
Verbraucherschützer zeigen auf
Oft Mangelernährung bei Senioren
Die Mangelernährung von Senioren muss nach Meinung von Verbraucherschützern
stärker beachtet werden. Jeder zehnte zu Hause lebende ältere Mensch
zeige entsprechende Symptome, berichtete der Verbraucherzentrale-Bundesverband.
Bei Heimbewohnern betrage der Anteil sogar 40 Prozent, wie eine Untersuchung
der deutschen Krankenversicherungen (MDK) gezeigt habe.
In Deutschland seien Millionen ältere Menschen untergewichtig und ausgetrocknet,
weil sie seit Jahren zu wenig essen und trinken". Damit verbunden
seien hohe Kosten für das Gesundheitswesen. Druckgeschwüre und -stellen
bei Kranken entstünden oft durch falsche Ernährung. Mangelernährung
sei allerdings nicht nur ein Problem von Alten- und Pflegeheimen. Vielfach genüge
ein Blick in den Kühlschrank von Senioren. Wer sich in jungen Jahren nicht
richtig ernährt hat, setzt im Alter die falschen Essgewohnheiten mit unausgewogener
Ernährung fort. Der Bundesverband forderte eine stärkere Berücksichtigung
der Belange von Senioren. Dazu zählen handlichere Verpackungen, kleine,
aber preiswerte Portionsgrößen sowie gut lesbare Verpackungsaufschriften.
Eine Studie sei zu dem Ergebnis gekommen, dass fast die Hälfte der Patienten
bei der Einweisung in eine geriatrische
Klinik typische Symptome von Austrocknung aufwiesen und 23 Prozent unterernährt
gewesen seien. Die Ursachen der Fehl- und Mangelernährung von Senioren
sind nach Angaben der Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen
in vielen Fällen hausgemacht. Allein lebende ältere Menschen würden
mit Frust statt mit Lust einkaufen, und Supermärkte böten zu große
und schlecht zu öffnende Verpackungen.