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Im Alter geht der Selengehalt im Blut zurück:
durch einseitige Ernährung, geringe Nahrungsaufnahme und vermehrte
Radikal-Oxidationsvorgänge im Körper entsteht ein starkes Defizit
an Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen. Zusätzlich machen
die im Alter zunehmenden Krankheiten des Herzens, Arteriosklerose, Störungen
des Immunsystems und Krebs eine Nahrungsergänzung mit Selen wichtig.
Typische Gruppen für einen Mehrbedarf an Selen:
Welche Rolle spielt Selen für die Erhaltung der menschlichen Gesundheit?
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| 1. der Schutz der Zelle vor "freien Radikalen", die als hauptsächliche Verursacher vorzeitiger Alterungsprozesse gelten; |
| 2. die Erhöhung der körpereigenen Abwehrkraft gegen Krankheitserreger einschließlich Viren und Umweltgifte; |
| 3. die immunstimulierende Wirkung; |
| 4. der Schutz vor giftigen Schwermetallen; Selen geht mit diesen Schwermetallen unlösliche Verbindungen ein, die über die Verdauung ausgeschieden werden können. |
| 5. die krebsschützende Wirkung; ** siehe Anmerkung hierzu |
| 6. die Funktionserhaltung und -rückgewinnung praktisch aller Organe, einschließlich des Herzens, der Leber, der Nieren, der Bauchspeicheldrüse, der Muskeln und Lymphozyten (weißer Blutkörperchen).... |
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(Anmerkung: BM/dpa Chicago - Die regelmäßige
Einnahme des Spurenelements Selen kann in selenarmen Regionen das Todesrisiko
durch Krebs um die Hälfte verringern. Die Wahrscheinlichkeit einer
Krebserkrankung kann so um 37 Prozent reduziert werden. Das geht aus einer
Langzeitstudie mit mehr als 1300 Amerikanern hervor. Die Ergebnisse wurden
im Journal der Amerikanischen Ärztegesellschaft (JAMA Bd. 276, Nr.
24, S. 1957) veröffentlicht. Eine Teilnehmergruppe der Untersuchung
nahm viereinhalb Jahre lang täglich 200 Mikrogramm Selen in Tablettenform
ein. In der Gruppe traten 37 Prozent weniger Krebserkrankungen und 50
Prozent weniger Todesfälle durch Krebs auf, als in der Kontrollgruppe,
die ein Scheinpräparat schluckte. Im einzelnen hatte die Selen-Gruppe
63 Prozent weniger Prostatakrebs, 58 Prozent weniger Darm- und Rektaltumoren
und 46 Prozent weniger Lungenkrebsfälle als die Kontrollgruppe. Dagegen
zeigte die tägliche Selengabe keinen Einfluß auf die Entwicklung
von Haut-, Blasen- und Brustkrebs oder Tumoren an Kopf und Hals. Die krebsvorbeugende
Wirkung von Selen wurde erstmals in den 60er Jahren festgestellt. Ein
selenhaltiges Enzym ist maßgeblich am Abbau der sogenannten freien
Radikalen beteiligt, die ständig im Körper entstehen und das
Gewebe schädigen können.)
Der amerikanische Altersforscher Prof. Harman hält den Alterungsprozeß
für die Summe der schädigenden Reaktionen von "freien Radikalen",
die in den Körperzellen und -geweben ständig vor sich gehen.
Diese biochemischen Substanzen entstehen in allen Körperzellen, vor
allem durch unvollständige Sauerstoffverbrennung (Oxidation) oder
durch einen gestörten Fettstoffwechsel (Lipidperoxidation). Aber
auch durch Einwirkung von außen entstehen "freie Radikale",
z.B. durch die ultravioletten Strahlen der Sonne, durch Zigarettenrauch,
durch Rückstände in Nahrungsmitteln, Röntgenstrahlen, Streß,
bestimmte Arzneimittel, Autoabgase und viele andere Faktoren.
Freie Radikale haben als Sauerstoffatome eine ungerade Elektronenzahl.
Das macht sie zu hochreaktiven Substanzen, denn sie sind bestrebt, ein
Elektron abzugeben oder eins hinzu zu bekommen. Sie gehen also mit jedem
gerade in der Nähe befindlichen Molekül eine Verbindung ein.
Wenn die Reaktion im Übermaß mit Bestandteilen der Zellen selbst
erfolgt, treten schädliche Veränderungen und mit der Zeit Zellzerstörungen
ein.
Die Folgen sind vielfältig. Freie Radikale sind beteiligt an der
Bildung von Altersflecken, sie schädigen die Zellmembranen und machen
sie durchlässig für Schadstoffe, wodurch Krebs entstehen kann.
Sie verursachen Fehlreaktionen des lmmunsystems, wodurch chronische Entzündungen
(wie Gelenkrheumatismus oder Organe) entstehen. Sie sind mitbeteiligt
an der Entstehung so verbreiteter Krankheiten wie Arteriosklerose, Bluthochdruck,
Allergien, lmmunschwäche usw. Gegen die Angriffe der freien Radikalen
wehrt sich der Körper mit Hilfe von Vitaminen und Enzymen, die zum
Teil aus Selen bestehen. Die bekanntesten Radikalenfänger sind die
Vitamine C und E sowie Beta-Carotin, eine Vorstufe des Vitamin A. Diese
Radikalenfänger werden auch als Antioxidantien bezeichnet. Solange
es genügend von ihnen gibt, können die freien Radikalen nicht
überhandnehmen, der Alterungsprozeß wird verzögert und
der Mensch bleibt gesund.
In der enzymatischen Abwehr der freien Radikalen spielt nun Selen eine
bedeutende Rolle. Es liegt auf der Hand, daß eine ausreichende Selenversorgung
gerade für ältere Menschen für die Gesunderhaltung unerläßlich
ist. Leider sieht es damit gar nicht gut aus. Zu dem schon erwähnten
Selenmangel im Boden kommen gerade bei älteren Menschen leicht Ernährungsfehler,
die das Selendefizit noch verschärfen: Einseitige Kost, falsche Zubereitung
der Nahrung (durch Kochen geht bis zu 50% des in der Nahrung vorhandenen
Selens verloren), Essen von Konservennahrung und industriell verarbeiteter
Nahrungsmitteln. Außerdem liegen bei älteren Menschen häufig
zusätzlich Resorptionsstörungen (Schwierigkeiten in der Aufnahme
von Nährstoffen) organischer oder medikamentös verursachter
Art vor.
Prof. Grube vom Wilhelminenspital der Stadt Wien hat in den vergangenen
Jahren klinische Erfahrungen bei den verschiedenartigsten Spurenelement-Mangelerkrankungen
gesammelt. Er hat festgestellt, daß gerade ältere Menschen
mit mehrfachen Gesundheitsstörungen immer häufiger die Symptome
eines Spurenelemente-Mangels zeigen. (Anmerkung: In einer Studie an mehr
als 1750 Menschen aus dem Großraum Wien, die im Labor durchgeführt
wurde, ging hervor, daß 52% dieser Personen einen Selenmangel aufwiesen.
Das heißt, jeder zweite dieser Menschen hat nicht ausreichend Selen
zur Verfügung und damit sind die vom Selen ausgehenden Wirkungen
nicht vollerreichbar.)
Unter diesen Erkrankungen sei besonders der Mangel an Selen in den letzten
Jahren sprunghaft angestiegen. Prof. Gruber setzt Selen als Hilfsmittel
(Adjuvans) bei folgenden Erkrankungen ein: koronare Herzkrankheit, Arteriosklerose,
Herzinfarkt, rheumatischer Formenkreis, Leberzirrhose, Augenkrankheiten,
Erkrankungen der Haut, Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse, Morbus
Parkinson (Schüttellähmung), Alzheimer-Krankheit. Selen wird
zunehmend zur Krebsprophylaxe (Vorbeugung) eingesetzt. Zwar ist Krebs
keine Selen-Mangelkrankheit, aber Selen fördert deutlich die lmmunabwehr
des Körpers. Ein zu niedriger Selenstatus schwächt die körpereigene
Abwehr gegenüber krebserregenden Stoffen. Niedrige Selenwerte im
Blut zeigen also ein erhöhtes Krebsrisiko an. Das gleiche trifft
zu für ein erhöhtes lnfarktrisiko.
Umfangreiche Untersuchungen des Selenstatus (Normalwert = 100%) bei verschiedenen
Krankheitsbildern zeigen deutlich, daß Selenmangel vorliegt bei:
Krebserkrankungen = 86%, unter Chemotherapie = 68%, koronaren Herzerkrankungen
= 64%, Geriatrie = 66%, lmmundefizienz (AIDS) = 63%, Rheumatoider Formenkreis
= 74%...
200 mcg gelten als ausreichend und sicher, bis 500 mcg sind auf jeden
Fall auch über eine längere Einnahme unbedenklich. Mit der Nahrung
nehmen Frauen durchschnittlich 38 mcg und Männer 47 mcg täglich
zu sich, liegen also deutlich unter dem empfohlenen Minimalwert. Besonders
mangelhaft versorgt sind Risikogruppen wie schwangere Frauen, stillende
Mütter, Alkoholiker, Patienten mit parentaler Ernährung, Vegetarier,
Herzkranke und eben ältere Menschen.
Fachleute empfehlen die Aufnahme von 200 mcg pro Tag durch Nahrungsergänzung.
Dies gilt besonders bei bestehenden Störungen, also zur Verbesserung
der Abwehrlage bei Krankheiten, aber auch bei sportlicher Anstrengung,
bei Streßsituationen, bei Belastungen durch Schwermetalle, (Blei,
Cadmium, Quecksilber (Amalgam!) sowie bei der Einnahme entwässernder
Medikamente.
Hinweis: 65% der Gesamtselenaufnahme durch die Nahrung erfolgt durch tierische
Proteine. Zu den selenhaltigsten Nahrungsmitteln gehören dabei Innereien
wie Leber und Niere. Schweinefleisch liefert heute ca. 25% des Selens
in der Nahrung, da die Futtermittel der Schweine mit Selen angereichert
werden. Nun schränken viele Verbraucher - aus guten Gründen
- die Verwendung von Schweinefleisch, Leber und Nieren ein. Sie müssen
deshalb besonders auf ausreichende andere Quellen achten.
Der kalifornische Mediziner Prof. Schrauzer meint, daß der tatsächliche
Bedarf an biologisch verfügbarem Selen, den er mit täglich 300
mcg beziffert, heute über Nahrungsmittel kaum gedeckt werden kann.
Er empfiehlt deshalb die Ergänzung durch Selenpräparate. Hierfür
stehen besonders sog. organische Selen-Präparate zur Verfügung,
wie z.B. Selen gebunden an Spirulina platensis. Dieses biologisch aktive
Selen (Selenomethionin) entspricht dem über die Nahrung aufgenommenen
Selen. Dabei wird das Spurenelement Selen an eine Aminosäure (Methionin)
gebunden, um die Resorption durch den Organismus zu ermöglichen.
Damit ist eine optimale Aufnahme und Verwertung gewährleistet.