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Sozialökonomische Bewertung von Coenzym Q10

Einsparung von Zeit und Kosten im Gesundheitswesen

Coenzym Q10 - ein weltweit eingeführtes Nahrungsergänzungsmittel - hat auf zellulärem Niveau mehrfache vitale Bedeutung: Als Coenzym der Atmungskette ist es beteiligt an der Energiegewinnung der Zellen; es reguliert darüber hinaus die Funktion von Ionenkanälen durch Beeinflussung der Membranfluidität und somit indirekt die Zellkommunikation, und es ist ferner wesentliches lipidlösliches Antioxidans des Körpers (7). Ein ausreichend hoher Blut- und Gewebsspiegel ist stets notwendig. Der Körper bildet diesen lebensnotwendigen Stoff selbst. Bei körperlichem und psychischem Streß sowie durch Umweltgifte, Strahlung und Krankheiten wird Q10 allerdings im erhöhten Maße verbraucht, ohne daß der Körper mit der Neusynthese von Q10 adäquat reagiert. Auch eine exogene Zufuhr von Q10 hat keinen Einfluß auf die körpereigene Biosynthese.

Mehrere internationale Studien zeigen klar, daß bei verschiedenen Formen von Herzerkrankungen durch eine zusätzliche Verabreichung von Q10 zur konventionellen medikamentösen Behandlung signifikant verbesserte klinische Ergebnisse erzielt werden können.

LANGSJOEN et.al. (1994) (5) führten eine Studie an 424 Herzpatienten durch, die in sechs diagnostische Gruppen entsprechend ihrem Krankheitsbild eingeteilt wurden. Nach durchschnittlich 17,8 Monaten einer zusätzlichen Behandlung mit Q10 wurden folgende Ergebnisse erzielt:

Bei 38% der Patienten war eine Verbesserung um eine Klasse gemäß der NYHA- Funktionsskala zu verzeichnen, bei 28% eine Verbesserung um zwei Klassen und bei 1,2% um drei Klassen. Speziell
in bezug auf die Gruppe der Patienten mit Bluthochdruck verbesserte sich die durchschnittliche Klassenzuordnung signifikant von 2,4 auf 1,36.

Q10 und Herzinsuffizienz
Herzinsuffizienz mit u ohne Q10

Studie Prof. Langsjoen et al. 1994

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NYHA -New York Heart Association

Die Funktionsskala erfaßt quantitativ verschiedene klinische Symptome wie Müdigkeit, Herzschmerz, Herzklopfen und Dyspnoe, d.h. erschwerte Atemtätigkeit infolge von Herzinsuffizienz.

Folgende Klassifizierung liegt vor:

Klasse I:
Keine Herzsymptome

Klasse II:
Symptome mit mittelmäßiger Ausprägung - Leistungsfähigkeit der Herzkranken ist ab einer mittelschweren körperlichen Belastung eingeschränkt;

Klasse III:
Stärker ausgeprägte Symptome - Herzkranke sind schon bei geringer Belastung deutlich eingeschränkt;

Klasse IV:
Stark ausgeprägte Symptome - Herzkranke, die schon unter Ruhebedingungen Beschwerden zeigen.

Eine signifikante Verbesserung der Herzmuskelfunktion war mittels Echokardiographie bezüglich der Parameter Dicke der linken Ventrikelwand und Durchflußvolumen der Mitralklappe zu verzeichnen:

So war nach Q10 Verzehr die Hypertrophie der linken Ventrikelwand deutlich vermindert und der Durchfluß der Mitralklappe signifikant höher. Die Abbildungen 2 und 3 zeigen diesbezüglich graphisch die Verbesserungsraten. Während der Studie setzten 43% der Patienten 1-3 Medikamente ab.

 
Studie - Q10 vor Einnahme
 
     
     
 

Studie - Q10 nach Einnahme

Benötigte Medikamente bei 424 Herzpatienten (nach Langjoen et al. 1994

 

Es liegen weitere Studien vor, die bei Patienten mit Herzinsuffiziens ebenfalls eine verbesserte Herzfunktion bei zusätzlichen Q10 Verzehr nachweisen konnten:

An 641 Patienten, die indikationsbedingt medikamentös behandelt wurden, konnten MORISCO et. Al. (1993) (8) in einer einjährigen Doppelblindstudie zeigen, daß Patienten, die Q10 zusätzlich erhielten, signifikant weniger Krankenhausaufenthalte wegen Verschlechterung benötigten (nach 22,9%) als in der Gruppe, die lediglich Placebo zusätzlich erhielt (36,6%). Auch traten signifikant weniger Lungenödeme (6,3%) und Asthmaanfälle (30,4%) im Vergleich zur Kontrollgruppe (15,8% / 61,5%) auf.

Entsprechend stellten BAGGIO et.al. (1994) (2) in einer Untersuchung an 2664 Patienten mit Herzinsuffiziens fest, daß sich nach dreimonatiger zusätzlichen Einnahme von Q10 bei 54% der Patienten eine Verbesserung von mindestens drei Symptomen abzeichneten. MORTENSEN (1993) (9) hat verschiedene Untersuchungen bei Patienten mit Kardiomyopathien durchgeführt. In einer offenen Studie führte eine zusätzliche Gabe von Q10 (100 mg/Tag) bei zwei Drittel der Patienten zu einer deutlichen Verbesserung der klinischen Symptome. In einer doppelblinden, kontrollierten Studie ließ sich dieses Ergebnis bestätigen: eine zusätzliche Q10 Verabreichung führte bei Herzpatienten zur Besserung sowohl klinischer Parameter als auch der gesamten Lebensqualität (vgl. untenstehende Grafik).

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Besserung klinischer Anzeichen nach Q10-Behandlung

Klinische Anzeichen nach Q10-Einnahme

Studie Prof. Baggio et al. mit 2664 Patienten

In einem Tiermodell an zwölf Schweinen zeigten ATAR et.al. (1993) (1) , daß Kontraktilitätsstörungen am Herzen nach Ischämie und anschließender Reperfusion durch vorherige 20tägige Q10 Einnahme (2x200 mg / Tag) deutlich vermindert werden konnten. Die Wiedererholungszeit des Herzmuskels betrug im Mittel 33 Minuten ohne zusätzliche Gabe von Q10 und 20 Minuten mit Q10. Die Erholung setzte mit Q10 sogar schon nach 10 Minuten ein, während ohne Q10 annähernd 30 Minuten umgingen.

Studie Coenzym Q10 bei Myokad

Dieser Untersuchung kommt insbesondere bezüglich der Herzchirurgie große Bedeutung zu. Operationsbedingte ischämische Zustände mit anschließender Reperfusion führen häufig zu einem relativ langen postoperativen Abfall der Herzkontraktilität. Durch Vorbehandlung mit Q10 über 2-4 Wochen könnte diesem gesundheitlich kritischen Zustand begegnet werden.

Bei Reperfusion durch Balooning / Katheter oder durch Medikamente empfiehlt sich ebenfalls der rechtzeitige Aufbau von Q10 Reserven.

Bei Sauerstofftherapien sollten die gleichen Vorsichtsmaßnahmen mit Q10 ergriffen werden.

Q10 Studie - linkter Ventrikel

Abb. 2: Veränderungen der linken Ventrikelwanddicke bei 202 Patienten in verschiedenen diagnostischen Gruppen (DCM = dilatierte Kardiomyopathie, PDD = primäre diastolische Dysfunktion, HTN = Bluthochdruck, ICM = ischämische Kardiomyopathie, VHD = Herzklappenfehler, MVP = Mitralklappenprolaps) nach Langjoen et al. 1994 (5)

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Studie Q10 Mitralklappen

Abb. 3: Verbesserung der diastolischen Funktion gemessen mittels Mitralklappendurchflußvolumen bei 127 Patienten in verschiedenen diagnostischen Gruppen (DCM = dilatierte Kardiomyopathie, PDD = primäre diastolische Dysfunktion, HTN = Bluthochdruck, ICM = ischämische Kardiomyopathie, VHD = Herzklappenfehler, MVP = Mitralklappenprolaps) nach Langsjoen et.al. 1994) (5)

JUDY et.al. (1993) (4) stellten bei Herzoperationen am Patienten den therapeutischen Gewinn einer zusätzlichen Verabreichung von Q10 bezüglich der Herzfunktion und der postoperativen Genese fest. 10 Patienten erhielten Q10 in einem Zeitraum zwischen 14 Tage vor und 30 Tage nach der Operation am Herzen. Während der Operation war die Herzfunktion signifikant verbessert gegenüber der Kontrollgruppe aus 10 Patienten, die nur Placebo zusätzlich erhielten. Die postoperative Phase war kurz (3-5 Tage) und unkompliziert, während sie in der Placebogruppe 15-30 Tage andauerte und kompliziert war.

Klinisch wurde diese eindrucksvolle Verkürzung der Wiedererholungszeit des Herzens nach Reperfusion und die schnellere postoperative Genese auch von Prof. WILLSON, Eisenhower Hospital, Palm Springs (1994), bestätigt: „Wir waren und sind erstaunt, wie schnell wir nach Einleitung der Reperfusion weiteroperieren können und wie wir die Hospitalisierungsphase verkürzen können. Entscheidend dabei ist eine hohe Dosierung von Q10 (180-240 mg) und eine ausreichende Vorbehandlungsdauer (2-4 Wochen).

Die zitierten Studien zeigen deutlich, daß bei Herzpatienten eine zusätzliche Versorgung mit Q10 zur normalen medikamentösen Therapie neben dem gesteigerten gesundheitlichen Wohlbefinden erhebliche Vorteile aufweist:

Die Anzahl und die Dosis der indizierten Medikamente lassen sich deutlich reduzieren:
Zum einen treten signifikant weniger Komplikationen wie Ödeme auf, die eine zusätzliche medikamentöse Therapie verlangen (9). Zum anderen kann eine Vielzahl von Medikamenten abgesetzt werden, ohne daß eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes eintritt (5,6)
Krankenhausaufenthalte lassen sich verkürzen bzw. einschränken:

Zum einen sind Komplikationen, die zu Krankenhausaufenthalten führen, signifikant weniger (9). Andererseits ist die postoperative Phase deutlich kürzer (4).

Darüber hinaus liegen Studien vor, die nachweisen, daß eine ausreichende Q10 Nahrungsergänzung auch sekundäre Herzinsuffizienz vermindert, die als Folge medikamentöser Therapien zur Behandlung verschiedener Erkrankungen auftreten kann.

So konnten Nebenwirkungen am Herzen beispielsweise bei Tumorpatienten unter Chemotherapiebehandlung deutlich vermindert werden (3).

Auch bei der Behandlung des „grünen Stars" mit Timolol lassen sich Nebenwirkungen am Herzen durch eine begleitende Q10 Verabreichung stark einschränken (10). Medikamente zur Behandlung wiederum dieser Nebenwirkungen können somit eingespart werden - oder anders ausgedrückt - die Wirkung von Medikamenten läßt sich durch zusätzliche Q10 Gabe optimieren.

Aus sozialökonomischer Sicht trägt das Nahrungsergänzungsmittel Q10 zu Einsparungen von Kosten insofern bei, als

die Anzahl und Dauer von Krankenhausaufenthalten reduziert werden können,
Medikamente eingespart werden können durch Wegfall oder Dosisreduktion,
die Arbeitsunfähigkeit verkürzt werden kann,
das Immunsystem stabilisiert und damit zu einem besseren Gesundheitszustand beitragen kann.

Entscheidend ist zu bemerken, daß durch eine vorherige Basisversorgung mit dem Nahrungsergänzungsmittel Q10 für die Wirkungsentfaltung zahlreicher Medikamente und für die Reperfusion von ischämischem Gewebe bessere Voraussetzungen geschaffen werden.

Als Energiespender, Membranstabilisator und endogenes Antioxidans wirkt Q10 ubiquitär.

Zur Bedeutung von Q10 für das Gesundheitswesen hat Professor Dr.rer.nat. Jürgen Vormann vom Institut für Prävention und Ernährung, Ismaning, konstatiert:

"Gerade unter dem Aspekt wachsender Kosten in unserem Gesundheitswesen mit steigender Verantwortung des Einzelnen für sich selbst, stellt die Vermeidung eines Q10-Mangels durch eine ausreichende Zufuhr einen wichtigen Baustein in der Prävention und der Therapie einer Vielzahl von Erkrankungen und altersbedingten Abbauprozesse dar."

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Literatur:

1. Atar, D., Mortensen, S.A., Flachs, H., Herzog, W.R.: Coenzym Q10 protects ischemic myocardium in an open-chest swine model. Clin. Investig. 1993; 71:103-11.

2. Baggio, E., Gandini, R., Plancher, A.C., Passeri, M., Curmosino, G.: Italian multicenter study on the safety of coenzym Q10 as adjunctive therapy in heart failure. Molec. aspects Med. 1994; 15 (Supplement): 287-294.

3. Iarussi, D., Auricchio, U., Agretto, A., Murano, A., Giuliano, M., Casale, F., Indolfe, P., Iacono, A.,: Protective effect of coenzym Q10 on anthracyclines cardiotoxicity: Control study in children with acute lymphoblastic leukemia and non-Hodgkin lymphoma. Molec.Aspects Med. 1994; 15 (Supplement): 207-212.

4. Judy, W.V., Stogsdill, W.W., Folkers, K.: Myocardial preservation by therapy with coenzym Q10 during heart surgery. Clin.Investig. 1993; 71:155-161.

5. Langsjoen, H., Langsjoen, P., Langsjoen, P., Willis, R., Folkers, K.: Usefulness of coenzym Q10 in clinical cardiology: A long-term study. Molec.Aspects Med. 1994; 15 (Supplement): 165-175.

6. Langsjoen P., Langsjoen, P., Willis, R., Folkers, K.: Treatment of essential hypertension with coenzym Q10. Molec.Aspects 1994: 15 (Supplement): 265-272.

7. Littaru, G.P., Energie und Schutz. Coenzym Q10: Fakten und Perspektiven in der Biologie und Medizin. C.E.S.I. srl Rom 1995.

8. Morisco, C., Trimarco, B., Condorelli, M.: Effect of coenzym Q10 therapy in patients with congestive heart failure: a long-term multicenter randomized study. Clin. Investig. 1993; 71:134-136

9. Mortensen, S.A.: Perspectives on therapy of cardiovascular diseases with coenzym Q10 (Ubichinone). Clin.Investig. 1993; 71:116-123.

10. Takahashi, N., Iwasaka, T., Sugiura, T., Onoyama, H., Kurihara, S., Inada, M., Miki, H., Uyama, M.: Effect of coenzym Q10 on hemidynamic response to ocular Timolol. J.Cardiovasc. Pharmacol. 1989; 14:462-468.

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Wie recht hatte doch Voltaire:
In der einen Hälfte unseres Lebens opfern wir die Gesundheit,
um Geld zu erwerben. In der anderen Hälfte opfern wir das Geld,
um die Gesundheit wieder zu erlangen.
Und während dieser Zeit gehen Gesundheit und Leben von dannen.

(Voltaire 1694-1778)


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