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Es wurden mehr als 850 Chemikalien ermittelt, die nachweislich neurologische Verhaltensstörungen verursachen können. Dabei handelt es sich hauptsächlich um Lösungsmittel, Pestizide, Metalle oder Substanzen, durch die die normale Sauerstoffaufnahme und –versorgung des Gehirns gehemmt wird, wie etwa Kohlenmonoxid. Die Hauptquelle für Belastungen der Bevölkerung sind vermutlich Pestizide. Sie kommen in den meisten Nahrungsmitteln, Bürogebäuden und ackerbaulichen Nutzflächen vor. Die modernen Insektizide wurden auf der Grundlage von chemischen Kampfstoffen mit dem Ziel der Schädigung des Nervensystems entwickelt. Von allen neurotoxischen Chemikalien sind diese Substanzen am schädlichsten. Weiterhin sind in vielen Farben, Reinigungsmitteln und anderen Produkten Lösungsmittel enthalten, die je nach Dauer und Ausmaß der Belastung neurotoxische Wirkungen haben. Auch Brennstoffe, die auf kohlenstoffhaltigem Material basieren, können eine Gefahr darstellen. So entsteht beispielsweise bei der unvollständigen Verbrennung von Benzin und Heizöl das geruchs- und geschmacklose Kohlenmonoxid, das zu einer schwer festzustellenden und zu diagnostizierenden Vergiftung führen kann. Vielen Medizinern ist nicht bekannt, welche Langzeitfolgen eine akute oder chronische Kohlenmonoxidvergiftung haben kann. Benzin, das an sich schon neurotoxisch wirkt, kann mit weiteren Substanzen wie Blei oder Lösungsmitteln wie Benzol, Poluol und Xylol vermischt werden. Dabei sind Kraftstoffzusätze auf Alkoholbasis weitaus unbedenklicher. Eine ebenfalls neurotoxische Substanz ist Quecksilber in Zahnmetallen. Eine andere schädliche Substanz ist Formaldehyd, das als Klebemittel für Spanplatten, Faserplatten und Sperrholz dient. In der Textilindustrie wird Formaldehyd bei der Herstellung von knitterfreiem, feuerbeständigem und nicht einlaufendem Gewebe verwendet.
Zitiert aus: REPORT Naturheilkunde vom 10.10.2000 Im Juni 1999 veranstaltete
die SPD-Fraktion in Bonn eine Tagung zum Thema „Umweltbelastung und
Gesundheit". Anläßlich dieser Tagung hielt Prof. Raymond
Siner, Santa Fee, USA, einen Vortrag zur Wirkung von Umweltchemikalien
auf Gehirn und Nervensystem, der auszugsweise im Folgenden zusammengefaßt
ist. Singers Fachgebiet ist die Neurotoxizität, die Beschreibung
der schädlichen Auswirkungen toxischer Substanzen auf das menschliche
Nervensystem, ein Gebiet, auf dem Singer seit mehr als zwanzig Jahren
in den USA forscht und auch seit vielen Jahren als Sachverständiger
in Rechtsstreitigkeiten im Zusammenhang mit toxischen Chemikalien
anerkannt ist. |