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70 Q10 bei KrebsKrebs ist eine Krankheit, die auf ein einzelnes Organ begrenzt ist. Er kann praktisch jedes Organ unseres Körpers befallen, wobei jeweils unterschiedliche Symptome auftreten und durchaus unterschiedliche Heilungsaussichten bestehen. Bei Krebs ist in einem Teil des Körpers das Zellwachstum gestört. Wie bereits an anderer Stelle ausgeführt, besteht der menschliche Körper aus Billionen Zellen, die hochspezifische Aufgaben zu erfüllen haben. Gesunde Zellen wachsen normal. Bei Krebs jedoch geraten Zellen außer Kontrolle. Betrachtet man die Krebszelle, so stellt man fest, daß die Zellkerne im Unterschied zur gesunden Zelle unterschiedlich groß und unterschiedlich geformt sind. Die Zellmembran ist entrundet. Die Farbintensität der Tumorzelle ist stärker als die gesunder Zellen. Das Zellplasma weist eine größere Vielgestaltigkeit auf als die normale Zelle. Durch das übermäßige Wachstum der Zelle bildet sich eine Geschwulst. Im Gegensatz zu gesunden Zellen wandern Krebszellen in angrenzendes Gewebe hinein und zerstören es. Einige Krebszellen dringen in die Blut- und Lymphgefäße ein und werden zu entfernteren Organen weitergetragen, etwa zu den Lungen, der Leber, den Knochen und den Lymphdrüsen. Dort bilden sie jeweils neue Krebskolonien, die man Metastasen nennt. Durch die allzu rasche und unkontrollierte Vermehrung der Zellen werden die Energien des Körpers aufgezehrt. Wenn nichts dagegen unternommen wird, werden die gesamten Energiereserven des Körpers, die er zur Abwehr braucht, schnell aufgezehrt. Der Tod ist die Folge. Als die wichtigsten Krebsarten sind anzusehen: Brustkrebs, Lungen- und Bronchialkrebs, Darmkrebs, Magenkrebs, Speiseröhrenkrebs, Pankreaskrebs, Leukämie, Lymphogranulomatose, Kehlkopfkrebs, Prostatakrebs, Gebärmutterkrebs, Blasen- und Nierenkrebs, Tumore der Gallengänge, Hirntumor und Hautkrebs. Seit den frühen Anfängen der Q10-Forschung interessiert die Wissenschaftler, inwieweit durch die Verabreichung von Q10 positiv auf den Krankheitsverlauf Einfluß genommen werden kann und ob sich der Q10-Spiegel bei Krebspatienten überhaupt deutlich von dem gesunder Menschen unterscheidet. Angriffspunkte des Coenzym Q10 bei KrebsSpeziell bei Krebskranken wird häufig ein unter der Norm liegender Q10 Plasmaspiegel festgestellt. In verschiedenen Studien wird das Coenzym Q10 im Hinblick auf sein Wirkspektrum speziell bei Tumorkranken diskutiert. Die Ergebnisse sprechen für eine zusätzliche Verabreichung von Q10 zu konventionellen Tumorbehandlungen als auch für eine Präventivbehandlung. Wie bereits erwähnt, zeigen verschiedene experimentelle Studien, daß bei Krebskranken der Q10 Spiegel deutlich erniedrigt ist. Folkers et al. führten eine Studie an 83 Krebspatienten durch, die an 8 unterschiedlichen Krebsarten erkrankt waren. Insbesondere bei Brustkrebspatienten läßt sich ein hohes Q10 Defizit im Blut nachweisen, gefolgt von Lungenkrebspatienten. Bislang durchgeführte Untersuchungen bestätigen, daß durch die Verabreichung von Q10 positiv auf den Krankheitsverlauf Einfluß genommen werden kann. Nach zusätzlicher Q10-Zuführung steigt der Lymphozytengehalt und der Immunglobulin-G-Gehalt des Blutes bei Krebspatienten. Eine Reihe von Studien zeigt, daß die klinischen Symptome von Tumorkranken durch Q10 Gaben deutlich reduziert werden können. In einigen Fällen konnte unter Behandlung von Q10 eine Rückbildung des Tumors beobachtet werden. Möglicherweise besteht ein Zusammenhang zwischen diesen positiven klinischen Ergebnissen bei Krebspatienten unter der Behandlung von Q10 und der zentralen Aufgaben von Q10 in der Zelle. Der positive energetische Einfluß von Q10 auf gesunde Zellen läßt sich bei Tumorzellen nicht beobachten. Der Grund hierfür könnte darin zu sehen sein, daß in Tumorzellen das Enzym Katalase fehlt. Dieses Enzym baut in normalen Zellen Wasserstoffperoxid (Radikal)-Verbindungen ab. Wasserstoffperoxid fällt bei der Energiegewinnung der Zelle vermehrt an und muß aufgrund seiner zellschädigenden Wirkung reduziert werden. Als Hypothese wird angenommen, daß Tumorzellen unter Q10 Gabe zwar auch vermehrt Energie bilden, sich aber im Zuge dieser Energiebildung Wasserstoffperoxid in der Zelle anreichert, da Katalase als Reduktionsmittel fehlt, was wiederum für die Zelle tödlich ist. Aufgrund der Tatsache, daß Q10 in allen Zellmembranen nachgewiesen werden konnte, wird auch ein Zusammenhang zwischen Q10 und den Proteinen angenommen, die sich in den Zellmembranen befinden. Hier sind zwei Wirkmechanismen denkbar: 1. Zum einen könnte ein Einfluß von Q10 auf die Signalübertragung der Zelle, beispielsweise über Rezeptoren vorliegen. Dieser Punkt ist bezüglich der Krebsentstehung insofern interessant, da die Proteine der Onkogene häufig störend im System der Signalübertragung eingreifen. 2. Andererseits wäre auch eine Beeinflussung der Zellkontakte durch Q10 denkbar. Diese werden ausschließlich durch Membranproteine vermittelt. Auch dieser Aspekt könnte in der Onkologie Bedeutung haben: Ein wesentliches Merkmal von Krebszellen in Kultur ist, daß ihre Zellkontakte gestört sind und keine Kontaktinhibition mehr vorliegt. Die Zellen wachsen hier im Unterschied zu anderen Zellen in Kultur übereinander, d.h. in vielen Schichten ohne sich gegenseitig in ihrem Wachstum zu hemmen. Weitere Untersuchungen eines möglichen Einflusses von Q10 in diesem System werden zur Zeit durchgeführt. Was bewirkt Q10 in Bezug auf Krebs?
Gründe: Die Tumorzelle nimmt Q10 auf; durch erhöhte Q10-Konzentration bildet die Tumorzelle vermehrt Wasserstoffperoxid, eine Freie Radikale erzeugende chemische Verbindung aus Wasserstoff und Sauerstoff. Da die Tumorzelle keine Katalase hat, die Wasserstoffperoxid in der gesunden Zelle abbaut, wird das Wachstum der Tumorzelle gehemmt.
Tumorzellen und Ubichinon Q10 (Tierversuche)Bliznakow
et al.(11)
erzeugten bei Mäusen mittels krebserregender Substanzen Tumoren.
Die Mäuse wurden in zwei Gruppen geteilt: Mäuse, die Q10 erhielten
und solche ohne Q10 Gabe. Die Autoren ermittelten die Häufigkeit
einer Tumorausbildung, die Tumorgröße und die Sterblichkeitsrate
in beiden Gruppen. Tabelle
a-c : Einfluß von Q10 bei Mäusen mit Tumoren
a) Einfluß von Co Q10 bei Tumorbildung (Krebs)
b) Unterschiede in der erreichten Tumorgröße des o.a. Versuchs
c) Sterberate bei o.a. Tierversuch
Q10 als Schutzfaktor bei konventionellen Tumortherapien1) Schutz vor Nebenwirkungen durch Q10 bei ChemotherapieBei bestimmten Tumorarten gilt die Behandlung mit zytotoxischen Substanzen (Zytostatika bzw. Chemotherapeutika) als wirksamste Waffe gegen Krebs. Meistens kommt es unter einer Zytostatikabehandlung zur vermehrten Radikalbildung, was die antioxidative Kapazität des Körpers erheblich herabsetzt. In Folge treten schwere Nebenwirkungen auf. Durch gezielte Gabe des Antioxidans Q10 können solche toxischen Nebenwirkungen vermindert bzw. die Dosisverträglichkeit von Zytostatika erhöht werden. Iarussi et al. (57) führten eine kontrollierte Studie an insgesamt 20 Kindern mit akuter lymphoblastischer Leukämie bzw. Non-Hodgkin-Lymphom durch. Alle Kinder wurden mit Anthracyclinen behandelt. 10 der Kinder erhielten zusätzlich 240 mg Ubichinon Q10. Es wird in dieser Studie festgestellt, daß Q10 die kardiotoxischen Nebenwirkungen des Chemotherapeutikums verhindert: Verschiedene echokardiographische Methoden zeigen, daß die kontraktile Funktion des linken Ventrikels deutlich stabiler ist bei Kindern, die zusätzlich Q10 erhielten. An Rattenlebern wird von Valls et al. (145) ebenfalls der schützende Effekt des Q10 vor Schäden des Zytostatikums Adriamycin nachgewiesen. Das Abfangen freier Radikale speziell in der inneren Mitochondrienmembran durch Q10 scheint nach Ansicht der Autoren ausschlaggebend zu sein für die bessere Energiegewinnung der Zellen unter Adriamycinbehandlung. In der 1993 durchgeführten Studie von Kishi et al. (74) wird an Zellkulturen von Mausfeten die herzstimulierende Wirkung von Q10 festgestellt. Darüber hinaus konnte nachgewiesen werden, daß dieser Effekt des Q10 positive Auswirkungen auf die Herzschlagfrequenz (chronotroper Effekt) und auf die Kontraktilität des Herzmuskels (inotroper Effekt) hatte und nicht durch Taxol blockiert wurde. Taxol wird seit kurzer Zeit als Chemotherapeutikum angewandt, es führt zu einer Reduktion der Herzfrequenz, so daß das Ergebnis von Kishi et al. ebenfalls im Hinblick auf die Ausschaltung von Nebenwirkungen am Herzen durch zusätzliche Behandlung mit Q10 interessant erscheint. Wesentliches Kriterium der Chemotherapie ist darüber hinaus, daß die Synthese von Immunglobulinen gehemmt wird. Auch in diesem Zusammenhang erscheint die Zufuhr von Q10 sinnvoll, da das Immunsystem durch Q10 aktiviert wird.
2) Q10 als Radikalfänger bei Strahlentherapie und
Hyperthermie
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| Krebs wird häufig durch reaktive Sauerstoffverbindungen, den Radikalen induziert. Q10 als wesentliches fettlösliches Antioxidans fängt solche Radikale ab und macht sie damit unschädlich. |
| Q10 stärkt das körpereigene Immunsystem, das somit gezielter gegen den Krebs ankämpfen kann. |
| Q10 hat vermutlich einen positiven Einfluß auf die bei Krebszellen gestörte Zell-zu-Zell-Kommunikation. |
| Q10 schützt den Körper vor Nebenwirkungen bei konventionellen Krebstherapien. |
Eine Basisversorgung mit Q10 sollte demnach einen festen Platz in der Prävention und zusätzlich zu konventionellen Therapien von Krebserkrankungen einnehmen!
Darüber hinaus werden immer wieder neue Ansätze für die Anwendung von Q10 diskutiert. Für eine genaue Klärung sind allerdings weitere Studien erforderlich, die aber noch nicht abgeschlossen sind.