Statine, Coenzym Q10 und kardiovaskuläre Krankheiten

Symposium on Drugs Affecting Lipid Metabol.: 59 (1998)

XII International Symposium on Drugs
in Florenz 1998

Autor:
Prof. Dr.Bliznakov EG

Heute gibt es eine steigende Tendenz, Hypercholesterinämie aggressiv zu behandeln. Daher steigt auch weltweit die Verwendung von Wirkstoffen, die eine Cholesterinsenkung herbeiführen; dies sind im besonderen sog. Statine. Statine sind sehr starke Hemmer der HMG-CoA-Reductase, also des Enzyms, das die Cholesterin-Biosynthese auf der Mevalonatebene eingrenzt.

Jedoch ist die Wirkung nicht selektiv und führt auch zur Hemmung mehrerer anderer Endprodukte einschließlich Coenzym Q10 (CoQ10, Ubichinon). Die CoQ10-Senkungswirkung der Statine ist sehr gut nachgewiesen und dokumentiert und sollte von Ärzten berücksichtigt werden.

CoQ10, klassifiziert als ein fettlösliches Chinon, dient als Elektronenträger bei der oxidativen-Phosphorylierung in den Mitochondrien, als Stabilisator der Zellmembranen und als äußerst potenter Fänger von Freien Radikalen und verhindert auf diese Weise die Lipidperoxidation

Einfluß von Statinen auf die Q10-Biosynthese

CoQ10-Defizit-Zustände wurden vielfach festgestellt und ausführlich beschrieben und werden mit vielen kardiovaskulären Erkrankungen in Verbindung gebracht. Ein große Anzahl klinischer Untersuchungen demonstriert diese Zusammenhänge. Die Wirksamkeit einer CoQ10-Behandlung wurde hierbei nachgewiesen. Eindeutig starten wir einen sich selbst widerlegenden Dilemma-Versuch, wenn wir die kardiovaskuläre Erkrankungshäufigkeit und Mortalität mit Statinen zu reduzieren versuchen und zur selben Zeit negieren, daß diese Anstrengung teilweise durch das Absenken der CoQ10-Spiegel, die notwendig sind für eine optimale zelluläre Funktion, zunichte gemacht werden. Manche der Nebenwirkungen, wie z.B. spezielle Muskelerkrankungen, die sich bei einer Statin-Therapie ergeben, schlagen sich auch als generelle mitochondriale Schädigungen nieder. Diese Fakten unterstützen die Notwendigkeit, daß während einer längeren Behandlung mit Statinen gleichzeitig die Einnahme von CoQ10 erfolgen sollte, um die erforderliche zelluläre bioenergetische Inanspruchnahme zu unterstützen, um damit auch einer Lipidperoxidation vorzubeugen.

Ausführlich auch Prof.Dr. Hattersly über Statine und Ubichinon Q10

 

 

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