Wirkungen von Coenzym Q10 im Frühstadium
der Parkinson Krankheit
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Hirnrezeptoren /
IBZM
Im Gehirn vermitteln Botenstoffe
Informationen und Aufträge. Diese Botenstoffe werden nur auf bestimmten
Zelloberflächen (den sogenannten Rezeptoren) gebunden und übermitteln
so ihre Botschaft auf die Zellen. Bei verschiedenen Erkrankungen
des Gehirns können diese Rezeptoren eine Veränderung erfahren.
Szintigrafie
Erste Veröffentlichung über die Anwendung beim Pferd 1975 (Ueltschi),
vor 10 Jahren noch als absolut exotisch abgetan, heute nicht mehr
wegzudenken
Funktionsprinzip
Verwendung von schwach radioaktiven Substanzen zur Darstellung
vermehrte Stoffwechselaktivität.
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Beweise der Verlangsamung
der funktionellen Leistungsabfälle
Clifford W. Shults, MD;
David Oakes, PhD; Karl Kieburtz, MD; M. Flint Beal, MD; Richard Haas,
MB Chir, Sandy Plumb, BS; Jorge L. Juncos, MD; John Nutt, MD; Ira Shoulson,
MD, Julie Carter, RN, MS, ANP; Katie Kompoliti, MD; Joel S. Perlmutter,
MD; Stephen Reich, MD; Matthew Stern, MD; Ray L. Watts, MD; Roger Kurlan,
MD; Eric Molho, MD; Madaline Harrison, MD; Mark Lew, MD; and the Parkinson
Study Group
Hintergrund:
Die Parkinson Krankheit (PD) ist eine degenerative
neurologische Erkrankung, für die bislang keine die Progredienz der
Krankheit stoppende Therapie gefunden worden ist.
Zielsetzung:
Es galt zu überprüfen, ob und welche Dosierungen von Coenzym
Q10 den funktionellen Leistungsabfall von PD verlangsamen können,
ob es von den Patienten gut vertragen wird und ob es sicher ist.
Studiendesign:
Randomisierte Multicenterstudie mit Parallelgruppen, placebo-kontrollierte,
doppelblinde Durchführung, dosisabhängige Untersuchung.
Unter Beteiligung von:
Kliniken für Bewegungsstörungen.
Patienten:
Achtzig Patienten mit Parkinson Erkrankung im Frühstadium, die noch
keine Therapie in Anspruch nahmen.
Interventionen:
Zuordnung nach dem Zufallsprinzip zur Placebo-Gruppe oder zur Coenzym
Q10-Gruppe mit Dosierungen von 300, 600 oder 1200 mg Q10 täglich.
Ausgangsbasis:
Die Patienten wurden mittels Auswertung nach der Unified Parkinson Disease
Rating Scale (UPDRS) beurteilt. Es erfolgten Reihenuntersuchungen zu Beginn
der Studie und nach 1, 4, 8, 12 und 16 Monaten. Die Patienten wurden 16
Monate oder bis zu einer Behinderung, die sich während dieser Zeit
entwickelt hatte, beobachtet; die auftretende Behinderung mußte
die Therapie mit L-Dopa (Vorstufe in der Synthese von Dopamin)
erforderlich machen. Die Primärreaktionsvariable war der Wechsel
im Gesamtergebnis auf der UPDR-Scala vom Beginn der Studie bis zum jeweils
letzten Besuch.
Ergebnisse:
Die vorgegebenen gesamten mittleren Unified-Parkinson-Disease-Rating-Scale-Veränderungen
waren +11,99 für die Placebogruppe, +8,81 für die 300 mg/Tag-Gruppe,
+10,82 für die 600 mg/Tag-Gruppe, und +6,69 für die 1200 mg/Tag-Gruppe.
Der Wert P (Wahrscheinlichkeitswert) für die
primäre Analyse - ein Test für einen linearen Trend zwischen
der Dosierung und der mittleren Änderung im totalen Unified Parkinson
Disease Rating Scale-Ergebnis - war .09, der unsere vorgegebenen Kriterien
für einen positiven Trend der Studie erfüllte. Eine vorgegebene
sekundäre Analyse war der Vergleich jeder Therapiegruppe mit der
Placebogruppe sowie die signifikanten Unterschiede zwischen der 1200 mg/Tag-Gruppe
und der Placebogruppe.
Folgerungen:
Coenzym Q10 war sicher und wurde bei Dosierungen von bis zu 1200 mg/Tag
von den Patienten gut toleriert (vertragen). Es
zeigten sich weniger Behinderungen in der Coenzym Q10-Gruppe als bei den
Patienten, die der Placebo-Gruppe zugeteilt waren; die positivsten Auswirkungen
zeigten sich bei den Patienten, die die höchste Q10-Dosis (1200 mg/Tag)
erhielten. Coenzym Q10 scheint die progrediente Verschlechterung der Funktionen
bei der Parkinson-Erkrankung zu verlangsamen; diese Ergebnisse müssen
aber in einer größeren Studie bestätigt werden.
Die Parkinson Krankheit (PD) ist eine degenerative
neurologische Erkrankung, die durch Ruhetremor, Langsamkeit von Bewegungen
und Muskelstarre charakterisiert ist. Von Parkinson sind etwa 1% der über
65jährigen Amerikanern betroffen (1). Die wichtigsten Erkrankungsmerkmale
bei Parkinson sind der Verlust an dopaminergen Nervenzellen in der Substantia
nigra pars compacta (durch Dopaminfreisetzung wirkende
Neuronen) und das Auftreten von Lewy´schen Körperchen
in den Neuronen der Substantia nigra und nicht zur Substantia nigra gehörenden
Regionen des Gehirns (2, 3).
Die Ursachen von PD sind noch nicht vollständig
erforscht (4), aber es werden genetische Abnormitäten und Umweltfaktoren
mit dem Auftreten der Krankheit verbunden (5, 6). Die Erkenntnis, daß
1-methyl-4-phenyl -1, 2, 3, 6-tetrahydropyridine (MPTP), ein Neurotoxin,
das durch die Hemmung des Komplexes I der mitochondrialen Elektronentransportkette
die Parkinson-Krankheit verursachen kann, zeigten Studien über die
mitochondriale Funktion bei Parkinson (7, 8). Schapira et al.(9) sowie
Turner und Schapira (10) berichteten über eine selektive Verminderung
der Komplex-I-Aktivität; dies ergaben Untersuchungen bei der Autopsie
der Substantia nigra von Parkinson Patienten. Parker et al. (11) berichteten
als erste Forschergruppe über eine Verminderung der Komplex-I-Aktivität
in den Blutplättchen von Parkinson-Patienten. Diese Ergebnisse wurden
von anderen Wissenschaftlern bestätigt (12, 14).
Die Wahrscheinlichkeit, daß eine Reduktion
der Komplex-I-Aktivität eine Rolle bei der Pathogenese von Parkinson
spielt, wurde durch den Nachweis bestärkt, daß bei Patienten
im frühem, unbehandeltem Stadium der Krankheit die Aktivitäten
des Komplexes I sowie der Komplexe II/III reduziert sind. Dieser Nachweis
wurde an aus den Mitochondrien isolierten Blutplättchen geführt.
Eine Behandlung mit L-Dopa und Selegilin Hydrochlorid (Antiparkinsonmittel)
beeinflußt die mitochondriale Funktion nicht (15,16). Die Möglichkeit,
daß eine systemische Schädigung der Mitochondrien besonders
dopaminerge Neuronen der Substantia nigra betreffen kann, sind vom Nachweis
unterstützt worden, daß eine systemische Verabreichung von
Rotenone (organisches Pestizid), das die Komplex-I-Aktivitäten
hemmt, jedoch nicht selektiv in dopaminerge Nervenzellen aufgenommen wird,
bevorzugt eine Störung dieser Neurone verursacht (Versuch
mit Ratten) (17).
Coenzym Q10 ist der Elektronenakzeptor der Atmungsketten-Komplexe
I und II und auch ein potentes Antioxidans. Shults et al. (18) wiesen
verringerte Coenzyms Q10-Spiegel in den Mitochondrien von Blutplättchen
von Parkinson-Patienten nach. Es wurde ebenfalls nachgewiesen, daß
die Serum-Coenzym Q10-Spiegel bei Parkinson-Patienten bedeutend niedriger
sind als bei Patienten mit Apoplexie, die das Alter betreffend vergleichbar
waren (19). Beal et al. (20) wies nach, daß die orale Einnahme von
Coenzym Q10 den Verlust an Dopamin und dopaminergen Nervenfasern im Striatum
reduzierte. Der Nachweis wurde an 1jährigen Mäusen durchgeführt,
die mit MPTP (1-methyl-4-phenyl-1, 2, 3, 6-tetrahydropyridine
[ein Neurotoxin]) behandelt wurden. Matthews et al. (21) zeigten,
daß die orale Einnahme von Coenzym Q10 bei Ratten zu signifikanten
Zunahmen der Konzentration des Coenzyms Q10 in den Mitochondrien und in
der Großhirnrinde führte. In einer Pilotstudie demonstrierte
Shults et al. (22), daß die orale Einnahme von Coenzyms Q10 in Dosierungen
von 400, 600 oder 800 mg/Tag von Parkinson-Patienten gut toleriert wurde
und zu signifikanten Erhöhungen der Q10-Plasmaspiegel führte.
Auf Grundlage dieser Erkenntnis führten wir
eine Dosiswirkungsstudie durch, um die Sicherheit und Verträglichkeit
von hohen Q10-Dosierungen bei Parkinson-Patienten im Frühstadium
zu beurteilen und die Fähigkeit von Coenzyms Q10 zu überprüfen,
ob der krankheitsbedingte funktionellen Rückgang bei solchen Patienten
reduziert werden kann.
Organisation:
Diese Multicenterstudie wurde von der University
of California, San Diego, in Verbindung mit der Parkinson Arbeitsgruppe,
The Clinical Trials Coordination Center und The Department of Biostatistics
at the University of Rochester, Rochester, NY, The Department of Neurology
and Neuroscience at the Weill Medical College of Cornell University, New
York, NY., durchgeführt und organisiert. Die Studie wurde vom National
Institute of Neurological Disorders and Stroke gesponsert. Coenzym Q10
und entsprechende Placebos wurden von Vitaline Corp, Ashland, Ore, zur
Verfügung gestellt. Zehn Forscher an 10 Parkinson Arbeitsgruppensitzen
in den Vereinigten Staaten waren für die Auswahl, die Registrierung
und die Nachbetreuung der Patienten verantwortlich. Das IRB (Institutional
Review Board) an jedem der Sitze überprüfte und genehmigte
das Protokoll. Die Wissenschaftler und der Lenkungsausschuß leiteten
die Studie. Das vom Lenkungsausschuß gebildete Sicherheitsüberwachungskomitee,
bestellt durch das National Institute of Neurological Disorders and Stroke,
berichtete unabhängig und periodisch über Nebenwirkungen, Laborbefunde,
eventuelle vorzeitige Beendigungen und abschließende Ergebnisse.
Auswahl der Patienten, Registrierung
und Randomisierung:
Achtzig Patienten mit Parkinson im Frühstadium
wurden für die Studie an 10 Plätzen eingeschrieben. Die Einschlußkriterien
erforderten das Vorliegen aller 3 Hauptmerkmale von Parkinson (Ruhetremor,
Bradykinesie [allgemeine Verlangsamung der Bewegungsabläufe] und
Rigidität [Steifheit]), die asymmetrisch sein mußten.
Die Diagnose Parkinson mußte innerhalb der vergangenen 5 Jahre bei
Männern oder bei Frauen im Alter von 30 Jahren oder älter gestellt
worden sein. Frauen mußten mindestens 2 Jahre postmenopausal gewesen
sein oder sie mußten sterilisiert sein oder für mindestens
2 Monate eine zuverlässige Form der Empfängnisverhütung
vor der Reihenuntersuchung durchgeführt haben und mußten einverstanden
sein, die Durchführung der Empfängnisverhütung für
die Dauer der Beteiligung an der Studie fortzusetzen.
Die Ausschlußkriterien beinhalteten folgendes:
- Die Verwendung eines Parkinson-Medikamentes innerhalb von 60 Tage vor
der Aufnahmeuntersuchung.
- Parkinson-Krankheit, die durch Drogen verursacht worden ist.
- Die Verwendung von Antioxidatien wie Vitamin E und Ascorbinsäure
(Vitamin C), sowie Selegilin (Antiparkinsonmittel),innerhalb
von 60 Tagen vor der Aufnahmeuntersuchung sowie die Verwendung von Coenzym
Q10 innerhalb von 120 Tagen vor der Aufnahmeuntersuchung.
- Die Verwendung von Arzneimitteln, die die mitochondriale Funktion beeinflussen.
- Die Verwendung von Methylphenidat Hydrochlorid (Psychostimulanz),
Cinnarizin (Medikament gegen Schwindel und Drehsschwindel),
Reserpin (Antihypertensivum), Amphetaminen oder
Monoamin Oxidase-A-Hemmern innerhalb von 6 Monaten vor der Aufnahmeuntersuchung.
- Eine wechselnde Dosierung von Arzneimitteln, die während der 60
Tage vor der Aufnahmeuntersuchung im Zentralnervensystem (z.
B. Anxiolytika, Hypnotika, Benzodiazepin und Antidepressiva) aktiv
sind.
- Die Verwendung von Appetithemmern innerhalb von 60 Tagen vor der Aufnahmeuntersuchung.
- Krankheiten mit Merkmalen von Parkinson (z. B. progrediente
supranukleäre Lähmung, essentielles Muskelzittern, mehrfache
Systematrophie. striatonigrale Degeneration, olivopontozerebellare Atrophie
und postenzephalitische Parkinson-Krankheit).
- Vorgeschichte von aktiver Epilepsie.
- Das Vorliegen einer Demenz von weniger als 24, nach dem MiniMental State
Examination Score (Bewertungsart) (23).
- Das Vorliegen von Depressionen von mehr als 10 nach der Hamilton Depression
Rating Scale (spez. Bewertungsskala) (24).
- Erlittener Schlaganfall.
- Behinderung, die ausreichend ist, eine Therapie mit dopaminergen Arzneimitteln
erforderlich zu machen (als Ergebnis der Untersuchung der
an der Studie beteiligten Ärzte)
- Modifiziertes Hoehn and Yahr Scale-Ergebnis
(spez. Bewertungsskala) von mehr als 2,5 (25).
- Das Bestehen von anderen ernsten Erkrankungen.
- Beteiligung an anderen Arzneimittelprüfungen
oder die Verwendung von sog. Investigational Drugs (Arzneimittel,
die sich noch in der Überprüfungsphase befinden) innerhalb
von 30 Tagen vor der Aufnahmeuntersuchung.
- Elektroschock-Therapie-Behandlung in der
Vergangenheit.
- Eine durchgeführte Gehirnoperation
wegen einer Parkinson-Erkrankung.
- Vorliegen einer strukturellen Gehirnerkrankung.
- Ein Muskeltremor nach der Unified Parkinson
Disease Rating Scale, der mit 3 oder höher bewertet ist (25).
Bei der Aufnahmeuntersuchung wurde den Patienten
die Absicht und die potentiellen Risiken und Nutzen der Studie erklärt,
und das schriftliche Einverständnis wurde erbeten und abgegeben.
Die Patienten unterzogen sich einer Auswertung ihrer Krankengeschichte,
einer körperlichen Untersuchung und einer Reihe von klinischen Beurteilungen
in Bezug auf die Parkinson-Erkrankung (wie Unified Parkinson
Disease Rating Scale (25), Hoehn and Yahr Scale (25), Schwab and England
Scale (25)[spez. Bewertungsskalen] sowie einer gemessenen Klopf-Aufgabe).
Vorherige Studien haben eine gute Interrater-Reliabilität (Objektivität
der Urteile) für die Unified Parkinson Disease Rating Scale
ergeben (26, 27, 28). Für die gemessene Klopf-Aufgabe berührten
die Patienten abwechselnd 2 Schalter, die 20 cm voneinander entfernt waren,
mit dem Zeigefinger der einen Hand; dies so oft sie konnten in einem Zeitraum
von einer Minute. Die Patienten führten 2 Versuche mit jeder Hand
aus.
Die Laborstudien schlossen eine Elektrokardiographie,
Laborresultate (für: Albumin, alkalische Phosphatase,
Aspartat Transaminase, Alanin Transaminase, Bicarbonat, Serumharnstoff-Stickstoff,
Calcium, Chlorid, Creatinin, Glucose, Laktat Dehydrase, Phosphor, Potassium,
Natrium, Bilirubin, Creatinkinase, Gesamteiweiß und Harnsäure),
eine Blutkörperchenzählung und einen Urinstatus ein. Der Basisuntersuchung
wurde innerhalb von einem Monat nach der Aufnahmeuntersuchung durchgeführt.
Zusätzlich zu der klinischen Beurteilungen
der Parkinson-Erkrankung wurde eine Blutprobe (etwa 110 ml) genommen,
um die Komplex-I-Aktivität in den Blutplättchen und die Coenzyms
Q10-Spiegel im Plasma zu bestimmen (22).
Zur Komplettierung der Basisarbeit wurde jeder
Patient nach dem Zufallsprinzip Gruppen zugeteilt, entweder Coenzym Q10-Gruppen
mit einer Dosierung von 300, 600 oder 1200 mg/Tag, oder der Placebo-Gruppe
im Verhältnis 1:1:1:1. Es wurde sichergestellt, daß jeder beteiligte
Arzt nicht mehr als 8 Patienten zugeteilt bekam. Patienten, die beteiligten
Ärzte, die beteiligten Koordinatoren sowie weiteres Personal, das
für die Erfassung und die Analyse der Daten involviert war, stand
bis zur Beendigung der Studie zur Verfügung.
Die Studienteilnehmer unterzogen sich einer Nachbeurteilung
mit allen notwendigen klinischen Untersuchungen nach 1, 4, 8, 12 und 16
Monaten (+/./. 7 Tage) nach der Basisuntersuchung, wobei der Untersuchende
feststellte, ob sich eine Behinderung entwickelt hatte, die eine Therapie
mit L-Dopa erforderlich machte. Jeder Patient wurde 16 Monate oder bis
zu dem Zeitpunkt beobachtet, zu dem festgestellt wurde, daß der
Patient eine L-Dopa-Therapie benötigte.
Am Ende der Untersuchung wurde wieder die mitochondriale
Funktion in den Blutplättchen und die Q10-Spiegel im Plasma des Patienten
bestimmt. Sicherheitslaboruntersuchungen (Laborresultate,
vollständige Blutkörperchenzählung und Urinstatus)
wurden bei den Besuchen nach 1, 4 und 8 Monaten und bei der Abschlußuntersuchung
vorgenommen.
Maßnahmen:
Jeder Patient wurde nach dem Zufallsprinzip
dazu eingeteilt, entweder Coenzym Q10 in einer Dosierung von 300, 600
oder 1200 mg/Tag oder ein Placebo einzunehmen. Die Studienmedikation wurde
4 mal täglich mit dem Frühstück, dem Mittagessen, zum Abendessen
und vor dem abendlichen Zubettgehen eingenommen. Die Kapsel für die
Studie enthielt 300 mg Coenzym Q10 und 300 IE (internationale
Einheiten) Vitamin E als ein fettlösliche Trägersubstanz.
Die Placebokapseln enthielten ebenfalls je 300 IE Vitamins E.
Ergebnisse, statistische Methoden
und Stichproben:
Sicherheit und Verträglichkeit:
Alle Nebenwirkungen (nach der WHO-Terminologie [World Health
Organization]) und abnorme Laborwerte wurden nach Therapiegruppe
und Schweregrad analysiert. Gewertet wurden nur neue Ereignisse, die bei
der Aufnahmeuntersuchung oder der Basisuntersuchung nicht festgestellt
worden waren. Der genaue Cochran-Amitage-Test (Vergleichstest)
für den Trend wurde verwendet, um Therapiegruppen mit Rücksicht
auf den Anteil von Patienten bezüglich eines besonderen gegensätzlichen
Ereignisses oder eines abnormen Laborwerts zu vergleichen. Wir benötigten
diese Tests, weil ein Befund von geringerer Verträglichkeit in der
Placebogruppe sehr unwahrscheinlich und von keinem Interesse gewesen wäre.
Die Einnahme wurde überwacht, und für
jede Therapiegruppe beschreibend zusammengefaßt.
Wirksamkeit und Studiendesign:
Die Primärantwortvariable war die Änderung
im Ergebnis auf der Unified Parkinson Disease Rating Scale von der Basisuntersuchung
beginnend bis zum letzten Besuch. Basis war der Befund beim letzten Besuch
oder nach 16 Monaten, auf Grund dessen der untersuchende Arzt entschied,
daß eine krankheitsbedingte Behinderung, die sich entwickelt hatte,
eine L-Dopa-Behandlung erforderte. Bei jedem Besuch wurde der Arzt darum
gebeten zu beurteilen, ob der Patient einen Behinderungsgrad erreicht
hatte, der ausreichend war, eine Behandlung mit L-Dopa erforderlich zu
machen. Dazu war eine Serie von Fragen zu beantworten bezüglich der
Tätigkeit, der Gangart, der Ausgeglichenheit, der finanziellen Lage,
der häuslichen Verantwortung und der Aktivitäten im täglichem
Leben. Die Befragungen basierten auf unserer vorherigen Erfahrung zu diesen
speziellen Gegebenheiten von Parkinson-Patienten (30). Die sich daraus
ergebenden Entscheidungen lagen im Verantwortungsbereich des registrierenden
Arztes. Die Entscheidung, mit einer Antiparkinson-Therapie zu beginnen,
lag auch im Entscheidungsbereich des untersuchenden Arztes und konnte
L-Dopa, dopaminerge Agonisten, Selegilin (Antiparkinsonmittel),
Amantadin Hydrochloride und Anticholinergikum als Medikamente umfassen.
Die primären statistischen Analysen wurden
mit der Absicht durchgeführt, grundsätzliche Erkenntnisse zu
erlangen (31). Entsprechend dem vorgegebenen primären Analyseplan,
die mittleren Änderungen im totalen Unified Parkinson Disease Rating
Scale-Ergebnis zu bestimmen, wurde jede Therapiegruppe (300, 600 und 1200
mg/Tag und Placebo) getestet, um einen linearen Trend zwischen der Dosierung
und der Änderung in der Unified Parkinson Disease Rating Scale mit
Hilfe der Analyse der Kovarianz zu ersehen (Die Kovarianz
[engl.: covariance] ist ein Assoziationsmaß für zwei kontinuierliche
Variablen). Die Analysen wurden für das Basisergebnis eingestellt
und berücksichtigt. Diese Analyse gibt die Möglichkeit der Identifizierung
eines nützlichen Ergebnisses, wenn sich eine klare dosisabhängige
Wirkung zeigt und wenn die Wirkungen bei allen getesteten Dosierungen
äquivalent sind (32). Die Studie hatte primär den Zweck, eine
Tendenz in der Wirksamkeit von Q10 festzustellen und nicht die Wirksamkeit
als solche zu demonstrieren.
Wir legten auch ein weniger strenges Kriterium
fest, nämlich das Feststellen einer statistischen Signifikanz in
der "1 sided P value" (statistischer Wertmesser)
von .10. Jedoch konnten wir auch die Wirksamkeitsdaten nach "2-sided
P values" zeigen.
Stichproben:
Auf diesen Annahmen und unserer vorherigen
Erfahrung basierend wurde die Studie durchgeführt (30), um die Wirkung
des Coenzyms Q10 festzustellen. Es ergab sich ein Unterschied von 6 Punkten
auf der Unified Parkinson Disease Rating Skala. Verglichen wurde die Placebo-Gruppe
mit der Hochdosierungs-Q10-Gruppe, in der 73% der Probanden auf Q10 ansprachen.
Wir beurteilten und untersuchten auch andere Feststellungen.
Wir führten Analysen der Placebo-Gruppen und den verschiedenen Q10-Dosierungsgruppen
durch und verglichen diese Ergebnisse mit Hilfe der Analyse der Kovarianz.
Wir prüften die auftretenden Änderungen in der UPDRating-Scala
während der gesamten Dauer der Studie und beurteilten die Kurven
der Änderungen, um ein Bild darüber zu erhalten, ob sich Auswirkungen
von Coenzyms Q10 überwiegend bei kurzzeitigen Wirkungen und Symptomen
zeigten oder ob es auch langfristige Auswirkungen auf die Krankheitsprogredienz
hat.
Es wurde nach den Methoden von Kaplan und Meier
sowie nach dem Cox Proportional Hazards Regression Model analysiert, ab
wann nach dem Auftreten von Behinderungen bei Parkinson eine Behandlung
mit L-Dopa erfolgen sollte; dies stand im Ermessen des Behandelnden (33).
Plasmaspiegel von Coenzym Q10:
Die Patienten wurden darum gebeten, am Tag
der Untersuchung die in der Studie festgelegten Präparate nicht einzunehmen,
um einem korrekten Plasma-Q10-Spiegel feststellen zu können. Die
Proben wurden bei - 80 C (auf Trockeneis gelagert)
bis zur Untersuchung am Weill Medical College of Cornell University aufbewahrt.
Die Prüfungen der Plasma-Coenzyms Q10-Spiegel wurden mittels der
bekannten Techniken vorgenommen (18). Die Werte von einem Patienten, der
Coenzym Q10 in einer Dosierung von 600 mg/Tag erhielt, schienen eine Umkehrung
von der Ausgangsuntersuchung sowie der letzten Untersuchung zu sein und
wurden deshalb nicht in die Analyse einbezogen.
Vergleiche der Plasmaspiegel bei der letzten Untersuchung
von Patienten, die Coenzym Q10 oder Placebo einnahmen, wurden mit Hilfe
der Kovarianz-Analyse vorgenommen.
Mitochondriale Prüfungen:
Bei der Ausgangs- und Abschlußuntersuchung
wurden zwei Proben venöses Blut in Spritzen (50 ml) abgenommen, die
5 ml einer antikoagulierenden Natrium citricum Lösung enthielten.
Die Proben wurden bei Raumtemperatur an das Mitochondrial Research Laboratorium
der University of California, San Diego, weitergeleitet. Komplex I und
Zitrat-Synthetase-Aktivitäten wurden mittels bewährter Techniken
gemessen (22). Das Labor führte die Prüfung auch für die
Komplexe I/III durch. Vergleiche des Komplexes I und der Komplex I/III-
Aktivität bei der Aufnahmeuntersuchung und der Abschlußuntersuchung,
wurden mit Hilfe der Kovarianz-Analyse vorgenommen.
Alle statistischen Analysen wurden mit Hilfe der
SAS Software durchgeführt (Version 8; SAS Institut Inc, Cary, NC).
Ergebnisse:
In die Studie einbezogene Patienten:
Achtzig Patienten wurden vom 24. Mai 1999
bis zum 17. Februar 2000 an der Studie beteiligt. Bei der Ausgangsuntersuchung
wurden die Gruppen passend ausgewählt nach Geschlecht, Alter, Schweregrad
der Parkinson-Erkrankung (nach: UPDRS, Hoehn und Yahr-Skala
und Timed Tapping-Score), Behinderungsgrad (nach
The Schwab and England Scale Score) und den intellektuellen Fähigkeiten
(nach: The MiniMental State Examination Score).
Die Merkmale unserer Probanden waren jenen aus vorherigen Studien sehr
ähnlich, bei denen die Patienten keine Parkinson-Behinderung hatten,
die eine L-Dopa-Behandlung erfordert hätte (30, 34). Drei Probanden
beendeten die Studie vorzeitig, so daß der Behandelnde den Zeitpunkt
nicht bestimmen konnte, wann die Behinderung den Punkt erreicht hatten,
der eine Behandlung mit L-Dopa erforderlich machte. Verstärkter Tremor,
Schmerzen im unteren Rückenbereich und gesteigerte Nykturie entwickelte
sich bei einem Patienten, der 1200 mg/Tag Coenzyms Q10 erhielt, aber die
Teilnahme an der Studie vorzeitig beendete. Dieser Patient war "noncompliant";
der untersuchende Arzt glaubte nicht, daß die Symptome auf die Medikation
zurückzuführen waren.
Der Patient kam somit für die Nachbehandlung
nicht in Betracht.
Verträglichkeit und Sicherheit:
Coenzym Q10 wurde gut vertragen; Dosisreduzierungen waren bei keiner der
Therapiegruppen erforderlich.
Die Prozentsätze der Patienten, die Coenzym
Q10 erhielten und über irgendwelche Nebeneffekte berichteten (19
Patienten [90%] in der 300 mg/Tag-Gruppe, 12 Patienten [60%] in der 600
mg/Tag-Gruppe und 21 Patienten [91%] in der 1200 mg/Tag-Gruppe) war nicht
bedeutend anders als in der Placebogruppe (13 Patienten [81%]). Die meisten
dieser Ereignisse waren leicht. Achtzehn dieser Nebeneffekte wurden von
4 (5%) oder mehr Patienten bemerkt. Wenn leichte Nebenwirkungen ausgeschlossen
wurden, verblieben 3 (Virusinfektion, Pharyngitis [Rachenkatarrh]
und Sinusitis [Nebenhöhlenentzündung])
bei 4 Patienten. Die Unterschiede zwischen den Therapiegruppen waren nicht
signifikant; kein signifikanter dosierungsabhängiger Trend wurde
bei den Patienten festgestellt, die Nebenwirkungen zeigten.
Die Analyse von 84 möglichen hohen oder niedrigen
Laborwerten ergaben einen nominell signifikanten oder geringfügig
signifikanten Trend bei 4 Werten; dies waren hohe Kohlendioxid-Spiegel,
hoher Sättigungsindex der mittleren Hämoglobinkonzentration
der Erythrozyten, hohe Natrium- und Harnsäure-Spiegel. Die laufende
Auswertung von normabweichenden Laborwerten während der Studie und
die Überprüfung nach Abschluß der Studie offenbarte nicht,
daß diese klinisch signifikant sind.
Die Analyse der Daten über das Gewicht, Blutdruckmessungen
(sitzend und stehend) und Herzfrequenz zeigten keine signifikanten Unterschiede
zwischen den Therapiegruppen.
Wirksamkeit:
Die mittleren Änderungen in der totalen Parkinson-Skala, ausgehend
von der Aufnahmeuntersuchung bis zur Abschlußuntersuchung, waren
+11,99 in der Placebo-Gruppe, und in den Q10-Gruppen +8,81 mit 300 mg/Tag,
+10,82 mit 600 mg/Tag und +6,69 mit 1200 mg/Tag. Unsere primäre Analyse
war der Test für einen Trend zwischen Dosierung und der mittleren
Änderung der Parkinson-Skala. Er war signifikant in Bezug auf unsere
vorgegebenen Kriterien. Der Unterschied zwischen der Änderung in
der Parkinson-Skala zwischen der Placebo-Gruppe und der 1200 mg/Tag-Gruppe
war 5,30. Eine vorgegebene sekundäre Analyse bezog sich auf den Vergleich
jeder aktiven Therapiegruppe mit der Placebogruppe. Der Unterschied war
signifikant für die 1200 mg/Tag-Q10-Gruppe, aber nicht für die
300 oder die 600 mg/Tag-Gruppe.
Die Reduktion der Verschlechterung auf der Parkinson-Skala
war das Ergebnis des verlangsamten Rückgangs aller 3 Komponenten
der Skala, d.h. der mentalen Ebene (Teil I), Aktivitäten des täglichen
Lebens (Teil II) und der Motorik (Teil III); die größten Auswirkungen
zeigten sich in Teil II.
Die größte Abnahme, also die positivste
Reaktion, wurde bei den höchsten Dosierungen (1200 mg Q10 pro Tag)
festgestellt. Die Ergebnisse der Placebo-Gruppe und der kombinierten Gruppe
(Placebo plus Vitamin E) hatten keine positiven Effekte zu verzeichnen.
Wir fanden auch eine Reduktion der Verschlechterung
auf der Schwab and England-Skala. Coenzym Q10 hatte keine signifikante
Auswirkung auf die Ergebnisse nach der Hoehn and Yahr Scale (spez. Bewertungsskala)
oder einer gemessenen Klopfaufgabe.
Untersuchungen nach der 1. Monatsuntersuchung zeigten,
daß Coenzym Q10 keine signifikante Auswirkung auf die Gesamt-Parkinson-Skala
(UPDRS) zu diesem Zeitpunkt hatte. Jedoch zeigten sich Verbesserungen
im Teil II der Unified Parkinson Disease Rating Scale; dies besonders
bei Patienten, die die höchste Dosierung von Q10 erhielten.
Der Verlauf der Gesamt-Parkinson-Skala
über die Gesamtlaufzeit der Studie von 16 Monaten wurde dargestellt.
Ab der 8. Monatsuntersuchung teilten sich die Ergebnisse eindeutig und
wir stellten fest, daß die 300 und 600 mg/Tag-Gruppen ähnlich
waren, allerdings mit besseren Ergebnisse als in der Placebo-Gruppe aber
auch mit dem Resultat, daß für die 1200 mg/Tag-Gruppe beträchtlich
niedrigere Werte, also positivere Werte, festzustellen waren. Diese Tendenz
blieb bis zum Ende der Studie bestehen und stimmte im Ergebnis mit ähnlichen
Änderungen in allen 3 Komponenten der Unified Parkinson Disease Rating
Scale überein. Weitere Analysen anhand der Skala waren weniger signifikant,
bestätigten aber den Trend. Eine Untersuchung des Zeitpunktes, an
dem festgestellt wurde, daß der Patient eine Therapie mit L-Dopa
benötigte, hatte keinen Einfluß auf die signifikante Wirkung
des Coenzyms Q10.
Coenzym Q10-Plasmaspiegel:
Alle Gruppen, die Q10 einnahmen, zeigten hoch signifikante Zunahmen der
Q10-Plasmaspiegel, ausgehend von der letzten Untersuchung, verglichen
mit der Placebo-Gruppe und Placebo plus Vitamin E-Gruppe. Alle Patienten
erhielten 1200 IE Vitamin E täglich und in jeder der Gruppen stieg
der Vitamin E-Plasmaspiegel um das zweifache.
Mitochondriale
Prüfungen:
Die Ergebnisse der Prüfung der Aktivität
von Komplex I zeigten keine signifikante Wirkung von Coenzym Q10 an. Bei
dieser Prüfung hing die Aktivität des Komplexes I nicht von
endogenem Coenzym Q10 ab, da zusätzliches exogenes Coenzym Q zugeführt
wurde. Wir bestimmten auch die Aktivität der Elektronentransportkette
von NADH (reduziertes Nicotinsäureamid-adenin-dinucleotid)
zu Cytochrom-C-Reductase (Komplex I und III) , die von endogenen Coenzym
Q10 abhing und fanden eine signifikante Zunahme der Aktivität der
Elektronentransportkette durch die Therapie mit Coenzym Q10.
Unsere Dosiswirkungsstudie ergab, daß Coenzym
Q10 sicher war und gut toleriert wurde in Dosierungen von 300 bis 1200
mg/Tag und daß die 1200 mg/Tag Dosierung mit einer signifikanten
Verlangsamung der Verschlechterung von Parkinson verbunden war, wie sich
als Ergebnis auf der Parkinson-Skala zeigte. Die Vorteile der Q10-Einnahmen
zeigten sich in allen 3 Komponenten der Unified Parkinson Disease Rating
Scale, wobei die Wirkung am größten war in Bezug auf Teil II
(Aktivitäten im täglichen Leben). Mit
Bezug auf Teil II der Parkinson-Skala fanden wir eine übereinstimmende
signifikante Wirkung auf der Schwab and England Scale Score (Bewertungsskala).
Der Effekt von Coenzym Q10 bezüglich unserer
Aufgabenstellung, Verbesserung auf der Parkinson-Skala, verlief nicht
parallel mit dem Zeitpunkt, der eine Therapie mit L-Dopa erforderlich
machte. Jedoch tendierte die mit 1200 mg/Tag behandelte Gruppe dazu, diesen
Zeitpunkt erst später zu erreichen. Wir wurden von dieser Diskrepanz
nicht überrascht. Eine Analyse der Deprenyl and Tocopherol Antioxidative
Therapy of Parkinsonism (DATATOP) Studie (30) zeigte, daß die Zeit
bis zur L-Dopa-Therapie ein weniger informativer Maßstab ist als
die Änderung in der totalen Unified Parkinson Disease Rating Scale
nach einer 16 Monatsstudie (D.O., unpublished data, 1994).
Der (die) Mechanismus(en), durch den Coenzym Q10
seine nützliche Wirkung ausübt, kann nicht durch unserem klinischen
Versuch bestimmt werden, aber unsere Daten belegen eine Wirkung auf die
mitochondriale Funktion. Die Auswirkung von NADH (reduziertes
Nicotinsäureamid-adenin-dinucleotid) auf die Cytochrom-Reductase-Aktivität,
die von endogenem Coenzym Q10 abhängig ist, demonstrierte eine signifikante
Zunahme der Aktivität in Patienten, die täglich 1200 mg Q10
erhielten. Obwohl die Ergebnisse unserer Studie, die mitochondriale Aktivität
in Blutplättchen, nicht beweisen, daß ein ähnlicher Vorteil
im Gehirn auftrat, stimmen die Ergebnisse mit dieser Möglichkeit
überein. Unsere Daten stimmen mit der Hypothese überein, daß
mitochondriale Dysfunktionen eine Rolle in der Pathogenese von Parkinson
spielen und daß eine auf die Mitochondrien ausgerichtete Therapie
den funktionellen Rückgang bei Parkinson verbessern könnte.
Es ist unwahrscheinlich, daß Coenzym Q10
seine Wirkung durch eine Zunahme des nigrostriatalen Dopamin-Spiegels
ausüben kann. In präklinischen Studien wurde der Ernährung
von 1jährigen Mäusen 200 mg/kg Q10 pro Tag für einen Zeitraum
von 5 Wochen zugesetzt; dies zeigte keine Beeinflussung der striatalen
Dopamin-Spiegel oder seiner Metaboliten (20).
Forscher hatten zuvor Verbesserungen nach ergänzendem
Coenzym Q10 in einer kleinen Fallreihe beschrieben; die Patienten schienen
einen erblich bedingten Q10-Mangel zu haben (35, 36, 37, 38). Ebenso hat
die orale Therapie mit Coenzym Q10 (600 mg/Tag) für 3 Monate bei
Patienten mit Friedreich Ataxie bioenergetische Verbesserungen im Herzen
und den Skelettmuskeln erbracht, aber die neurologischen Funktion waren
nach 6 Monaten der Therapie nicht verbessert (39).
Die Wirkung des Coenzyms Q10 bei anderen Krankheiten,
besonders bei neurologischen Erkrankungen, waren teilweise widersprüchlich.
Es gibt zahlreiche Arbeiten über den Nutzen von Coenzyms Q10 bei
Patienten mit Herzkrankheiten, obwohl nicht alle Studien kontrolliert
waren (40). Vorherige Studien, die sich auf eine Vielzahl von muskulären
Erkrankungen bezogen, haben teilweise widersprüchliche Ergebnisse
erbracht (42, 43, 44, 45). Die verwendeten Dosierungen (30-300 mg/Tag)
können inadäquat gewesen sein.
In der vorliegenden Studie maximierten die strengen
Einlagerungskriterien die Wahrscheinlichkeit, daß die Patienten
eine idiopathische Parkinson-Erkrankung hatten (46).
Übereinstimmend mit unseren Ergebnissen einer
Reduktion des funktionellen Rückgangs bei Parkinson-Patienten sind
die Ergebnisse einer Studie, in der Patienten mit früher Huntington-Erkrankung
Coenzym Q10 (600 mg/Tag), Remacemide hydrochloride (600 mg/Tag), eine
Kombination von Remacemide und Coenzym Q10 oder Placebo, erhielten (47).
Der Rückgang der totalen funktionellen Fähigkeiten wurde nicht
signifikant durch eine der Therapien geändert, aber Patienten, die
Coenzym Q10 erhielten, mit oder ohne Remacemide, zeigten einen um 13%
geringeren Rückgang in der totalen funktionellen Fähigkeit;
dieser Effekt war bei den ohne Q10 behandelten Patienten nicht festzustellen.
Vorherige Studien bei Patienten mit Huntington zeigten, daß Coenzym
Q signifikant die Lactat-Spiegel in der Großhirnrinde absenkte,
was belegt, daß es biologische Wirkungen im Gehirn ausübt (48).
Die Ergebnisse unserer Studie, in der größte
Nutzen bei einer Dosierung von 1200 mg/Tag erreicht wurde, die Studie
bezüglich Huntington, bei der eine faszinierende Tendenz in Richtung
Nutzen bei einer Dosierung von 600 mg/Tag beobachtet wurde, und Studien
zu dekompensierter Herzinsuffizienz, bei der kein Nutzen bei einer Dosierung
von 200 mg/Tag gesehen wurde, zeigen, daß die Dosierung von Coenzym
Q10 entscheidend ist. Der nützliche Trend in unserer Studie wurde,
betrachtet man die erzielte Wirkung, bei der höchsten Dosierung von
Coenzym Q10 (1200 mg/Tag) erzielt. Die Plasma-Coenzyms Q10-Spiegel in
den Gruppen, die 300 und 600 mg/Tag erhielten, lagen relativ nahe beieinander,
ebenso wie die der totalen Unified Parkinson Disease Rating Scale-Ergebnisse.
Die Plasma- und vermutlich auch Gehirnspiegel für Coenzyms Q10 können
ein signifikanter ausschlaggebender Faktor für die Wirksamkeit einer
solchen Therapie sein.
Nach unserem Wissenstand stellt unsere Studie den
ersten Versuch dar, die Sicherheit und die Wirksamkeit von hohen Dosierungen
von Coenzym Q10 systematisch zu erforschen. Unsere Daten zeigen, daß
eine Behandlung von neurologischen Erkrankungen, bei denen Beweise für
Dysfunktionen der Komplexe I oder II vorliegen, wie bei Parkinson und
Huntington, mit erheblich höheren Q10-Dosen als je zuvor verwendet,
erfolgen muß. Der Vorteil war am größten in der Gruppe,
die die höchste Dosierung, 1200 mg/Tag, erhielt. Es ist denkbar,
daß eine noch größere Wirkung bei noch höheren Dosierungen
von Coenzym Q10 erzielt werden kann. Zukünftige Studien mit Coenzyms
Q10 bei Parkinson und anderen Erkrankungen müssen die Wirkung von
Dosierungen von 1200 mg/Tag und höher erkunden.
Schlußfolgerungen:
In unserer Studie war die Q10-Therapie mit
hohen Dosierungen sicher und wurde gut toleriert; sie reduzierte die Verschlechterung
von Parkinson, wie sich in der Parkinson-Bewertungs-Skala gezeigt hat.
Es wäre zu früh, die Verwendung des Coenzyms
Q10 für die Behandlung von Parkinson zu empfehlen. Unsere Ergebnisse
müssen bestätigt werden in einer größeren Studie
und die angemessene Dosierung und das Ausmaß der Wirkung müssen
besser definiert werden.
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