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Zink
und seine Bedeutung für die Sinnesleistungen
nach Barbara Becher
Es wird allgemein akzeptiert, dass die Leistungen von Augen und Gehör
mit zunehmendem Alter nachlassen und tatsächlich treten Beeinträchtigungen
der Sinnesfunktionen Sehen, Hören, Riechen und Schmecken bei älteren
Menschen häufiger auf, als bei jungen. Diese Störungen können
aber auch als Begleitsymptome bei Erkrankungen wie Diabetes mellitus,
Leberzirrhose und Morbus Crohn auftreten oder durch den langfristigen
Gebrauch bestimmter Medikamente hervorgerufen werden. Die Induktion eines
Zinkmangels spielt hierbei nicht selten eine Rolle. Daher kann, zur Wiederherstellung
und Verbesserung der Sinnesfunktionen eine Zinktherapie hilfreich sein.
Die Zinkversorgung ist durch Alter und Krankheit besonders gefährdet
In der Bevölkerungsgruppe der älteren Menschen ist das Risiko
einer Unterversorgung mit Zink deutlich erhöht. Die Ursachen hierfür
liegen überwiegend in einer unzureichenden Zinkaufnahme durch falsche
Ernährung, verminderte Zinkresorption oder erhöhte Zinkverluste,
bedingt durch Erkrankungen, die im Alter gehäuft beobachtet werden.
Auch die langfristige Einnahme bestimmter Medikamente und Mehrfachmedikationen
können hierzu beitragen. Verzehrstudien ergaben, dass die durchschnittliche
tägliche Zinkaufnahme älterer Personen bei 7-11 mg und damit
deutlich im Bereich der Unterversorgung liegt. Insbesondere einkommensschwache
Gruppen wiesen bei diesen Untersuchungen größere Defizite in
ihrer Nahrungszusammensetzung auf.
Untersuchungen
der Serumzinkwerte bei älteren Menschen (Altersbereich: 61 bis 96
Jahre) ergaben deutlich verminderte Werte gegenüber dem Normwert.
Von den 79 untersuchten Personen hatten nur 14, also weniger als 20%,
einen Serumzinkspiegel innerhalb des Normbereichs, aber auch bei diesen
Personen lag der Zinkwert gerade nur im unteren Grenzbereich.
Eine sechswöchige
Zinksupplementation konnte bei den meisten untersuchten Probanden den
Zinkspiegel bis in den mittleren Normbereich anheben. Dies deutet darauf
hin, dass sich der Zinkstatus mit zunehmendem Alter nicht grundsätzlich
zu niedrigeren Werten hin verändert, sondern, dass häufig eine
nicht ausreichende Versorgung vorliegt. Andere Untersuchungen bestätigen,
dass die Gesamtausscheidung von Zink bei älteren Menschen häufig
größer ist, als die Bruttoaufnahme. Die Folge hiervon ist eine
zunehmende Erschöpfung der Zinkreserven. Eine marginale Zinkversorgung
und latente Zinkmangelzustände sich jedoch nicht nur in der älteren
Bevölkerung anzutreffen. Bei einer serologischen Reihentestung an
über 1700 zufällig ausgewählten Personen wurde bei 45%
der Untersuchten ein erniedrigter Zinkwert gemessen. Bestimmte Risikogruppen
sind dabei stärker von einem Zinkmangel bedroht. Neben älteren
sind vor allem chronisch kranke Menschen gefährdet. Bei ihnen lassen
sich auch am häufigsten typische Zinkmangelsymptome wie eine gestörte
Dunkeladaptation, verminderter Geruchs- und Geschmackssinn und auch eine
verminderte Abwehrleistung des Immunsystems beobachten. Beim Auftreten
dieser Symptome sollte eine orale Zinksubstitution1 vorgenommen werden,
da ein alimentärer Ausgleich des Zinkmangels oft nur schwer möglich
ist.
Treten
bestimmte Symptome auf, kann die Untersuchung des Zinkstatus sinnvoll
sein, um den Zusammenhang mit einem möglichen Zinkmangel aufzudecken.
In der Praxis hat sich die Untersuchung des Vollbluts bewährt.
Mögliche Symptome bei Zinkmangel:
Geruchs- und Geschmacksstörungen
Appetitlosigkeit
Gewichtsverlust
Adynamie (Kraftslosigkeit, chronisches Müdigkeitssyndros)
Apathie
Depressionen
Beeinträchtigung des Sehvermögens
Blutbildungsstörungen
Geschwächtes Immunsystem
Gonadenunterfunktion (Unterfunktion der Keimdrüsen [Hoden, Eierstöcke]
)
Haarausfall
Hautveränderungen
Wundheilungsstörungen
Wieviel
Zink täglich?
(Empfehlungen der DGE für die tägliche Zinkaufnahme bei gesunden
Personen)
Säuglinge
0-2 Monate 3mg
3-5 Monate 4mg
6-11 Monate 5mg
Kinder/Jugendliche
1- 3 Jahre 8mg
4-6 Jahre 10mg
7-12 Jahre 12mg
13-19 Jahre (w/m) 12/15mg
Erwachsene
über 19 Jahre (w/m) 12/15mg
Schwangere 20mg
Stillende 25mg

Geruchs-
und Geschmacksstörungen sind erste Warnzeichen
Beeinträchtigungen des Geruchssinnes und Störungen im Geschmackssinn
gehören zu den typischen, frühzeitig auftretenden Symptomen
eines Zinkmangels. Die Ursache des Zinkmangels kann dabei eine unzureichende
Versorgung mit dem essentiellen Spurenelement sein, wie sie bei Mangel-
und Fehlernährung bei Diäten, durch hohen Alkoholkonsum, durch
falsche Zusammenstellung der Nahrung oder auch bei parenteraler Ernährung
entstehen kann.
Sehr häufig
entsteht ein Zinkmangel aber auch als Folge verschiedener Erkrankungen,
die den Zinkstoffwechsel negativ beeinflussen. Dabei können eine
verminderte Fähigkeit zur Verwertung des Nahrungszinks, ein erhöhter
Bedarf oder eine gesteigerte Ausscheidung vorliegen. Besonders Erkrankungen
der inneren Organe, die in die Zinkhomöostase einbezogen sind, führen
häufig zu einem sekundären Zinkmangel.
Typische Mangelsymptome
treten bei einer Reihe von Erkrankungen als Begleiterscheinungen auf.
Gut dokumentiert sind Geruchs- und Geschmacksstörungen bei chronischen
Lebererkrankungen, insbesondere der Leberzirrhose, Nierenfunktionsstörungen,
chronisch entzündlichen Darmerkrankungen wie Morbus Crohn und Colitis
ulcerosa und bei Diabetes mellitus. Aber auch der langfristige Gebrauch
bestimmter Pharmaka kann zu Imbalancen im Zinkstoffwechsel führen
und Mangelsymptome hervorrufen.
In diesen Fällen wurden bisher Störungen der Sinnesfunktionen
im Zusammenhang mit Zinkmangel beobachtet:
Acrodermatitis enteropathica (vererbliche chronische Hautkrankheit)
Alkoholismus
Anorexia nervosa (ohne Appetit, Magersucht, psychogene Essstörung)
Colitis ulcerosa
Dauergebrauch bestimmter Pharmaka (z.B. Diuretika, Laxantien, Hormonpräparate)
diabetes mellitus
Down-Syndrom
hohes Alter
Hypo- und Hyperthyreose
Langanhaltende Diarrhoen
Leberzirrhose
Morbus Crohn
Niereninsuffizienz
parenterale Ernährung
psychiatrische Erkrankungen
Schwangerschaft
Die genauen
Mechanismen, die bei der Zinkdepletion zu Geruchs- und Geschmacksstörungen
führen, sind noch nicht vollständig geklärt. Sicher sind
daran aber sowohl neurosensorische wie enzymatische Prozesse beteiligt.
Trotz strikter Zinkhomöostase im Gehirn hat eine länger dauernde
Unterversorgung mit Zink auch Auswirkungen auf dieses Organ.
Sogar relativ frühzeitig auftretende Symptome sind Störungen
beim Geruchs- und Geschmacksempfinden. In vielen Fällen dieser Störungen
kann aber eine Zinksupplementation die Ausfälle beheben. Unabhängig
durch welche, meist mit einem Zinkmangel assoziierte Grunderkrankung die
Störungen verursacht werden, zeigt sich eine Zinksubstitution nicht
selten erfolgreich.
Das reichhaltige
Angebot verschiedener Nahrungsmittel läßt vermuten, daß
hierzulande eine Unterernährung und eine Versorgung mit wichtigen
Mikronährstoffen quasi ausgeschlossen ist. Untersuchungen über
die Verzehrgewohnheiten der Deutschen wie die Nationale Verzehrstudie
von 1991 (NVS) zeigten aber, daß die Ernährungslage der Bevölkerung
weit vom Idealzustand entfernt ist. Insbesondere bei der Versorgung mit
einigen essentiellen Vitaminen und Spurenelementen wie Vitamin C und E,
Zink und Selen können bei unausgewogenen Ernährungsgewohnheiten
größere Defizite entstehen.

Zink schützt
Schleimhautzellen
Die Substitution von Zink ist bei der Behandlung von Beeinträchtigungen
des Geruchs- und Geschmackssinnes in vielen Fällen erfolgreich, allerdings
nur solange es sich um funktionelle Störungen handelt. Ist der Krankheitsprozeß
soweit fortgeschritten, daß Schleimhautoder Nervengewebe unwiederbringlich
zerstört ist, kann selbstverständlich auch eine Zinktherapie
nichts mehr ausrichten.
Zink gehört neben anderen essentiellen Mikronährstoffen zu den
wichtigsten Elementen für den reibungslosen Zellstoffwechsel und
schützt darüber hinaus durch seine starke antioxidative Potenz,
die Integrität der Zelle. Dies bedeutet insbesondere auch für
die Mund und Nase auskleidenden Schleimhäute eine höhere Stabilität
und Resistenz gegenüber schädigenden Einflüssen und eine
verbesserte Regenerationsfähigkeit. Daher ist es wichtig, bei chronischen,
entzündlichen Prozessen, die sich im Nasen-Rachen-Raum abspielen,
eine ausreichende Zinkversorgung sicherzustellen, um das Risiko einer
dauerhaften Schädigung des rezeptortragenden Schleimhautepithels
zu minimieren.
Funktionen
und Metabolismus von Zink im Gehirn
Für die Sinnesleistungen sind nicht nur die Vorgänge an den
externen Organen Auge, Ohr, Nase und Mund von Bedeutung, sondern auch
die Verarbeitung der Reize im Gehirn. Dabei spielt auch das Spurenelement
Zink eine wichtige Rolle. Sowohl die exzitatorische wie die inhibitorische
Reizleitung im Gehirn wird durch zinkabhängig gebildete Neurotransmitter
vermittelt. Weiterhin sind die Prozesse der Umwandlung der chemischen
Reize verschiedenster Substanzen in elektrische Signale, die dann im Gehirn
z.B. als Geruch oder Geschmack Gestalt annehmen, von Zink als Cofaktor
der Proteinsynthese abhängig.
Das Gehirn ist durchaus nicht das zinkreichste Körpergewebe. Mit
etwa 20mg Zink pro Gramm Feuchtgewicht liegt sein Zinkgehalt eher im unteren
Bereich. Auch die Verteilung des Zinks in den verschiedenen Regionen des
Gehirns ist nicht gleichmäßig. Den höchsten Gehalt fand
man im Hippocampus, den niedrigsten im Thalamus-/ Hypothalamus-Bereich
und der Medulla oblongata. Mittlere Werte finden sich in Kleinhirn, Mittelhirn,
Kortex, Korpus striatum und im Bulbus olfactorius. Die höchsten Zinkkonzentrationen
finden sich in den Moosfasern und deren synaptischen Vesikeln, was auf
eine Funktion des Zinks bei der Neurotransmission hindeutet.
Die Aufnahme des Zinks ins Gehirn erfolgt vermutlich aus dem Blut über
die Blut-Hirn-Schranke durch einen aktiven Transportmechanismus. Hierfür
spricht die 20fach höhere Konzentration des Zinks in den Moosfasern
gegenüber der im Plasma. Im Durchschnitt beträgt die biologische
Halbwertszeit des Zinks im Gehirn 12,3 Tage und ist damit recht lang.
Bei Zinkmangel erhöht sich die Halbwertszeit, und das Metall wird
im Gehirn retiniert. Diese strikte Aufrechterhaltung der Zinkhomöostase
deutet auf die lebenswichtigen Funktionen dieses essentiellen Spurenelementes
in diesem Organ hin.
Neurotransmitter
und synaptische Signalübertragung
Die
Funktionen von Zink im Zentralen Nervensystem sind sehr vielseitig. Neben
den für die Entwicklung wichtigen Enzymen, gibt es im Gehirn eine
Reihe weiterer zinkabhängiger Enzyme. Darunter solche, die für
die Synthese und Metabolisierung von Neurotransmittern verantwortlich
sind. Noradrenalin und Adrenalin werden über die Zwischenstufen Dopa
und Dopamin aus der Aminosäure Tyrosin gebildet. Die dabei beteiligten
Enzyme Dopamin-beta-hydroxylase und Phenylethanolamin-N-methyltransferase
unterliegen dabei einer zinkabhängigen Regulation. So konnte man
bei Zinkmangel-Ratten erhöhte Dopamin- und Noradrenalinkonzentrationen
im Gehirn nachweisen, was auf einen gestörten Metabolismus dieser
beiden Katecholamin-Transmittersubstanzen hinweist.
Die Katecholamin-Transmitter sind aber nicht die einzigen Botenstoffe
im ZNS, die zinkabhängig reguliert werden. Auch die Neurotransmitter
Glutaminsäure und gamma-Aminobuttersäure (GABA) werden von Zink
beeinflußt. Glutaminsäure entsteht aus alpha-Ketoglutarat,
einem Metabolit des Citratzyklus, unter der katalytischen Wirkung der
Glutamatdehydrogenase. gamma-Aminobuttersäure, ein inhibitorischer
Transmitter, wird wiederum aus Glutaminsäure von der Glutamatdecarboxylase
synthetisiert. Beide Enzyme werden durch Zink beeinflußt und zeigen
Aktivitätsverluste bei Zinkmangel. Die Folge kann ein Mangel an den
entsprechenden Botenstoffen sein.
Zink scheint aber nicht nur in die Synthese von einigen Transmittersubstanzen
involviert zu sein, sondern auch bei der synaptischen Signalübertragung
eine Rolle zu spielen. Aufgrund des hohen Gehalts dieses Spurenelementes
im Hippocampus wurden die meisten Untersuchungen bisher an dieser Hirnregion
vorgenommen. Hier konzentriert sich das Zink in den synaptischen Vesikeln
der Endköpfe der Moosfaseraxone. Auf einen Reiz hin wird Zink in
den extrazellulären Raum freigesetzt und anschließend wieder
aufgenommen. Vieles ist dabei noch unklar. Für die Beteiligung von
Zink an der synaptischen Signalübertragung werden verschiedene Möglichkeiten
diskutiert, die von direkter Signalübertragung über Kontrolle
der Abgabemengen anderer Transmitter bis zur Funktion als Neuromodulator,
z.B. über die Beeinflussung von Ionenkanälen, reichen.
Weiterhin gibt es Hinweise, daß Zink bei der Modulation von postsynaptischen
Rezeptoraffinitäten eine Rolle spielen könnte. Es soll bei der
Down-Regulation von Opioid-Rezeptoren beteiligt sein und weiterhin bei
der Wechselwirkung anderer neuroaktiver Substanzen wie GABA und Acetylcholin
mit ihren Rezeptoren. Die genaue Aufklärung dieser Vorgänge
bedarf jedoch noch weiterer eingehender Forschung.

Die Bedeutung
von Zink beim Sehvorgang
Bei vielen Menschen läßt besonders bei einsetzender Dämmerung
und im Dunkeln die Sehleistung drastisch nach. Dies kann z.B. im Straßenverkehr
gefährliche Auswirkungen haben. Hier läßt sich oft beobachten,
daß viele Autofahrer aufgrund mangelnder Sehleistung bei Dunkelheit
sehr unsicher werden. Dieses Phänomen verstärkt sich noch bei
blendendem Gegenverkehr oder bei Nässe. Die Ursache hierfür
liegt häufig in einer mangelnden Sehleistung durch eine gestörte
Dunkeladaptation, die man fälschlich oft auch als Nachtblindheit
bezeichnet.
Die mangelnde Fähigkeit der Augen, sich an schlechte oder sich plötzlich
verändernde Lichtverhältnisse anzupassen, kann auf einem Zinkmangel
beruhen, denn dieses essentielle Spurenelement ist wesentlich an den im
Auge ablaufenden Prozessen zur Visualisierung beteiligt. Vitamin A, das
als Retinal den Sehprozeß vermittelt, wird durch ein spezielles,
zinkabhängiges Protein, das Retinol-bindende Protein (RBP), aus der
Leber in seine Zielorgane transportiert. Auch die Umwandlung von Retinol
(Vitamin A) in den aktiven, am Sehprozeß beteiligten Aldehyd Retinal
erfolgt durch eine zinkabhängige Alkoholdehydrogenase. Ein Zinkmangel
kann daher zu einem Mangel an Sehpurpur im Auge führen und dadurch
eine Dunkeladaptationsstörung verursachen.
Auch die Makuladegeneration, eine Erkrankung der Macula lutea, führt
zu einem fortschreitenden Sehverlust. Während bei dieser Erkrankung
der äußere Gesichtsfeldrand erhalten bleibt, wird durch Zerstörung
der Fovea centralis, dem Ort des schärfsten Sehens, die Sehfeldmitte
nach und nach völlig zerstört.
In einer prospektiven, doppelblind durchgeführten Studie wurde Patienten
mit bestehender Makuladegeneration 2mal 40 mg Zink pro Tag über einen
Zeitraum von 6 Monaten verabreicht. Die Studienauswertung nach 12 bzw.
24 Monaten erbrachte geringere visuelle Verluste in der Verumgruppe als
in der Placebogruppe. Die adjuvante Zinktherapie kann diese Augenerkrankung
sicher nicht heilen, scheint aber eine Möglichkeit zu sein, den Krankheitsfortschritt
zu verzögern.
Zinkmangel
macht schwerhörig
Nicht nur Sehen, Riechen und Schmecken sind von einer ausreichenden Zinkversorgung
abhängig, sondern auch das Hören. Ähnlich wie im Auge sind
auch im Ohr die Funktionen von Zink und Vitamin A eng miteinander verknüpft.
Experimentelle Befunde nach chronischem Zink- und Vitamin-A-Mangel ähneln
den histologischen Beobachtungen an menschlichen Höhrschnecken bei
der Altersschwerhörigkeit. Der Hörverlust tritt überwiegend
im Bereich hoher Frequenzen auf. Zurückgeführt werden die Beeinträchtigungen
des Gehörs auf degenerative Veränderungen am Ganglion spirale
cochleae und im Corti-Organ, dem Sinnesepithel der Gehörschnecke.
Der Mangel an Zink und Vitamin A führt besonders im fortgeschrittenen
Alter zu einer beschleunigten Atrophie der Nervenzellen und deren Fasern
am basalen Ende der Schnecke.
In der therapeutischen Praxis sollte aufgrund der engen Beziehungen von
Zink und Vitamin A bei beobachteten Vitamin-A-Mangelsymptomen vor allem
auch an einen Zinkmangel gedacht werden. Eine Unterversorgung mit Vitamin
A ist in unseren Breiten nur sehr selten anzutreffen, die Bereitstellung
dieses Vitamins in seinen Erfolgsorganen wird aber durch einen Zinkmangel
gefährdet und führt ebenfalls zu der typischen Symptomatik.
Ebenso wie
Störungen im Geruchs- und Geschmacksempfinden finden sich bei einer
Reihe von Erkrankungen mit assoziiertem Zinkmangel auch eine Hochtonschwerhörigkeit
und Dunkeladaptationsstörungen. Die Altersschwerhörigkeit ist
kein unabwendbarer physiologischer Alterungsprozeß, sondern über-
wiegend eine Folge endogener und exogener Schädigungen des Ohres
im Laufe des Lebens, wozu auch die Unterversorgung mit Zink zu rechnen
ist.


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