
Bei schwangeren Diabetikerinnen
Folsäure kann Fehlbildungen verhindern
Dass die Einnahme von Folsäure in der Schwangerschaft embryonale Defekte
des Neuralrohres verhindern kann, ist bereits lange bekannt. Ob Folsäure
auch zur Prävention anderer Fehlbildungen eingesetzt werden kann, die
in Zusammenhang mit Diabetes in der Schwangerschaft stehen, war bisher nicht
belegt.
Eine Arbeit untersuchte daher einerseits Rattenembryos, die in diabetischen
Ratten heranwuchsen. Zusätzlich wurden Rattenembryos in vitro in einem
Glukose-haltigen Kulturmedium untersucht. Mütterlicher Diabetes oder
30 mmol/l Glukose in vitro steigerten die Missbildungsrate deutlich im Vergleich
zu nicht-diabetischen Bedingungen. Wurde den Muttertieren jedoch Folsäure
subkutan (unter der Haut) verabreicht, bzw. dem Kulturmedium
2 mmol/l Folsäure zugesetzt, konnten Missbildungen weitgehend vermieden
werden, trotz der weiter bestehenden Hyperglykämie.
Folsäuresubstitution in der Schwangerschaft könnte somit bei Diabetikerinnen
präventive Effekte auf Missbildungen haben.
Parri Wentzel et al. Diabetes 54:546-553, 2005, http://diabetes.diabetesjournals.org/