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Vorläufige Auswertung einer Coenzym Q10-Therapie bei Nieren-Transplantat-Empfängern

Berichte vom Q10-Kongreß

der International Coenzym Q10 Association
in Frankfurt am Main 12/2000

Autoren:

Dlugosz A., Sawicka E., Lembas-Bogaczyk J., Marchewka Z., Sajewicz W., KuŸniar J., Boratyñska M.

Oxidativer Streß sowie Abnormalitäten beim LDL-Cholesterin spielen eine wichtige Rolle bei den mit kardiovaskulären Erkrankungen verbundenen, vielfältigen Prozessen, die sich bei Nierentransplantations-Patienten ergeben (1-3).

Unsere Untersuchungen bei Patienten mit erhöhten Lipid-Peroxidations-Spiegeln, die Lösungsmitteln aus der Farb- und Lackindustrie ausgesetzt waren, zeigten eine statistisch signifikante Verminderung der MDA +4-HNE Konzentrationen nach einer Coenzym Q10 (CoQ10) Therapie (4).

Vor kurzem wurden verschiedene Berichte über die Änderungen von oxidativen Streßmarkersubstanzen nach Nierentransplantationen veröffentlicht (5-7). Eine der Untersuchungen, die bei 77 Nieren-Transplantat-Empfängern (6) durchgeführt wurde, zeigte bei den Patienten eine signifikante Zunahme der MDA-Spiegel, im Vergleich zu den gesunden Kontrollpersonen.

Dies zeigte, daß eine CoQ10-Therapie als schützende Barriere gegen oxidative Streßabnormalitäten wirken kann. Gegenwärtig gibt es keine Untersuchungen mit einer CoQ10-Therapie bei Nieren-Transplantat-Empfängern, aber die Untersuchung einer CoQ10-Therapie bei Patienten nach Herztransplantationen scheinen sehr vielversprechend zu sein (8).

Das Ziel unserer Studie war, sowohl die schützende Rolle von CoQ10 bei Nieren- Transplantat-Empfängern in Bezug auf die Lipideperoxidation und die Lipid-Parameter, als auch den Einfluß auf die antioxidativen Enzyme und die Chemiliumineszens der Neutrophilen in Transplantat-Patienten zu beurteilen.

Die Studie wurde mit 9 männlichen und 2 weiblichen Transplantat-Empfängern durchgeführt, die mit CsA, Azathioprin und Prednisone behandelt wurden und die außerdem CoQ10 - 90 mg /Tag in drei Dosen je 30 mg - für vier Wochen erhielten. Die Kontrollgruppe umfaßte 20 gesunde Freiwillige.

Die Grundparameter des Lipidemetabolismus , wie totales Cholesterin (TC), HDL, LDL, Triglyceride (TG) wurden mit der kolorimetrischen Methode ermittelt und die Atherosklerose-Entwicklungs-Indikatoren LDL/HDL, TG/HDL, (TC-HDL)/HDL beurteilt.

Malondialdehyd (MDA) und 4-hydroxynonenale (4-HNE), Produkte der Lipideperoxidation, wurden kolorimetrisch gemessen. Die Aktivität der antioxidativen Enzyme Superoxiddismutase (SOD) und Glutathionperoxidase (GPx) wurden mittels der kinetischen Methode ermittelt und beurteilt. Die antioxidative Aktivität von CoQ10 in bezug auf die Chemiliumineszens von Neutrophilen wurde mit Luminol gemessen und stimuliert. Außerdem wurde der Einfluß von CoQ10 auf die Nierenenzyme NAG, GTP, AAP, Elastase und Alpha-1-Antitrypsin beurteilt. Alle Parameter wurden vor und nach der CoQ10 Therapie festgestellt und mit Kontrollen verglichen.

Nach 4 Wochen CoQ10-Behandlung wurde eine statistisch signifikante Reduzierung der Atherosklerose-Entwicklungs-Indikatoren (P < 0.01) gemessen. Die Anfangs-MDA+4 HNE-Spiegel waren bei den Transplantat-Empfängern bedeutend höher (4.3 mol/L) als bei der Kontrollgruppe (2.4 mol/L). Auch wurden nützliche Wirkungen von CoQ10 in bezug auf die Lipidperoxidation registriert (4.3 mol/L 3.5 mol/L), obwohl die Änderungen statistisch bedeutungslos waren. Die vor der Therapie niedrigere SOD-Aktivität bei der Patienten-Gruppe nahm leicht zu (der statistisch bedeutungslose Anstieg wurde bei 72% der Patienten festgestellt). Die statistisch nicht signifikanten Änderungen wurden bei den Basis-Lipid-Parametern TC, HDL, LDL und TG gemessen. Unter den Harn-Enzymen änderte sich nur die NAG-Aktivität signifikant (P < 0,05). Die statistisch signifikante Verminderung von fMLP stimulierter PMNL Chemiliumineszens (Studenten - Test, P < 0,05) zeigt die antioxidative Wirkung von CoQ10 an.
Die Serumkonzentration von Creatinin und Ciclosporin A war bei den Nieren-Transplantat-Empfängern nach der CoQ10 Therapie unverändert. Die gezeigten Ergebnisse machen deutlich, daß die CoQ10-Therapie den oxidativen Streß bei Nieren-Transplantat-Empfängern vermindern konnte; weitere Studien folgen.

REFERENCES/Literatur

1. Ernster L., Dallner G.: Biochemical, physiological and medical aspects of ubiquinone function. Bioch. Biophys. Acta 1271: 195-204, 1995. 2. Langsjoen P.H., Folkers K.: Long-term efficacy of coenzyme Q10 therapy for idiopathic dilated cardiomyopathy. Am. J. Cardiol. 65: 521-523, 1990.
3. Judy K., Stogsdill W.W., Folkers K.: Myocardial preservation by therapy with coenzyme Q10 during heart surgery. Clin. Investig. 71: 155-161, 1993.
4. Dugosz A., Sawicka E.: Chemoprotective effect of coenzyme Q on lipids metabolism in paint and lacquer industry workers. Int. J. Occup. Med. Environ. Health, 2: 153-163, 1998.
5. Simic-Ogrizovic S., Simic T., Reljic Z., Markovic S., Blagojevic R., Radivojevic D., Lezaic V., Djukanovic L., Mimic-Oka J.: Markers of oxidative stress after renal transplantation. Transpl. Int. 11(1): 125-129, 1998.
6. Cristol J.P., Vela C., Magi M.F., Descomps B., Mourad G.: Oxidative stress and lipid abnormalities in renal transplant recipients with or without chronic rejection. Transplantation, 65(10: 1322-1328, 1998.
7. Mc Grath L.T., Treacy R., Mc Clean E., Brown J.H.: Oxidative stress in cyclosporin and azathioprine treated renal transplant patients. Clin. Chim. Acta, 264(1): 1-12, 1997. Kucharska I., Gvozdjakova A., Mizera S., Braunova Z., Schreinerova Z., co-work: Coenzyme Q depletion in rejection episodes in patient after heart transplantation. First Conference of Int. CoQ Ass. Boston, 61, 1998
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