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a) Vitamine (fettlöslich)

[Vitamin A (Retinol] [Vitamin D (Calciferol)] [Vitamin E (D-alpha-Tocopherol)] [Vitamin K] [Vitamin B1 (Thiamin)]
[Vitamin B3 (Niacin)] [Vitamin B2 (Riboflavin)
] [Vitamin B5 (Pantothensäure)] [Vitamin B6 (Pyridoxin)
] [Vitamin B9 (Folsäure)]
[
Vitamin B12 (Cobalamin)] [Vitamin C] [Biotin]

Dazu im Überblick tabellarisch:

[Vitamine - Bedarf u. Funktion]

Mißachtung von Grundsätzen

Gesundheit und Krankheit werden auf der Basis von vielen Millionen Körperzellen entschieden.

Chronischer Mangel an Mikronährstoffen (Vitamine, Spurenelemente, Mineralstoffe, Aminosäuren und andere Biofaktoren) ist die häufigste Ursache von Mangelfunktionen der Zellen und deshalb von Krankheiten. Herz- und Kreislaufprobleme sind die häufigsten Krankheiten überhaupt, weil die Zellen des Herzmuskels und die Arterienwände einen besonders hohen Verbrauch an Bioenergie durch Dauerbeanspruchung haben.Die tägliche optimale Versorgung mit Mikronährstoffen ist der Schlüssel zur Verhinderung von Herz-Kreislaufproblemen und den meisten Erkrankungen.

Denn: Nährstoffdefizite führen zu:
eingeschränkten zellulären Enzymleistungen,
reduzierter Energiebildung,
eingeschränkter Syntheseleistung für Enzyme etc.,
vorzeitigem Verlust der Membranelastizität,
erhöhter Mutationsrate im Zellkern und der Mitochondrien –DNA,
erhöhter Radikalbildung und
erhöhtem Anfall saurer Stoffwechselprodukte und damit Übersäuerung des Bindegewebes.


Eine noch relativ junge medizinische Disziplin, die orthomolekulare Medizin, befaßt sich mit der oben dargestellten Problematik, die im wesentlichen ihren Ursprung in den modernen Lebensformen hat.

Orthumolekulare Medizin

Definition: Orthomolekulare Medizin ist die Erhaltung guter Gesundheit und die Behandlung von Krankheiten durch Veränderung der Konzentration von Substanzen im menschlichen Körper, die normalerweise im Körper vorhanden und für die Gesundheit erforderlich sind.

Therapeutische Anwendung orthomolekularer Substanzen: Es sollten nur Substanzen zur Anwendung kommen, die Arzneimittelqualität aufweisen. Viele Präparate, die z.B. in Drogerien und Kaufhäusern angeboten werden, erfüllen diesen Anspruch nicht!
Die Basis der orthomolekularen Medizin ist streng wissenschaftlich und interdisziplinär. Grundlage sind diese wissenschaftlichen Disziplinen:

Ernährungswissenschaft, Biochemie, Zell- und Molekularbiologie, Allgemeinmedizin,
Immunologie
, Endokrinologie, Toxikologie, Physiologie, Allergologie

Die Orthomolekularmedizin ist sicher nicht in jedem Fall eine Alternative zur Schulmedizin, auf jeden Fall kann man sie aber als sinnvolle Ergänzung betrachten.

Vitamin A (Retinol) und Beta-Carotin

Funktionen im Körper:

Bestandteil des Sehfarbstoffs; fördert das Wachstum; Beteiligung am Zellstoffwechsel der Haut und Schleimhaut; wichtig für die Fortpflanzung. Ein Molekül des Provitamins A, das zwei Beta-Ionenringe besitzt, kann im Gastrointestinaltrakt des Menschen in zwei Vitamin A-Moleküle umgewandelt werden.

Mangelerscheinungen:

Vitamin-A-Mängel sind keineswegs so selten, wie man lange Zeit vermutete. Heute ist man sogar der Überzeugung, daß Vitamin-A-Mangel weltweit die wichtigste Vitamin-Mangel-Erkrankung darstellt. Mangel an Vitamin A führt z.B. zu schweren Schäden an der Sehkraft, welche Blindheit zur Folge haben können.

Weitere Mangelsymptome:
Gewichtsverlust Xerophthalmie (Trockenheit des Auges)
Hyperkeratose (krankhafte Verdickung der Hornschicht der Haut) Veränderungen im Bereich des Verdauungs- und Atmungstraktes
Verdünnung von Haut und Schleimhäuten Anämie
Immunschwäche Infektionen
Erschöpfungssyndrom Wachstumsverzögerung
Schlaflosigkeit trockenes Haar
Anosmie (Verlust des Riechvermögens) Akne
Nachtblindheit Xerosis (Austrocknung oberflächlichen Gewebes)

Als Auswirkungen einer latenten leichteren Unterversorgung mit Vitamin A werden die Erhöhung des Risikos für bestimmte Krebserkrankungen (Brust-, Gebärmutter-, Dickdarm-, Lungen- und Prostatakrebs), Herzerkrankungen und Schlaganfall diskutiert. Ausreichende Zufuhr von Vitamin A reduziert anscheinend das Risiko von senilen Katarakten (Grauer Star).

Indikationen (aus der intern. wissenschaftlichen Literatur):

Akne Sonnenbestrahlung –stark-
Arterioskleroseprophylaxe zum Schutz der Endothelien Maldigestion und Malabsorption (Verdauungsstörung und Störung der Nährstoffaufnahme ins Blut)
orale Kontrazeptiva-Einnahme Leberschädigung durch toxische Einflüsse
Antibiotika-Einnahme Schwangerschaft
Austrocknung der Bindegewebs- und Hornhaut des Auges Eintrocknung und Verhornung von Schleimhäuten
Bronchien- und Lungenerkrankungen Nachtblindheit
Magen-Darm-Trakt-Erkrankungen Erkältung
Pankreaserkankungen Verkümmerung der Darmschleimhäute
Alkoholismus Verbrennungen und Traumata aller Art
Infektabwehr Zellschutz, Krebsprophylaxe
Keratosis follicularis (Haarfollikelerkrankung) senile Katarakte (Grauer Star, Altersstar)
Krebstherapie Schlaganfall
Mangel- und Fehlernährung –länger andauernd-  

Kontraindikationen:
rheumatische Beschwerden – beginnend- bzw. bestehende Arthrosen
Nierenfunktion eingeschränkt
Hirndrucksteigerung unterschiedlicher Genese
Schwangerschaft

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Die Resorption von Vitamin A kann bei einem Vitamin-E-Mangel deutlich gestört sein.
Ein Zinkmangel behindert den Stoffwechsel von Vitamin A.

Nebenwirkungen:
Bei sachgemäßer Anwendung sind keine Nebenwirkungen zu erwarten.
Bei sehr hoher Dosierung kann Vitamin A u.a. zu folgenden beschriebenen Nebenwirkungen führen:
Appetitverlust Schlafstörungen
Erbrechen Übererregbarkeit
Schwindel Müdigkeit
Kopf- und Muskelschmerzen Lethargie
Haarausfall Gicht-Arthritis
Abschälen der Haut Fehlbildungen beim Embryo
Nasenbluten  
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Vitamin D (Calciferol)

Funktionen im Körper:

Knochenbildung; Aufnahme von Calcium und Phosphaten aus dem Darm.

Mangelerscheinungen:

Vitamin-D-Mangel führt zu ungenügender Calcium- und Phosphat-Aufnahme aus dem Darm und zu ungenügender Rückresorption dieser beiden Nährstoffe über die Nieren. Verminderte Calcium- und Phosphat-Spiegel im Blut fördern einen Anstieg des Enzyms alkalische Phosphatase im Serum und eine vermehrte Ausschüttung von Parathormon aus den Nebenschilddrüsen. Auf diese Weise wird Phosphat aus dem weichen Gewebe und Calcium aus den Knochen zur Aufrechterhaltung der Blutspiegel mobilisiert.

Mangelsymptome:

Nervosität Diarrhoe (Durchfall)
Schlaflosigkeit Osteomalazie (Knochenerweichung)
Kurzsichtigkeit Rachitis (Englische Krankheit)
Brennen in Mund und Rachen Fontanellenschluß verzögert
Kopfhaut-Diaphorese (Schweißsekretion der Kopfhaut) Wachstumsstörungen

Indikationen (aus der intern. wissenschaftlichen Literatur):
Hypovitaminose D durch Malabsorption (Störung der Nährstoffaufnahme im Blut) z.B. bei chronischen Darmerkrankungen, biliärer Leberzirrhose (Leberzirrhose, von den Gallengängen ausgehend), ausgedehnter Magen-Darm-Resektion
Vitamin-D-Mangel-Prophylaxe (z.B. bei Vegetariern, Schwangeren, älteren Menschen, Personen mit mangelnder Sonnenlichtexposition)
Hypoparathyreoidismus (Nebenschilddrüsenunterfunktion)
Bluthochdruck Rachitis (Englische Krankheit)
Knochenbrüche rheumatische Erkrankungen
Osteomalazie (Knochenerweichung) Nierenversagen
Osteoporose (Knochengewebsschwund) Dialyse-Behandlung

Kontraindikationen:
Hyperkalzämie (erhöhter Calcium-Gehalt des Blutes)
Hypervitaminose D (Krankheit durch übermäßige Vitamin- D-Zufuhr bedingt)
Vitamin-D-Überempfindlichkeit
Schwangerschaft und Stillzeit

Wechselwirkungen:
Die Zufuhr von Phosphor beeinflußt den Vitamin-D-Stoffwechsel stark.
Laxanzien auf Paraffinölbasis und Cholestyramin (zur Behandlung von Hyperlipoproteinämien) hemmen die intestinale Vitamin-D-Resorption.
Diuretika auf Thiazidbasis können eine Hyperkalziämie verursachen (bei gleichzeitiger Einnahme physiologischer Vitamin-D-Dosen).
Magnesiumhaltige Antazida führen, in Kombination mit Vitamin D oder Calcitriol, zu einer Hypermagnesämie.
Antikonvulsiva (z.B. Barbiturate, Phenytoin) und andere Arzneien, die Leberenzyme induzieren, bewirken einen erhöhten Vitamin-D-Abbau in der Leber, der zur Osteomalazie führen kann.

Nebenwirkungen:
Bei Einnahme hoher Dosen über einen längeren Zeitraum
Hyperphosphatämie und Hyperkalzämie Durst
Erhöhung des Serum-Harnstoff-N Harnflut
Erniedrigung des Serumcholesterins Nierensteine
EKG-Veränderungen durch Störungen anderer Elektrolyte Kalkablagerungen in Kornea, Konjunktiva, Trommelfell
Apathie Übelkeit
Pankreatitis (durch Verkalkung der Pankreasgänge) Appetitlosigkeit

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Vitamin E (D-alpha-Tocopherol) pflanzlich

Funktionen im Körper:

Schutz von Fetten gegen Oxidationsprozesse; Regulation der Eiweißsynthese; hemmt Blutverklumpung.

Mangelerscheinungen:

Reine Vitamin-E-Avitaminosen beim Menschen treten isoliert praktisch nicht auf. Dagegen können relative Tocopherol-Mängel beobachtet werden, obwohl man sich bis heute nicht über den eigentlichen Tagesbedarf und über die notwendigen Zufuhrmengen bei entsprechenden Mängeln einig ist. Da Vitamin E für sich selbst als Antioxidans wirksam ist, zugleich aber auch Bestandteil von bisher 144 verschiedenen bekannten Enzymen und Enzymsystemen ist, sind Mangelsymptome gegeneinander nur schwer abgrenzbar und auch entsprechend schwer zuzuordnen.

Generell äußert sich eine Vitamin-E-Unterversorgung in einer vermehrten Lipidperoxidation in Blut und Gewebe. Aufgrund des vermehrten oxidativen Zerfalls von Körperzellen kann Vitamin-E-Mangel das Auftreten von Arteriosklerose und Herzerkrankungen begünstigen. Im Rahmen des Immungeschehens dürfte Vitamin-E-Mangel zu einer eingeschränkten Immunleistung führen und das Auftreten von Krebs begünstigen.

Weitere Mangelsymptome:
Ophthalmoplegie (Augenmuskellähmung)
Gangstörung
neuromuskuläre Störung
Areflexie (Fehlen automatisch ablaufender Körperfunktionen)
Pallästhesie vermindert (Sensibilitätsstörung)
Propriozeption vermindert (Tiefensensibilitätsstörung)
verkürzte Eyrtrozyten-Halbwertszeit

Indikationen (aus der wissenschaftlichen Literatur):
Herz-, Kreislauf-Erkrankungen - Störung der Gallen- und Pankreassekretion
Arteriosklerose - A-beta -Lipoproteinämie
Arthrose und Arthritis –aktiviert- - aktiver Hepatitis (Leberentzündung, aktiv)
Entzündungen -chronisch- - chronisch entzündlichen  Darmerkrankungen
Muskel- u. Bindegewebs-Erkrankungen - biliärer Zirrhose (Leberzirrhose, von den Gallengängen ausgehend)
Schutz vor Umweltgiften Verbesserung d. Hautoberflächenreliefs
Zellschutz Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit)
Krebsprävention Wundheilung
Infektabwehr nächtliche Beinkrämpfe
Schwermetall- und Chemikalienintoxikationen Dysmenorrhoe, praemenstruelles Syndrom (Zyklusstörung)
Menopausebeschwerden neuromuskuläre Störungen, z.B. bei: Cholestase (Gallestauung)
Atemnotsyndrom - Parkinson´scher Erkrankung
Vitamin-E-Resorptions- u. Ransport-
störungen z:B: nach Darmsekretionen
chronische Hämolyse (Auflösung der roten Blutkörperchen), z.B. bei: Sichelzellenanämie
- bei zystischer Fibrose (Schleimbildung in verschiedenen Organen) - beta -Thalassämie (Blutarmut durch Störung beim Aufbau des Blutfarbstoffes)

Kontraindikationen:
Blutgerinnungsstörungen
Behandlung mit Gerinnungshemmern

Wechselwirkungen:
Anorganisches, dreiwertiges Eisen oxydiert Vitamin E im Darm und verursacht so seine Inaktivierung.
Ein Zinkmangel kann die Effekte eines Mangels an Vitamin E verschlimmern.
Defiziens-Syndrome von Vitamin E und Selen überlappen sich und können infolge ihrer eng verwandten Wirkungsmechanismen meistens mit einer der beiden Substanzen erfolgreich behandelt werden.
Eine hohe Zufuhr von Vitamin E kann die intestinale Resorption von Vitamin K reduzieren und dem Effekt von Vitamin K auf die Gerinnung auf der Ebene der Prothrombin-Bildung entgegenwirken.

Nebenwirkungen:
Vorsicht bei dauerhafter Einnahme von Vitamin E. Gefahr einer Coenzym- Q10-Unterversorgung, da Q10 Vitamin E regeneriert und dabei selbst vernichtet wird.
Hohe Dosen können vorübergehende gastrointestinale Beschwerden verursachen.

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Vitamin K

Funktionen im Körper:

Blutgerinnung; Beteiligung an der Bildung von Gerinnungsfaktoren.

Mangelerscheinungen:

Vitamin-K-Mangel kann durch eine zu niedrige Zufuhr bzw. durch eine Störung der Resorption (z.B. bei Darmerkrankungen), aber auch durch die Gabe von Antibiotika, welche die Eigensynthese der Darmbakterien stören, auftreten. Vor allem können Antikoagulantien wie Cumarine einen Vitamin-K-Mangel hervorrufen. Die Mangelerscheinung ist gekennzeichnet durch Blutungsneigung und Verlängerung der Gerinnungszeit des Blutes.
Ein subklinischer Mangel ist während der Schwangerschaft und bei Neugeborenen häufig.

Indikationen (aus der internationalen wissenschaftlichen Literatur):
Vitamin-K-Mangel-Prophylaxe bei Neugeborenen nach der Geburt
Vitamin-K-Mangel-Prophylaxe bei Säuglingen mit gestörter Vitamin-K-Resorption z.B. bei: Mucoviszidose (Schleimbildung in verschiedenen Organen)
- Hepatitis (Leberentzündung)
- chronische Diarrhöen (chronische Durchfälle)
Vitamin-K-Prophylaxe bei Schwangeren, besonders wenn Antikonvulsiva, Antibiotika oder Laxanzien eingenommen werden, aber auch wenn Fehlernährung oder Malabsorption (Störung der Nährstoffaufnahme im Blut) bestehen
Arzneimitteltherapie
Osteoporose (Knochengewebsschwund)
Vitamin-K-Mangelzustände bei Erwachsenen, wenn die Darmflora zerstört ist oder bei gastrointestinalen Erkrankungen, z.B. bei: monatelanger Antibiotikaeinnahme
- Enteritis (Dünndarmentzündung)
- Morbus Crohn (Dünndarmschleimhauterkrankung)
- Colitis ulcerosa (Dickdarmschleimhauterkrankung)
- Bulima nervosa (Bulimie) (Ess-Brech-Sucht)

Kontraindikationen:

Bei Vitamin K1 und K2 keine. Vitamin K3 siehe Nebenwirkungen.

Wechselwirkungen:
Antibiotika können die endogene Produktion von Menachinon (Vitamin K2) stören, da, besonders durch die Einnahme von Breitband-Antibiotika, auch die Darmbakterien zerstört werden können.
Acetylsalicylsäure kann die Vitamin-K-Wirkung hemmen.
Antikoagulantien, besonders Cumarinderivate, wirken antagonistisch zu Vitamin K. Andererseits können hohe Vitamin-K-Dosen die Wirkung von Cumarinderivaten verhindern, z.B. als Gegenmittel gegen Rattengift, die häufig auf Cumarinbasis hergestellt sind.
Antikonvulsiva, z.B. Phenobarbital, können zu Vitamin-K-Mangel führen.
Eine hohe Zufuhr von Vitamin E kann die intestinale Resorption von Vitamin K reduzieren und dem Effekt von Vitamin K auf die Gerinnung auf der Ebene der Prothrombin-Bildung entgegenwirken
Exzessive Dosen von Calcium oder ein Calcium/Phosphor-Quotient über 2:1 infolge eines Calcium-Überschusses interferiert mit der Synthese und/oder Resorption von Vitamin K und verursacht innere Blutungen.

Nebenwirkungen:
Bei subkutaner oder intramuskulärer Injektion von Vitamin K kann es in seltenen Fällen zu allergischen Reaktionen kommen. Bei intravenöser Injektion kann in Einzelfällen ein anaphylaktischer Schock auftreten.
Das synthetische Vitamin K3 und seine Derivate können bei Neugeborenen in hohen Dosen zu hämolytischen Anämien führen. Dies gilt auch, wenn die Mutter in den letzten Monaten der Schwangerschaft mit Vitamin K3 therapiert wurde. Von einer Anwendung dieser Vitamin-K-Form ist daher abzuraten.

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b) Vitamine (wasserlöslich)

Vitamin B1 (Thiamin)

Funktionen im Körper:

Enzymbestandteil (Kohlenhydrat-Stoffwechsel); beteiligt an der Synthese von Acetylcholin, einem Überträgerstoff des Nervensystems.

Mangelerscheinungen:

Klinisch manifeste Vitamin-B1-Mangelzustände werden heute fast nur noch in Ländern der dritten Welt beobachtet. Subklinische Mangelzustände hingegen sind in den Industrienationen weit verbreitet. Ursache dürften der allgemein hohe Alkoholkonsum sowie der häufige Konsum raffinierter Getreidemehlprodukte sein.
Auch ist die Thiamin-Versorgung bei älteren Menschen oft mangelhaft.

Mangelsymptome:
Erschöpfungssyndrom Sensibilitätsverlust der Hände und Füße
Schwäche Muskelatrophie (Muskelschwund)
Nervosität Verdauungsstörungen
Depressionen Konstipation (Verstopfung)
Anorexie (Appetitlosigkeit) Kurzatmigkeit
Geräuschempfindlichkeit Gedächtnisverlust
Schmerzempfindlichkeit Verwirrung
Koordinationsstörungen  

Indikationen (aus der internationalen wissenschaftlichen Literatur):
Alkoholpolyneuritis (Nervenentzündung durch Alkoholismus) und andere Neuritiden (Nervenentzündungen)
Mangel-, Fehlernährung, erhöhter Bedarf z.B.: Schwangerschaft und Stillzeit
- parenteraler Ernährung –länger andauernd- (künstliche Ernährung)
- Rekonvaleszenz
Beriberi Depressionen
älteren Menschen Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit)
Lebererkrankungen Polyneuropathien (Nervenerkankungen)
Wernicke-Korsakow-Syndrom Darmerkrankungen
Schmerzzustände Leistungssport
Hauterkrankungen Reduktionsdiäten

Kontraindikationen:
Thiaminüberempfindlichkeit; anaphylaktische Reaktionen sind bei parenteraler, jedoch nicht bei oraler Verabreichung möglich.

Wechselwirkungen:
Bei hohem Tee- und Alkoholkonsum kommt es zu verminderter Thiamin-Resorption
Sulfithaltige Getränke (u.a. Wein) und Infusionslösungen können Thiamin inaktivieren.
Wechselwirkungen mit Neuroleptika, Antiepileptika und Antazida sind bekannt.
Für die Umwandlung von Thiamin in Thiaminpyrophosphat, seine biologisch aktive Form, ist Magnesium notwendig

Nebenwirkungen:
Oral verabreichtes Vitamin B1 hat eine extrem geringe Toxizität. Nebenwirkungen wurden
bei oraler Anwendung und bei extrem hohen Dosen nicht beobachtet.
Bei parenteraler Anwendung können anaphylaktische Reaktionen auftreten
Schwäche
Anorexie (Appetitlosigkeit)
Muskelsteifheit
Erbrechen und Fieber
Kopfschmerzen
Allergien mit juckenden Hautausschlägen
Tachykaride

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Vitamin B 2 (Riboflavin)

Funktionen im Körper:

Bestandteil wasserstoffübertragender Enzyme im oxidativen Zellstoffwechsel.

Mangelerscheinungen:

Isolierter Riboflavin-Mangel ist meist nur schwer erkennbar, da er, wie der Mangel an anderen B-Vitaminen, häufig gepaart mit anderen Nährstoff-Mängeln auftritt. Auch ist das Erscheinungsbild eines Riboflavin-Mangels aufgrund der vielfältigen biologischen Funktionen im Fettsäure-, Kohlenhydrat- und Aminosäurestoffwechsel äußerst heterogen. Ältere Menschen weisen häufig eine Unterversorgung mit Riboflavin auf.

Mangelsymptome:
Schwindel Cheilitis (Lippenentzündung)
Depressionen Glossitis (Zungenentzündung)
Photophobie (Lichtscheuheit) Polydipsie (übersteigertes Durstgefühl)
Augen - rot, juckend, brennend - Wachstumsstörung
verschwommenes Sehen Alopezie (Haarausfall)
Katarakt (Grauer Star) Dermatitis (Hautentzündung)

Weitere Anzeichen eines B2-Mangels sind vermehrte Müdigkeit, Arbeitsunlust, Taubheitsgefühl an Händen und Füßen sowie eine Störung des Eisenstoffwechsels (verringerte Erythrozyten-Lebenszeit). Auch das Immunsystem dürfte bei Vitamin-B2-Unterversorgung beeinträchtigt sein.

Indikationen (aus der internationalen wissenschaftlichen Literatur):
Mangel-, Fehlernährung sowie erhöhter Riboflavin-Bedarf bei Risikogruppen wie:
- älteren Menschen
- schwangeren Frauen
- stillenden Frauen
Malabsorption (Störung der Nährstoffaufnahme im Blut) bei chronischen Entzündungen des Dünndarms, in deren Verlauf es zu Resorptionsstörungen kommt, z.B.:
 
- Morbus Crohn (Dünndarmschleimhauterkrankung)
- Sprue (Verdauungsstörung)
- Colitis ulcerosa (Dickdarmschleimhauterkrankung)
Alkoholismus
parenterale Ernährung (künstliche Ernährung)
Medikamenteneinnahme wie:
- orale Kontrazeptiva (die "Pille")
- Theophylline
- Penicillin
- Borsäure
- Chlorpromazin
Dermatosen an Haut und Schleimhäuten (Erkrankungen an Haut- und Schleimhäuten)
Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit)
Hyperbilirubinämie bei Säuglingen
Hyperthyreose (Schilddrüsenüberfunktion)

 
Kontraindikationen: nicht bekannt !

 
Wechselwirkungen:
Theophylline (Atemwegstherapeutikum) und Penicillin verdrängen Riboflavin aus den Albuminbindungsstellen und hemmen somit seinen Transport ins Zentralnervensystem.
Borsäure (Antiseptikum) und Chlorpromazin (Neuroleptikum) führen zu erhöhter Riboflavinausscheidung. Chlorpromazin weist eine strukturelle Ähnlichkeit mit Riboflavin auf und kann daher die FAD-Synthese teilweise blockieren.

 
Nebenwirkungen:
nicht bekannt.

Bei Gabe von Vitamin B 12 kann eine Gelbfärbung des Urins auftreten, die auf eine erhöhte Ausscheindung von Riboflavin zurückzuführen ist. Diese Gelbfärbung ist harmlos.

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Vitamin B 3 Niacin

Funktionen im Körper:

Niacin ist die zusammenfassende Bezeichnung für Nicotinsäure und Nicotinamid sowie die Wirkformen NAD (Nicotinamidadenindinukleotid) und NADP (Nicotinamidadenindinukleotidphosphat), die als Coenzyme u.a. in der Atmungskette eine Schlüsselrolle spielen. Niacin ist beteiligt am Energiestoffwechsel und an der Fettsäuresynthese.

Mangelerscheinungen:

Die Versorgung mit Niacin ist bei älteren Menschen oft mangelhaft, selbst wenn die diätische Zufuhr angemessen ist und wenn eine orale Supplementierung erfolgt.

Mangelsymptome:
Kopfschmerzen Mundgeruch
Erschöpfungssyndrom Aphthen (Mundschleimhauterkrankung)
Gedächtnisstörungen Verdauungsstörungen
emotionale Labilität Diarrhoe (Durchfall)
Depressionen Hautausschläge
Schlaflosigkeit Dermatitis (Hautentzündung)
Anorexie (Appetitlosigkeit) und Übelkeit Gliederschmerzen
Muskelschwäche Verwirrung

Indikationen (aus der internationalen wissenschaftlichen Literatur):
Pellagra
Fehl- und Mangelernährung z.B. bei:
- Anorexia nervosa (Appetitlosigkeit, Magersucht)
- länger andauernde parenterale Ernährung
- Alkoholismus
Alkoholiker zeigen Mängel an fast allen B-Vitaminen, welche die neurologischen Ausfälle begünstigen
eingeschränkte Resorption, z.B. bei:
- Alkoholismus
- Dünndarmresektion
- Sprue (Verdauungsstörung)
- Zöliakie (Verdauungsstörung)
erhöhter Bedarf, z.B.:
- in der Schwangerschaft und Stillzeit
- in der Rekonvaleszenz
- während des Wachstums
Hyperlipidämie (Fettstoffgehalt im Blut zu hoch)
Hypertonie (Bluthochdruck)
Thromboseneigung
Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit)
Dermatosen an Haut und Schleimhäuten
Tumorerkrankungen
neurologische Störungen verschiedener Art
Arzneimitteleinnahme
Hartnup-Syndrom
Arthritis (Gelenkentzündung)
einseitige Ernährung

Kontraindikationen:
Die Gegenanzeigen beziehen sich auf die hoch dosierte Gabe von Nicotinsäure
schwere Leberfunktionsstörungen
Gicht
Magen-Darm-Ulzerationen (Magen-Darm-Geschwüre)
Herzrhythmusstörungen
Herzinsuffizienz

Nicotinamid kann die antikonvulsive Wirkung von Phenobarbital verstärken. Die regelmäßige Einnahme folgender Arzneimittel kann zu Niacin-Mangel mit allen Symptomen der Pellagra führen:

Wechselwirkungen:
L-Dopa als Parkinsonmittel
Tuberkulosestatika (Isoniazid)
Analgetika/Antirheumatika (Morazon, Salicylamid, Dextropropoxyphen, Paracetamol, Ethenzamid)
Psychopharmaka (Diazepam)
Antiepileptika (Phenytoin, Phenobarbital)
Immunsuppressiva (Azathioprin)
Zytostatika (Marcaptopurin)

Nebenwirkungen:
Eine Überdosierung ist nicht bekannt. Nicotinsäure, jedoch nicht Nicotinamid, löst in hohen Dosen (mehr als 1000 mg/Tag) einen vasodilatatorischen (hautgefäßerweiternden) Effekt aus. Es kann zu Hitzewallungen und Hautjucken kommen. Tritt dies auf, sollte die Dosis vorübergehend reduziert werden. Nach vier Tagen mit ca. 400 mg/Tag verschwindet meist diese Nebenwirkung.

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Vitamin B 5 (Pantothensäure)

Funktionen im Körper:

Bestandteil von Coenzym A, damit wichtig für Kohlenhydrat-, Fett- und Eiweißstoffwechsel.

Mangelerscheinungen:

Bei ausgewogener Kost ist ein isolierter Pantothensäure-Mangel sehr selten zu beobachten. Die heutigen Ernährungsweisen führen allerdings häufig zu einer Unterversorgung.

Mangelsymptome:
Erschöpfungssyndrom Koordinationsstörungen
Mattigkeit abdominale Schmerzen (Bauchschmerzen)
Schwäche Übelkeit und Erbrechen
Nervosität Infektionen
Depressionen Hypotonie (niedriger Blutdruck)
Schlaflosigkeit Tachykardie (Herzjagen, Herzrasen)
Anorexie (Appetitlosigkeit) Alopezie (Haarausfall)
brennende Füße Ekzem
Muskelspasmen (Muskelkrämpfe) Parästhesien (Taubheits- und Kribbelgefühl durch Durchblutungsstörung)

Indikationen (aus der internationalen wissenschaftlichen Literatur):
Hyperlipidämie (erhöhte Blutfette)
Colitis ulcerosa (Dickdarmschleimhautentzündung)
Lupus erythematodes (Schmetterlingsflechte)
Mangel- und Fehlernährung
Allergien
Infektabwehr
postoperative Darmatonie (Darmerschlaffung nach Operation)
gestörte Wundheilung
topische Anwendung zur Unterstützung der Wundheilung

Kontraindikationen: (nicht bekannt)

Wechselwirkungen:
Pantothensäure kann wahrscheinlich die Toxizität von Streptomycinsulfat (Antibiotikum) reduzieren.

Nebenwirkungen:
Von Pantothensäure sind weder die Dosierungen noch Nebenwirkungen bekannt. Dosen von mehr als 10 g/Tag führen höchstens zu leichten Darmstörungen.

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Vitamin B 6 (Pyridoxin)