Neue Entdeckungen erweitern unsere Kenntnis
über die Wichtigkeit von Selen

Teil IV

Formen von Selen-Supplementen:

 

Die wirksamsten und sichersten Formen, unsere Ernährung mit Selen zu ergänzen, ist nicht die anorganische Salzform, sondern sind die organischen Formen Selenomethionin oder Selen-Hefe.

Selenomethionin:

Selenomethionin ist eine gereinigte, Selen enthaltende Aminosäure. Es gibt keine Hefe in Selenomethionin. Es ist eine natürlich auftretende Komponente in bestimmten Lebensmitteln. Selenomethionin ist dem essentiellen Aminosäure-Methionin ähnlich, aber mit einem Selen-Atom statt einem Schwefel-Atom ausgestattet.

Die Form von Selenomethionin, die der Körper verwenden kann, ist L-Selenomethionin (enthalten in SELEN, gebunden an Spirulina platensis). Dieses wird besser absorbiert und besser in die Körperkomponenten integriert als jede andere bekannte Form des Selens. Forscher, die anorganisches Selen mit DL-Selenomethionin verglichen, fanden, daß DL-Selenomethionin nicht so effektiv wie das anorganische Selen war (45). DL-Selenomethionin wird zu anorganischem Selen abgebaut und an den anorganischen Selen-Körperpool zurückgegeben. Dadurch beträgt die Bioverfügbarkeit nur 1/5 des L-Selenomethionin (31) .

Prof. Richard A. Passwater hat dreißig Jahre lang verschiedene Formen des Selens bei seinen Tierstudien verwendet und herausgefunden, daß die Selen enthaltenden Aminosäuren (Selenomethionin und Selenocystein) und die methylierten Selenide gegenüber den anorganischen Formen von Selen (Selenit und Selenat) in bezug auf allgemeine Gesundheit, Langlebigkeit und Krebsverhinderung vorzuziehen sind.

In neuseeländischen Studien wurde herausgefunden, daß Selenomethionin mindestens zu 75 Prozent biologisch verfügbar ist, verglichen mit maximal 59 Prozent biologischer Verfügbarkeit bei der Einnahme von Natriumselenit. Die Blut-Selen-Spiegel stiegen mit Selenomethionin schneller und blieben konstanter als nach der Einnahme von Natriumselenit (30-32).

In einer finnischen Studie wurde nachgewiesen, daß Selenomethionin die Blut-Selen-Spiegel auch wesentlich stärker ansteigen ließ und diese Substanz länger im Blut verblieb als anorganisches Selen (33).

In einer 1984 durchgeführten MIT-Studie wurde festgestellt, daß organische Formen des Selens (Anm.: z.B. Selen/Spirulina) in der Lage sind, den Selen-Körper-Pool um etwa 70 Prozent wirksamer als anorganisches Selenit anzuheben (34).

Dr. P. Whanger von der Oregon State University hat einige Jahre damit verbracht, die Wirksamkeit mehrerer Formen von Selen-Supplementen zu studieren. Er hat diverse Veröffentlichungen zu diesem Thema herausgegeben. Seine letzten Forschungsergebnisse wurden im American Journal of Clinical Nutrition veröffentlicht.

Diese Ergebnisse beinhalten, daß sich die Selen-Konzentrationen bei Frauen in allen Blut-Teilen nach Einnahme von Selenomethionin zwei- bis dreifach schneller erhöhten, als bei Frauen, die Selenit nahmen. Etwa 95 Prozent des Selens waren an Hämoglobin gebunden und zwar bei den Frauen, die Selenomethionin einnahmen; interessant ist in diesem Zusammenhang, daß die höchste GPX-Aktivität auch mit Hämoglobin verbunden wird. Dies zeigt, daß der Selen-Anstieg sich in diesen Fraktionen nur vollzieht, wenn Selenomethionin zugeführt wird, und daß der Anstieg im wesentlichen auf Hämoglobin beschränkt ist (35).

Selen-Hefe:

Selen-Hefe wird produziert, wenn Selen auf natürliche Weise in das Eiweiß eingebaut, und Hefe unter optimalen Bedingungen gezüchtet wird. Die daraus resultierende Hefe hat eine hohe Konzentration der Selen enthaltenden Eiweiße Selenomethionin und Selenocystein. Produkte, die durch Mischen der Hefe mit anorganischem Selen geschaffen werden, bleiben lediglich anorganische Selen-Produkte.

Selen-Hefe sollte sehr sorgfältig getrocknet werden, nachdem sie gezüchtet ist. Dies tötet die Hefe und sie kann nicht mehr wachsen oder sich vermehren. Die Reformkostindustrie hat sich schon immer an die Hefe geklammert. Viele Ernährungswissenschaftler befürworteten Hefen in der einen oder anderen Form nur aus dem Grund, weil sie reich sind an Vitaminen des B-Komplexes und anderen Nährstoffen, die in der Vergangenheit in gereinigter Form nicht ohne weiteres verfügbar waren. Möglicherweise enthält Hefe aber auch Stoffe, die bislang noch nicht ausreichend erforscht sind.

Anorganisches Selen:

Wie bereits dargestellt, ist anorganisches Selen (Selenat und Selenit) bei prophylaktischer Anwendung nicht so wirkungsvoll wie organische, Selen enthaltende Aminosäuren (Selenomethionin und Selenocystein). Allerdings war im Trinkwasser von Labortieren aufgelöstes anorganisches Selen effektiv in der Verhinderung der Ausbildung von verschiedenen Krebsarten. Jedoch ist dies nicht der Weg, auf dem Menschen normalerweise das Selen ihrem Körper zuführen; es ist vielmehr in den Lebensmitteln enthalten und nicht im Wasser.

Zwar ist anorganisches Selen (Selenat und Selenit) in niedrigen Dosen besser als überhaupt kein Selen, jedoch haben verabreichte größere Dosen anorganischen Selens eine oxidative Wirkung, die zu einer unerwünschten Produktion von Lipofuszin führt (36).

Die Lipofuszin-Anhäufung in der Leber kann von der Tatsache herrühren, daß sechs Elektronen von Leberepithelzellen erhalten werden müssen, damit Selen vom positiven anorganischen Zustand in den negativen Zustand übergeht. Die Sicherheit des anorganischen Selens beträgt etwa nur ein Drittel von Selenomethionin (37). Anorganische Selen-Quellen werden, wie bereits dargestellt, vom Körper schlechter aufgenommen. Werden Labortiere mit Selenomethionin gefüttert, nimmt der Selen-Gehalt schnell in allen Organen, Muskeln, GPX und Hämoglobin zu. Wenn anorganisches Selen an Tiere verfüttert wird, sammelt es sich in der Leber, den Nieren und in der Glutathion-Peroxidase (GPX) an.

Anorganisches Selen reagiert spontan mit Sulfhydryl -Gruppen, um Selenotrisulfid zu bilden. Dies kann die Struktur von Eiweißen zerstören. Auch reagiert es mit den SH (Sulfhydryl)-Gruppen von Glutathion , um Selenopersulfid zu formen und Selenide freizusetzen. Anorganisches Selen ist aufgrund seiner oxidativen Natur mutagen und hat, in hohen Dosen verabreicht, bei Mäusen Katarakte aufgrund von Freien Radikalen verursacht (44). Hingegen sind Selen enthaltende Aminosäuren stabiler, weniger toxisch, nicht mutagen und entwickeln keine oxidativen Aktivitäten.

Bei der Behandlung von Krebspatienten hat sich Natrium-Selenit bewährt, während hier Selenomethionin nur äußerst geringe bis keine Wirkung entfaltete.

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