Coenzym Q10 und kardiovaskuläre ErkrankungenBerichte vom Kongreßder International Coenzym Q10
Association Autor: Svend Aage Mortensen, MD, Doctor of Medical Science Institut: The Heart Center, Rigshospitalet, Kopenhagen, Dänemark.
Im Lauf der letzten Jahre ist die Aufmerksamkeit auf Wirkstoffe gerichtet worden, die den Herzmuskelmetabolismus stabilisieren und adäquate Energievorräte bewahren können. Bei der dekompensierten Herzinsuffizienz ist davon auszugehen, daß Energiemangel ein dominantes Merkmal ist. Zunächst ist ein verringerter Herzmuskelgewebeinhalt der essentiellen Redox-Komponente und des natürlichen Antioxidationsmittels CoQ10 bei Patienten mit Herzinsuffizienz festgestellt worden. Der beobachtete Grad der CoQ10-Defizite wurde mit dem Schweregrad der Symptome und dem Grad der linken ventrikulären Dysfunktion in Beziehung gesetzt. Bei seiner Schlüsselrolle in der Atmungskette kann es sein, daß es ein "Diebstahlsphänomen" bei der ATP-Synthese gibt, wenn CoQ10 nämlich aufgrund von gesteigertem oxidativen Streß im schwachen Herzen im Übermaß als Antioxidationsmittel (Anm.: zur Eliminierung Freier Radikaler) verbraucht wird. CoQ10 erfüllt trotz Standardbehandlung verschiedene Kriterien eines offensichtlichen Hilfsmitels bei Patienten mit symptomatischer Herzinsuffizienz: Es wird gut toleriert, ist frei von signifikanten Sekundäreffekten, und es verbessert die klinischen Anzeichen sowie die Lebensqualität. Bis Ende des Jahres 2000 sind diverse Doppelblindstudien mit CoQ10 Einnahme bei mehr als 1000 Patienten positiv und statistisch signifikant im Hinblick auf klinische Parameter, wie z.B. die Verbesserung von NYHA Klassen, Belastbarkeit sowie verringerter Notwendigkeit von Hospitalisierungen, durchgeführt worden.
NYHA
New York Heart Association Die Therapie mit CoQ10 führte auch zu einer signifikanten Verbesserung von relevanten hämodynamischen Kenngrößen, wie Herzschlagvolumen, Herzindex, Ejektionsfraktion und enddiastolischem Volumenindex. 10 von 13 während der letzten 15 Jahre durchgeführten Untersuchungen zeigten eine positive Wirkung des CoQ10. Drei der Studien zeigten ein neutrales Ergebnis; das entsprach 10% aller Patienten, die an Doppelblind-Placebo-kontrollierten Studien teilnahmen.
CoQ10 hat eine vielversprechende Funktion als Hilfsmittel bei der Behandlung der ischämischen Herzkrankheit. Auf der ersten Grundlage von Tierversuchen häuften sich dann die Beweise, daß eine Vorbehandlung mit CoQ10 den Herzmuskel vor Ischämie und Reperfusionschädigung schützen kann. In 5 Doppelblind-Studien wurden Angina-pectoris-Patienten mit CoQ10 behandelt. Die Ergebnisse waren positiv. Die Patienten hatten weniger Brustkorbschmerzen und verbesserten ihre Übungstoleranz während der aktiven Behandlungszeit. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt wird die Mehrzahl der Patienten mit ischämischer Herzkrankheit mit HMG-CoA-Reductasehemmern (Statinen) behandelt; dies mit der biochemischen Folge, daß die Mevalonatbahn blockiert wird, was wiederum leider zu einer verringerten Synthese von CoQ10 führt. Es ist wichtig, dieses Interaktionsphänomen zu kennen, das die oxidative Theorie zur Entwicklung und Progredienz der Atherosklerose berücksichtigt.
CoQ10 ist ein essentielles und starkes Antioxidationsmittel bei ischämischer Herzkrankheit und kann das Behandlungsergebnis bei Patienten verbessern, die zusätzlich mit Statin-Präparaten behandelt werden. Perspektiven: Logische Grundlage für zusätzliche multinationale Studien. Zusätzliche placebokontrollierte Studien mit
CoQ10 bei Herzinsuffizienz und ischämischer Herzkrankheit sind in Bezug
auf den langfristigen Ausgang und die langfristige Mortalität
als primäre Endpunkte relevant. Diese Anstrengungen sollten auf jeden
Fall eine randomisierte Statin-CoQ10-Untersuchung mit der Hypothese
einschließen, daß Statin + CoQ10 die Erkrankungshäufigkeit und die Sterblichkeit
von Patienten bedeutend reduzieren kann, was sich bei ischämischer Herzkrankheit
unter Behandlung mit Statin + Placebo vergleichen ließe. Q10 und die Behandlung mit Statinen - Prof.Dr. Hattersly - hier klicken Literatur: 1. Mortensen SA. Endomyocardial
biopsy. Technical aspects and indications. Thesis. Dan Med Bull 1989;36:507-32. |