
Chronische Krankheiten, Krebserkrankungen
und altersbedingte Veränderungen
für Sie gefunden in Naturheilpraxis
Prävention
- ein Überblick
von Prof. Dr. med. Rainer M. Konrad
Zwischen Geburt und Tod können beim Menschen mehrere Jahrzehnte liegen.
In dieser Zeitspanne wird das Leben jedoch von diversen Krankheiten bedroht.
Wann chronische Erkrankungen, Krebskrankheiten und Altersveränderungen
auftreten, die alle das Lebensgefühl des einzelnen in unterschiedlicher
Stärke beeinflussen, hängt von den Lebensumständen und
oftmals mehr vom Verhalten der Menschen selbst ab. Dieses Wissen wird
durch die Kraft und den Elan der Jugend nicht beachtet und durch gespannte
Erwartungshaltung alle Nachdenklichkeit über Alter und Gebrechen
verdrängt. Werden doch von den Achtzehnjährigen schon die über
Dreißigjährigen als Gruftis bezeichnet.
Dies mag zutreffen, haben doch alle relevanten
physiologisch-chemischen Prozesse der einzelnen Körperzelle ihren
Höhepunkt um das 30. Lebens-jahr erreicht, und ihre Funktionen nehmen
dann allmählich in linearer Weise ab.
An der Haut läßt sich diese Entwicklung
leicht erkennen, denn die innere Uhr der Haut hält sich nicht an
den Lebenskalender. So unterliegen die Alterungsvorgänge der Haut,
wie alle Organe des Körpers, inneren und äußeren Einflüssen.
Genetische Kontrollen, individuell schnell nachlassende Hormonproduktion,
die Lebensweise und das Verhalten des einzelnen sind ausschlaggebend (Tab.
1).
Zeitskala den Zeichen der
Hautalterung (Pariser Forschungsinstitut C.E.R.I.E.S) n. Frohn |
|
Alter
|
Hautveränderungen
|
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18-29 Jahre
|
Augenringe, Fältchen
außen und unten am Auge |
|
30-39 Jahre
|
Falten zwischen den Augenbrauen,
Fältchen an der Oberlippe, erweiterte Äderchen |
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40-49 Jahre
|
Falten unter den Augen,
eingefallene Augenlider, Tränensäcke |
|
50-59 Jahre
|
Krähenfüße,
Linien von den Nasenflügeln nach unten, Altersflecke |
|
60-70 Jahre
|
Gesichtskonturen erschlaffen,
Gesichtsform verändert sich, Falten rund um die Lippen, Alterswarzen |
Tab.1
Unter der Haut spielen sich in Organen und Organsystemen
ebenso altersassoziierte Degenerationen ab (Tab. 2). Doch nicht der physiologische
Prozeß des Alterns, sondern Krankheiten bestimmen weitgehend den
Funktionsverlust im Alter. Damit sind zahlreiche chronische Erkrankungen
und auch Krebskrankheiten eingebunden in den Alterungsprozeß des
Menschen.
|
Ausgewählte physiologisch
altersassoziierte Veränderungen der Körperfunktionen
und - zusammensetzungen
|
| Betroffenes Organ/System |
Physiologische Veränderungen |
| Peripheres Nervensystem |
Abnahme Baroreflexantwort
und Beta-adrenerge Ansprechbarkeit |
| Körperzusammensetzung |
Abnahme der fettfreien
Körpermasse, der Muskelmasse, der Skelettmasse, Zunahme des Gesamtkörperwassers |
| Zellen |
Zunahme der DNA-Schädigung
und Abnahme der Reparaturfähigkeit |
| Ohren |
Hörverlust für
hohe Frequenzen |
| Endokrines System |
Abnahme der Östrogen-,
der Progesteron-, der Testosteron-, der Somatotropinsekretion, Vitamin-A-Absorptionsstörung,
Zunahme von Schilddrüsenstörungen und Diabeteserkrankungen,
Knochenmineralverlust |
| Augen |
Abnahme Linsenflexibilität,
Zunahme Katarakt |
| Magen-Darm-Trakt |
Abnahme der Lebermasse,
der Leber- und Darmdurchblutung |
| Immunsystem |
Abnahme T-Zell-Funktion
und der Lymphozytenstimulation |
| Gelenke |
Degeneration von Knorpelgewebe
und Fibrosebildung, Abnahme der Elastizität |
| Nase |
Abnahme der Geruchsempfindlichkeit |
| Atmungssystem |
Abnahme der Vitalkapazität
und Lungenelastizität |
| Nieren |
Abnahme der Nierendurchblutung,
der Nierenmasse und der glomerulären Filtrationsrate |
| Gefäßsystem |
Zunahme des systolischen
Blutdruckes und des peripheren Widerstandes |
Tabl. 2 (Modifiziert -
Institute of Medicine, Washington)
Die Lebenserwartung des Menschen in Deutschland
hat seit 1900, also innerhalb eines Jahrhunderts, um gut 35 Jahren zugenommen.
Das Durchschnittsalter der bundesdeutschen Frauen liegt heute bei 80 Jahren,
das der Männer bei 74 Jahren. Statistische Berechnungen ergeben eine
weitere Zunahme der Lebenserwartung bei Erreichen eines bestimmten Alters.
Zur Zeit beträgt der Anteil der über
65-jährigen 17%, bis zum Jahr 2030 steigt dieser wahrscheinlich auf
über 25%, zur Zeit leben in der BRD 1,2 Millionen über 85jährige,
im Jahre 2030 wird sich diese Zahl auf 2,4 Millionen erhöhen. Somit
entwickelt sich die BRD zu einer überalterten Gesellschaft. Dies
wird nicht ohne Einfluß auf eine veränderte Inzidenz chronischer
Erkrankungen und auch Krebserkrankungen bleiben. Die Inzidenzrate maligner
Erkrankungen für unter 65jährige liegt etwa bei 200 / 100000,
für über 65jährige bei 2000 / 100000. Die Mortalitätsrate
maligner Erkrankungen für unter 65jährige beträgt 70 /
100000, die Mortalitätsrate maligner Erkrankungen für über
65jährige 1000 / 100000 (Wedding/Höffken).
Nach der Berliner Altersstudie (Charité)
sind die häufigsten Krankheiten Hochbetagter (über 80 Jahre)
Hirnleistungsstörungen 81%, Herzinsuffizienz 80%, Rückenschmerzen
65%, Osteoporose 50%, Arthrose 50%, Inkontinenz 40%. Die Prävalenz
der Osteoporose nimmt mit steigendem Alter zu. Die meisten Frauen unter
50 Jahren weisen eine normale Knochendichte auf, bei den über 80jährigen
sind es dagegen nur noch 3%. Gesundheitspolitisch wesentlich für
die Bedeutung der Osteoporose ist, daß im Alter über 45 Jahren
etwa 70% der Frakturen auf eine Osteoporose zurückgeführt werden
können. Etwa fünf bis sieben Millionen Deutsche leiden unter
Osteoporose.
Etwa 5-10% der über 65jährigen haben
einen operationswürdigen Altersstar. Über 35% der über
75jährigen sind von der altersbedingten Makuladegeneration betroffen.
Jeder 5. über 80 Jahre alter Mensch leidet unter der häufigsten
altersassoziierten neurodegenerativen Erkrankung, der Alzheimerschen Krankheit.

Aus dieser Aufzählung ist abzuleiten, daß
Deutschland in wenigen Jahren ein Land der Alten und Siechen wird. Dies
zwingt alle im Gesundheitswesen Tätigen viel mehr gegen die oben
beschriebene Entwicklung zu tun.
Die hohe Zahl an Pflegeheimen und Pflegebedürftigen,
zur Zeit über zwei Millionen und über 70 Hospize, deuten darauf
hin. Frauen sind mit 69% weitaus häufiger pflegebetroffen als Männer.
So beträgt bei Frauen von 85-90 Jahren die Pflegewahrscheinlichkeit
42%, bei Männern nur 29%.
Warum treten im Verlauf des menschlichen Lebens
chronische somatische und geistige Defizite auf? Warum erreichen die Menschen
das von Altersforschern vorhergesagte Potential von 110 bis 120 Jahren
nicht? Warum ist die Lebenszeit zwischen den einzelnen Spezies so unterschiedlich
Darüber existieren verschiedene Alterungstheorien,
die einzeln betrachtet den gesamten Alterungsprozeß nicht erklären
können. Somit sind diverse Faktoren und biologische Vorgänge
in der Komplexität des Altersvorganges zu berücksichtigen. Anders
ausgedrückt: Alterungsprozesse werden
durch einen Mangel an Schutzmechanismen aufrechterhalten. Ein Ersatz könnte
zur Stimulation dieser mangelhaft gebildeten Stoffe führen und somit
Alterungsprozesse verlangsamen und zur Prävention chronischer Erkrankungen,
wie Arthrose, Osteoporose, Hirnleistungsstörungen, Herz- und Kreislauferkrankungen
sowie Tumorentstehung beitragen (Klentze).
Im Folgenden einige Alterungstheorien.
Unter der Verschleißtheorie versteht man
die Schädigung von Zellen durch übermäßige Belastung
oder Fehlbelastung sowie Schädigung durch Zellgifte, die in der Umwelt
wie Luft, Wasser, Nahrung (Pestizide, Insektizide, Fungizide, Schwermetalle,
Chlorverbindungen, polyzyklische Kohlenwasserstoffe) vorkommen, sowie
in der übermäßigen Zufuhr an Fetten, Zucker, Koffein,
Alkohol, Nikotin sowie Ultraviolettstrahlung der Sonne. Eine sehr mechanistisch
orientierte Theorie, die eigentlich auf einen Mangel an Abwehrmechanismen
des Körpers hindeutet.
Die genetische Kontrolltheorie beruht darauf, daß
in der DNA, der menschlichen Erbsubstanz, Gene eingebunden sind, die Alterung
und damit auch den Zeitpunkt des Todes bestimmen. Bei Würmern und
Fliegen wurden bislang acht Alterungsgene entdeckt, wobei im menschlichen
Körper zwei ähnliche Gene nachgewiesen wurden. Eines davon ist
das Gen, das das immens wichtige Schutzenzym, die Superoxiddismutase,
erstellt.
Jüngst hat eine israelische Forschergruppe
auf Chromosom 4 Altersgene entdeckt. Folgt man den Vorstellungen von Beyreuther,
steuern drei Gruppen von Gerontogene den Alterungsprozeß und sind
etwa mit 25% daran beteiligt:
Gene, die über die Produktion von antioxidativen Enzymen den oxidativen
Streß reduzieren.
Gene, die bei Kalorienreduktion den Energieverbrauch vermindern, dies
führt bei einigen Lebewesen (Rundwurm, Fruchtfliege) zu deutlicher
Lebensverlängerung.
Clock-Gene, die die biologischen Uhren kontrollieren, bei Tieren ebenfalls
untersucht. In den nächsten Jahren werden sicher infolge molekulargenetischer
Forschungsergebnisse noch neue Kenntnisse zu erwarten sein.
Die Telomere Theorie. An den Enden der Chromosomen
sind seit langem Chromomere mit irregulär gefaltetem Chromatin bekannt.
Nach der Telomerethese ist die Fähigkeit der Zellen, sich zu teilen
und identisch zu kopieren, auf eine von Mensch zu Mensch unterschiedliche
Anzahl von Zellteilungen, im Durchschnitt auf 50, beschränkt. Das
sog. Hayflick Limit. Bei jeder Teilung schrumpft ein Stück der Telomere,
wenn diese nach etwa 50 Teilungen aufgebraucht sind, stirbt die Zelle
via Apoptose ab. Das Enzym Telomerase kann den Rückgang der Telomere
bremsen, bzw. aufhalten. Telomerase ist in Eiern reich enthalten.
Eine weitere Arbeitshypothese des Alterungs- und
Degenerationsprozesses von Zellen, Organen und Organsystemen beruht auf
Erkenntnissen der Aggressivität und zellzerstörenden Wirkung
sog. Freier Radikale. Die sog. Freie-Radikalen-Theorie.
|
Erkrankungen, die durch freie
Radikale mitverursacht oder beeinflußt werden
|
| Erkrankungen |
Wirkungen |
| Alterungsprozeß |
Beschleunigung |
| Arteriosklerose |
Ischämie, Plaques |
| Neurologische Erkrankungen |
Demenz, Parkinson |
| Rheumatische Erkrankungen |
Entzündliche Prozesse |
| Katarakte |
Beschleunigung |
| Diabetes mellitus |
Neuropathien, Vaskulitis |
| Immundefizienz |
Allergien |
| Krebs |
Initiation, Promotion, Konversion |
Tab. 3
Der Mensch und die meisten Lebewesen benutzen den
Sauerstoff für Verbrennungsvorgänge, also Oxidationen, die Energie
liefern. So werden Kohlenhydrate, Eiweiß, Fette verbrannt, um Energie
für die Muskelkraft, für die biochemische Herstellung körpereigener
Substanzen, also Syntheseleistungen, und für die Aufrechterhaltung
der Körpertemperatur zu liefern. Dieser Verbrennungsvorgang wird
als Atmungskette oder biologische Oxidation bezeichnet.
Das Sauerstoffmolekül hat die Fähigkeit,
anderen Atomen oder Molekülen ein Elektron zu entreißen. Dadurch
entwickelt es sich zum Superoxid. Atome oder Moleküle, die ein elektrisches
Teilchen zu viel oder zu wenig haben, sind äußerst aggressiv
und suchen den Ausgleich bei anderen Molekülen. Dadurch entstehen
Kettenreaktionen, die zur Veränderung hunderter Moleküle führen
können.
Freie Radikale entstehen regelmäßig
als Nebenprodukt des intermediären Zellstoffwechsels. Bei der oxidativen
Phosphorylierung (ATP) in den Mitochon-drien werden rund 5% des Sauerstoffs
nicht vollständig zu Wasser reduziert. Dabei entstehen neben dem
Superoxidradikal Wasserstoffperoxid und das besonders aggressive Hydroxylradikal.
Wenn solche Lipidradikale die Zellmembran treffen,
stören sie die Fluidität, das heißt den Austausch von
Molekülen mit dem Interzellularraum. Sie zerstören Lipide unter
Bildung von Altersflecken in der Haut des Gesichtes und der Hände
in Verbindung mit Pigment (Lipofuszin). Treffen diese Radikale auf Mitochondrien,
kommt es zu einer Störung der ATP-Produktion, und treffen sie auf
die DNS, treten Veränderungen der Kernsubstanz auf, die zu Mutationen
oder zu einer Initiierung eines Karzinoms führen können.
Zahlreiche Erkrankungen werden durch Freie Radikale
verursacht oder beeinflußt (Tab. 3). Es wird geschätzt, daß
pro Tag und pro Zelle etwa 10.000 oxidative DNS-Schäden entstehen,
die einer Reparatur bedürfen, und 100000 oxidativer Angriffe pro
Tag hat sich jede Zelle des menschlichen Organismus zu erwehren. Die Inhalation
eines Zigarettenzuges bringt etwa 10 hoch 15 Radikale in den Körper
ein.
Bei so vielen Attacken auf jede einzelne Zelle
unseres Organismus (etwa 70 bis 100 Billionen) im Verlauf eines Tages
fragt man sich: warum stirbt der Mensch nicht früher?
Nun hat der Körper im Verlauf der Evolution
dagegen ein Schutzsystem entwickelt. Es handelt sich um sog. anti-oxidative
Enzyme, die dort exprimiert werden, wo sie benötigt werden; die bedeutendsten
sind Superoxid-Dismutase, Katalasen, Glutathion-Peroxidasen. Nachdem vor
50-70 Jahren die Bedeutung der antioxidativen Systeme erkannt wurde, fanden
sich zusätzlich Vitamine, Mineralien, Spurenelemente und Hormone
mit einer hohen antioxidativen Potenz, z.B. Vit. C, Vit. E, Vit. A und
Beta-Carotin. Die Spurenelemente Selen und Zink sowie das Hormon Melatonin.
Mit Sicherheit sind noch viele Substanzen in der Natur verborgen. Man
denke an die Phytohormone. Flavonoide, Phenole, Anthocyane, Lignane, Tannine
u. a. m.
Gibt es nun Beweise für die Behauptung, daß
Vitamine und die oben auf-geführten Substanzen, die alle in Nahrungsmitteln
enthalten sind, einen präventiven Einfluß auf chronische Erkrankungen,
Krebskrankheiten und Altersveränderungen ausüben?
Aus Immigrationsstudien ist seit langem bekannt,
daß bereits die Folgegeneration japanischer Einwanderer in die Ostküste
der USA das gleiche Karzinommuster wie die US-Amerikaner entwickeln.
Bereits 1979 wiesen Higginson und Muit und 1981 Doll und Peto auf den
Einfluß von Ernährung auf Krebsentstehung hin. In zahlreichen
epidemiologischen Untersuchungen, die alle nach 1990 publiziert wurden,
ergab sich bis auf wenige Ausnahmen eine positive Korrelation zwischen
Plasmaspiegeln von Antioxidantien und dem Risiko bestimmte Altersveränderungen,
chronische oder Krebserkrankungen zu erhalten. Nur selten fand sich eine
inverse Reaktion.
Besonders interessant ist die Verlangsamung des
Verlaufs der Alzheimerschen Krankheit, der altersbedingten Makuladegeneration,
des Altersstares sowie der Stimulation des im Alter gestörten Immunsystems.
Einen erheblichen Einfluß auf den Alterungsprozeß
mit seinen negativen Erscheinungsbildern auf psychischem und somatischem
Gebiete, übt die Abnahme aller Hormone und Neurotransmitter aus.
Wahrscheinlich sind Beginn der Menopause, der Andropause und schließlich
der Somatopause auf die Aktivität von Gerontogene zurückzuführen.
Warum bei der Frau die Menopause etwa zwischen 40 und 50 Jahren eintritt,
ist noch nicht bekannt. Beim Manne tritt die Andropause ab dem 50. Lebensjahrzehnt
langsam ein.
Ab dem 20. Lebensjahr sinkt der Testosteronwert
jährlich um 1%. Der durchschnittliche Testosteronwert im Blut eines
60jährigen Mannes ist etwa um die Hälfte geringer als bei einem
20jährigen. Ebenso finden sich bei 70jährigen nur noch 20% des
DHEA-Wertes von 20jährigen, ebenso verringert sich Melatonin bei
60jährigen um 50% gegenüber 20jährigen. Ähnliches
gilt für das Wachstumshormon (HGH), das bei 60jährigen Menschen
nur noch zwischen 50% und 75% weniger im Blut nachweisbar ist im Vergleich
zu 20jährigen.
Bei der Komplexität der neuroendokrinen Vernetzung
muß auf die Verringerung der Ausschüttung von Hormonen der
Thymusdrüse, der Schilddrüse und der Bauchspeicheldrüse
hingewiesen werden. Alle Produktionsstätten von Hormonen verlangsamen
ihre Aktivität mit den daraus folgenden Auswirkungen auf den Gesamtorganismus.

Die Symptome des Klimakteriums der Frau sind:
Hitzewallungen und Schweißausbrüche
Schlafstörungen und Leistungsabfall
Gelenk- und Muskelschmerzen
verminderte Libido
psychische Störungen wie Konzentrationsschwäche, Reizbarkeit,
Nervosität, Müdigkeit, Angst und Depressionen
Die Symptome des Klimakteriums des Mannes sind:
Müdigkeit, erhöhte Reizbarkeit
körperliche Steifheit, vermehrtes Schwitzen, Schlafstörungen
Verstimmungen, Depressionen
Muskelschwäche, Fettbauch
Abnahme der Libido und Erektionsstörungen
Primäre Prävention Beinhaltet die Ausschaltung
schädlicher Faktoren noch vor deren Wirksamwerden. Sie sollte somit
bereits im Kindesalter und frühen Erwachsenenalter eingesetzt werden.
Sekundäre Prävention Erfolgt, wenn Zeichen von degenerativen
Schäden, von Krankheitssymptomen, bzw. von Krankheiten im frühen
Stadium vorhanden sind. Dabei ist zu beachten, daß eine Rückbildung
der bereits vorhandenen Schäden durch präventive Maßnahmen
nur gering möglich. Der Schwerpunkt liegt in der Verhinderung des
raschen Fortschreitens krankheitsbezogener Veränderungen. Tertiäre
Prävention Beinhaltet den Versuch, eine Verschlimmerung sowie Komplikationen
einer bereits voll ausgebrochenen Erkrankung durch gezielte Vorkehrungen
zu verhindern, bzw. zu verlangsamen.
| Primäre Prävention |
Beinhaltet die Ausschaltung
schädlicher Faktoren noch vor deren Wirksamwerden. Sie sollte
somit bereits im Kindesalter und frühen Erwachsenenalter eingesetzt
werden. |
| Sekundäre Prävention |
Erfolgt, wenn Zeichen
von degenerativen Schäden, von Krankheitssymptomen, bzw. von
Krankheiten im frühen Stadium vorhanden sind. Dabei ist zu beachten,
daß eine Rückbildung der bereits vorhandenen Schäden
durch präventive Maßnahmen nur gering möglich ist.
Der Schwerpunkt liegt in der Verhinderung des raschen Fortschreitens
krankheitsbezogener Veränderungen. |
| Tertiäre Prävention |
Beinhaltet den Versuch,
eine Verschlimmerung sowie Komplikationen einer bereits voll ausgebrochenen
Erkrankung durch gezielte orkehrungen zu verhindern, bzw. zu verlangsamen. |
Tab. 4
Wenn somit alle Organsysteme unseres Körpers
einen Alterungsprozeß erleiden, der im wesentlichen in einer Funktionseinbuße
der Körperzelle und damit der einzelnen Organe besteht und die zu
chronischen Erkrankungen dieser Organe führen, erscheint eine Prävention
dringend erforderlich. Diese hat tunlichst schon einzusetzen, bevor Schäden
eingetreten sind (Tab. 4). Bei altersbedingtem Abfall von Hormonen erscheint
ein Ersatz, der individuell abgestimmt werden sollte, zwingend.
Nach Prasad, Univ. Denver/Colorado sind folgende
Maßnahmen zur Verlangsamung der Entstehung chronischer Krankheiten,
Krebserkrankungen und Altersveränderung zu empfehlen:
Supplementierung multipler antioxidativer Substanzen
Änderung der Nahrungsaufnahme, Erhöhung faserhaltiger Nahrung.
Reduzierung von Fetten und Fleisch tierischer Herkunft, Erhöhung
der Aufnahme von frischem Obst und Gemüse
Modifikation des Lifestyle
Durch Kenntnisse der Forschungsergebnisse der Ernährungsmedizin,
der Biologie, der Genetik und der Molekularbiologie haben sich neue Wege
geöffnet, die vor 50 Jahren undenkbar gewesen waren. Ein langes Leben
in Gesundheit zu erleben war jeher ein Wunschtraum der Menschheit. Diesem
Traum sind wir ein Stück näher gekommen. Ob wir ihn halten und
in die Tat umsetzen können und wollen, ist eine individuelle Frage
und Einstellung. Prävention hat bereits in der Kindheit zu beginnen
und ist das ganze Leben fortzusetzen. Zweifel ist bei unserer Spaß-
und Love- Gesellschaft angebracht. Große Erfolge dürften
aber einem 80jährigen Paulus wohl nicht mehr beschieden
sein. Deswegen sind Eltern und Pädagogen gefragt.

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