
Fischöl reduziert bei Rheuma den Schmerzmittel-Bedarf
Placebokontrollierte Interventionsstudie mit hoch dosierten Omega-3-Fettsäuren
DUNDEE (hub). Patienten mit Rheumatoider Arthritis (RA) profitieren von hoch
dosierten Omega-3-Fettsäuren: Der tägliche Bedarf an NSAR kann verringert
werden. Das hat jetzt eine placebokontrollierte Therapiestudie belegt.

Fischölkapseln
Prall gefüllte Kapseln mit hoch dosierten Omega-3-Fettsäuren - Patienten
mit Rheumatoider Arthritis profitieren von ihrer Einnahme.
In der Studie mit 58 RA-Patienten erhielt die eine Hälfte zusätzlich
zu ihren Basistherapeutika ein Präparat aus Kabeljauleber mit hoch dosierten
Omega-3-Fettsäuren oder Placebo. Die ursprüngliche NSAR-Medikation
von zweimal 75 mg/d retardiertem Diclofenac wurde zu Studienbeginn auf sechsmal
25 mg Wirkstoff mit sofortiger Freisetzung umgestellt. Während des neunmonatigen
Studienzeitraums dokumentierten die Teilnehmer ihre Einnahme an NSAR, zusätzlich
wurden klinische Befunde und Laborparameter erhoben.
Von den 32 Patienten in der Gruppe mit dem Fettsäure-Präparat waren
19 in der Lage, ihren täglichen NSAR-Bedarf um mindestens 30 Prozent zu
reduzieren. Das entspricht einem Anteil von 59 Prozent. In der Placebo-Gruppe
gelang das nur 5 von 26 Teilnehmern (19 Prozent). Die durchschnittliche Reduktion
der NSAR-Menge lag mit dem Lebertran bei 40 Prozent, mit Placebo bei 16 Prozent.
Der klinische Parameter Krankheitsaktivität war in den beiden Gruppen nicht
unterschiedlich, ebenso wie die CRP- und BSG-Werte. Leichte Unterschiede gab
es beim Schmerz, gemessen auf einer visuellen Analogskala von 0 bis 100. Nach
neun Monaten gab es mit dem Fischöl eine Abnahme um sieben Punkte, mit
Placebo eine Zunahme um zwei Punkte.
Wegen unerwünschter gastrointestinaler und kardiovaskulärer Wirkungen
ist eine Reduktion des NSAR-Bedarfs interessant, erinnern die Autoren. Mit hoch
dosierten Omega-3-Fettsäuren aus Kabeljauleber gelingt eine solche NSAR-Reduktion.
Ärzte Zeitung, 09.04.2008