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Antioxidantien schützen vor Freien Radikalen und Sauerstoffstreß

Freie Radikale schädigen wichtige Strukturen der Zellen im Körper


Ohne Sauerstoff könnten Mensch und Tier auf der Erde nicht überleben. In der Erdatmosphäre beträgt der Sauerstoffanteil etwa. 20 Prozent. Über die Lungen nehmen wir den Sauerstoff auf und von dort gelangt er in die Blutbahnen, die ihn in den letzten Winkel, in die Blutkapillaren (Haargefäße), unseres Körpers transportieren. Jede Zelle unsereres Körpers benötigt Sauerstoff zur Aufrechterhaltung des Stoffwechsels. Sauerstoff wird in den Zellen auch zur "kalten Verbrennung" des Energielieferanten Glukose (synthetisiert Traubenzucker) benötigt. Dieser Vorgang verzehrt ca. 60 % der erzeugten Energie. Die restliche Energie verbleibt dann für sämtliche Aufgaben und Funktionen des Körpers sowie seiner Organe.

In der Zelle entstehen Freie Radikale

Die "Kraftwerke" der Zellen, in denen die Energiegewinnung unter Verbrauch von Sauerstoff abläuft, sind die Mitochondrien.

Zelle mit Zellkern
Mitochondrium
Helix
Bild vergrößern jeweils auf das Bild klicken

Das sind kleine Zellorganellen, die im Inneren aller Zellen liegen. In der besonders stoffwechselaktiven Leber, den Nieren und dem Herzen sind in jeder Zelle über 1.000 Mitochondrien angesiedelt. In diesen Mitochondrien läuft einer der wichtigsten Prozesse des Stoffwechsels ab. Während der kontrollierten "kalten Verbrennung" wird Sauerstoff auf energiereiche Substanzen übertragen, die aus den mit der Nahrung aufgenommenen Fetten und Kohlenhydraten stammen. Die dazu notwendigen chemischen Reaktionen verlaufen jedoch nicht immer 100%ig korrekt, es kommt auch dabei zu "Fehlzündungen". Dabei entstehen Oxidantien und Freie Radikale. Das sind zwei Gruppen von Sauerstoffverbindungen, die sehr instabil sind, d.h. sie reagieren unkontrolliert in einer Kenttenreaktion sehr schnell mit anderen benachbarten Biomolekülen in der Zelle. Diese werden ebenfalls instabil und schädigen weitere Biomoleküle usw. usw. und sind daher hochreaktiv. Am Ende können lebenswichtige Strukturen der Zelle (z.B. die mitochondriale DNA) zerstört werden.

Durch Radikale werden vor allem geschädigt:

die fettsäurereichen Hüllen (Membranen der Zellen)

Eiweißstoffe und Enzyme im Inneren der Zellen
die Erbsubstanz (DNA) im Zellkern
Sie verfügt über einen eigenen Reparaturmechanismus
die Erbsubstanz (DNA) in den Mitochondrien
Diese Erbsubstanz ist, im Gegensatz zur DNA im Zellkern, ungeschützt, ohne eigenen Reparaturmechanismus, mit verheerenden Folgen für die Gesundheit durch die agressiven Radikale.

Ausführlich über Mitochondrien und mitochondriale Medizin -hier klicken-

Insgesamt können diese Schäden zum Zelltod und zur Beschleunigung des Alterungsprozesses des gesamten Organismus beitragen. Die Oxidation von Fettsäuren, vergleichbar mit "ranziger Butter", ist außerdem an der Entstehung der Arteriosklerose maßgeblich beteiligt. Schädigungen am Erbgut, ob im Zellkern oder in den Mitochondrien, können zu krebsartigem Wachstum der Zellen führen. Der Oxidationsprozeß und damit die Entstehung Freier Radikaler sind beteiligt an:

allgemeiner Alterung
Herz- und Gefäßerkrankungen (Arteriosklerose)
Bluthochdruck
Krebsentstehung
Immunschwäche
rheumatischen Erkrankungen
Grauer Star
Parkinson-Krankheit
Folgeerkrankungen des Diabetes mellitus
Alterungsvorgängen in der Haut

Vitamine und vitaminähnliche Substanzen schützen vor oxidativem Streß

Die Angriffe der Freien Radikale auf die Zellstrukturen werden in ihrer Gesamtheit heute auch als oxidativer Streß bezeichnet.

Mit einem gewissen Anteil an Freien Radikale kann der Körper problemlos fertig werden. Er besitzt zwei Wege, über die er die schädlichen Sauerstoffverbindungen aus dem Wege räumen kann.

Zum einen verfügt der Körper über einen gewissen Vorrat an Antioxidantien. Das sind Substanzen, die mit den instabilen Radikalen reagieren und sie dadurch neutralisieren. Stehen sie in ausreichendem Maße als Reaktionspartner zur Verfügung, kommen in Folge der "Fehlzündungen" ablaufende Kettenreaktion zum Stillstand; die Zelle bleibt von Schäden verschont.

Zu den wichtigsten Antioxidantien zählen u.a. das Coenzym Q10, Vitamin C und Selen. In diesem Zusammenhang wird auch immer Vitamin E genannt. Nach neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen ist jedoch zu bedenken, daß Coenzym Q10 wie auch Vitamin C, Vitamin E regeneriert. Dabei wird Coenzym Q10 und Vitamin C verbraucht, steht also im Abwehrkampf nicht mehr zur Verfügung, während Vitamin E erneut auf Radikalfang ausgehen kann und auf den "Nachschub" der verlorengegangenen Substanzen wartet.

Das zweite Schutzschild gegen die Freien Radikale, über das der Körper verfügt, sind sogenannte antioxidative Enzyme. Sie wandeln die reaktiven Substanzen in mehrteren Schritten in harmlose Wassermoleküle um. Die Enzyme kann der Körper selbst bilden, aber sie benötigen für einen effektiven Umgang mit den Radikalen noch zusätzliche Co-Faktoren in Form von Mineralstoffen, u.a. Eisen, Selen, Zink. Daher ist es wichtig, nicht nur auf eine ausreichende Zufuhr von Antioxidantien zu achten, sondern auch auf die regelmäßige Aufnahme von Mineralien.

Aber auch Umweltschadstoffe erhöhen den oxidativen Streß. Sauerstoffradikale entstehen nicht nur durch "Fehlzündungen" in den Mitochondrien, sonden ein Teil des Immunsystems setzt sie sogar absichtlich frei, um damit eingedrungene Bakterien oder Viren unschädlich zu machen.
Bei entzündlichen Reaktionen wird ebenfalls die Freisetzung von Radikalen durch die Immunzellen gesteigert. Falls der Mensch z.B. an chronischen Entzündungen leidet, ist der Bedarf an Antioxidantien automatisch erhöht.

Neben diesen endogenen (inneren) gibt es auch eine Reihe exogener (äußerer) Quellen für Freie Radikale. An erster Stelle ist Rauchen zu nennen. So ist wissenschaftlich erwiesen, daß pro Zigarette allein ca. 30 mg Vitamin C aufgezehrt werden, so daß Raucher besonders verstärkt auf die Zufuhr von Antioxidantien achten sollten.

Es gibt aber noch andere Ursachen für die Bildung von Freien Radikalen. Starke Strahlenbelastung durch ausgedehntes Sonnenbaden (Q10 und die Haut- hier klicken-) und Chemotherapie (Ausführlich: [Krebs u. Chemo] seien hier nur bspw. erwähnt.

Eine wesetliche Rolle spielen außerdem Umweltschadstoffe wie Autoabgase, Smog oder chemische Rückstände in Nahrungsmitteln, die alle die Bildung von Freien Radikalen hervorrufen.

Schließlich sei noch darauf hingewiesen, daß auch eine Reihe von Medikamenten oxidativen Streß auslösen können, z.B. Chemotherapeutika oder auch Schmerzmittel. Wenn jemand verstärkt solchen äußeren Einflüssen ausgesetzt ist, sollte er besonders auf die Zufuhr von Antioxidantien achten.

Ein paar Zahlen .......

In 70 Lebensjahren werden ca. 17 Tonnen Sauerstoff veratmet; davon wird etwa 1 Tonne in Sauerstoffradikale umgewandelt.

Bis zu 200.000.000.000.000.000.000.000 (1-2 x 10 hoch 22) Sauerstoffradikale entstehen pro Minute bei der Atmung.

Im gesunden Menschen kann nicht ganz die gleiche Menge pro Minute in 7 Liter Blut neutralisiert werden (1-2 x 10 hoch 21).

Im gesunden Menschen werden die oxidativen Schäden auf etwa 10 hoch 16 bis 10 hoch 18 pro Tag geschätzt (10 hoch 17 = 1.000.000.000.000.000.000).

Es gibt 1000 Krankheiten aber nur eine Gesundheit.
A. Schopenhauer


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