
Bedeutung von Naturheilmitteln
Vor kurzem wurde in Bonn die Studie »Naturheilmittel
2002« vorgestellt. Die im Auftrag des BAH, dem deutschen Verband der Selbstmedikationsindustrie,
erstellte Studie zeigt, dass der Anteil der Naturheilmittel-Anwender von 52%
im Jahr 1970 und 65% im Jahr 1997 auf 73% im Jahr 2002 gestiegen ist.
Auch in Zukunft rechnet die Bevölkerung mit einer weiteren Zunahme: 74%
erwarten, dass in 50 Jahren in Deutschland mehr Menschen als heute Naturheilmittel
verwenden werden. Die früher verbreitete Neigung, auch schon bei leichten
Befindlichkeitsstörungen und Erkrankungen einen Arzt aufzusuchen, ist weiterhin
rückläufig. Von diesem Trend zur Selbstmedikation haben Naturheilmittel,
so die Studie, sehr profitiert.
Naturheilmitteln kommt im Bereich der Prävention große Bedeutung
zu. Von allen Erwachsenen, die Medikamente zur Vorbeugung einnehmen, verwenden
38% ausschließlich und weitere 41% unter anderem auch Naturheilmittel.Auch
die Verordnungsfähigkeit ist den Befragten wichtig. Für insgesamt
76% ist es sehr wichtig, ihre Naturheilmittel von der Kasse vergütet zu
bekommen.
Dies ist im Trendvergleich zwischen 1997 und 2002 noch deutlicher geworden.
Trotzdem sind die meisten Naturheilmittel-Anwender bereit, sich durch Zuzahlungen
am Kauf von Arzneimitteln zu beteiligen, jedoch nicht in beliebiger Höhe.
Nach den Ergebnissen der Studie liegt die zumutbare Eigenbeteiligung der Anwender
bei ca. 30%, das sind in etwa 8 Euro, ermittelt aus dem statistischen Durchschnittspreis
von 25 Euro pro Packung.Es ist daher auch politisch von Bedeutung, auf die Bedürfnisse
der Bevölkerung einzugehen und den qualitätsgesicherten Naturheilmitteln
jenen Stellenwert zu geben, der ihnen von der Bevölkerung beigemessen wird.