten wir 3 Wochen fest.
2) In einer klinischen Studie
an Patienten waren zu untersuchen:
a) die Basis-Antioxidantien-Spiegel
(CoQ10, Alphatocopherol, Betacarotin) und die Lipidperoxidation (MDA)
bei 15 Patienten mit klinisch und echokardiographisch
festgestelltem CHF (NYHA II - IV)
b) die Antioxidantien-Spiegel
sowie die klinische und metabolische Wirkung nach einer zusätzlichen
Antioxidantien-Behandlung mit CoQ10 in einer Tagesdosis von 240 mg für
3 Monate.
Patienten und Methoden
Fünfzehn Patienten mit CHF wurden für die Studie
eingeschrieben: acht Männer und sieben Frauen im Alter zwischen 49-79
Jahren; sie waren den NYHA-Klassen II - IV zuzuordnen. Alle Patienten
wurden nach konventioneller kardiovaskulärer Therapie behandelt; drei
Patienten erhielten zusätzlich Statine. Alle Patienten wurden 3 mal
untersucht:
vor CoQ10 Therapie,
nach 4 Wochen der CoQ10-Therapie,
nach 12 Wochen CoQ10-Behandlung mit einer Tagesdosis von 240 mg.
Als klinische und metabolische Parameter wurden
geprüft: Blutdruck, Echokardiographie, Kreatinkinase, LDH,
Glykämie
, Cholesterin, Triglyceride, Kreatin
, Gesamteiweiße, AST,
ALT,
CoQ10, Alphatocopherol, Betacarotin, Lipidperoxidation.
Ergebnisse und Folgerungen
Wir fanden signifikant gesteigerte Q10-Konzentrationen in den Herz-Mitochondrien
der Ratten nach 3wöchiger Q10-Therapie; die mitochondriale Atmungskettenfunktion
und oxidative Phosphorylierung waren verbessert und ließen sich mit
der Kontrollgruppe vergleichen.
Die Basis-CoQ10-Spiegel waren bei allen Patienten erniedrigt; die Parameter
des oxidativen Stresses waren im Vergleich mit gesunden Personen erhöht.
Neun von zwölf Patienten berichteten über verbesserte Lebensqualität
und verbesserte körperliche Aktivitäten.
Zum Ende der Studie hin nahm der CoQ10-Spiegel
in Blut und Plasma signifikant zu (ausgehend von 0.229 bis 1.285 beziehungsweise
von 0.273 bis 1.465 mikro-mol/l). LDL-Cholesterin
und Bilirubin
nahmen signifikant ab. Die Ejektionsfraktion
verbesserte sich von 39.6% zu 44.6%. Andere biochemische Parameter
- Blutgase, Blutbild und die Prothrombin-Zeit
- änderten sich nicht. Die Behandlung wurde gut toleriert; Nebenwirkungen
traten nicht auf.
Die in Ratten gefundene Wirkung von CoQ10 liefert eine theoretische
Basis für die zusätzliche Behandlung mit CoQ10 bei Patienten mit chronischer
Herzinsuffizienz.

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